Design der Zukunft

Wie können mobile Anwendungen emotionaler und persönlicher gestaltet werden?

Ein Wissenschaftler und ein Banker gehen der Frage nach, was Design im Zeitalter der Digitalisierung bedeutet.

15_06_23_videoteaser_design_of_tomorrow.jpg
16_02_29_Dr_Fabian_Hammert.jpg

Dr. Fabian Hemmert – Forschung durch digitales Design

Dr. Fabian Hemmert, Forscher am Design Research Lab der Universität der Künste Berlin, ist der Ansicht, dass unser Körper digitale Informationen wie etwas Anfassbares begreift. Digitales Design könne helfen, mobile Anwendungen für den Nutzer erlebbar zu machen, so der Experte.

16_02_29_Michael_Koch.jpg

Michael Koch – Interaktion und Individualität

Auch Michael Koch, Leiter Online- und Mobile Banking bei der Deutschen Bank, ist davon überzeugt, dass sich Design durch die Digitalisierung verändert hat, und prognostiziert: „In Zukunft werden Apps viel emotionaler, viel persönlicher und viel individueller gestaltet werden.“

Fotogalerie zum Video

design_of_tomorrow_02s
design_of_tomorrow_03s
design_of_tomorrow_04s
design_of_tomorrow_05s
design_of_tomorrow_06s
design_of_tomorrow_07s
design_of_tomorrow_08s
Design of tomorrow 9
Design of tomorrow 10
Design of tomorrow 11
Design of tomorrow 12

„Beim Design geht es darum, was der Mensch wirklich braucht.”

Smartphone, Tablet, Smartwatch, Datenbrille: Wir werden eins mit unseren Geräten. Aber macht uns Technik auch freier? Macht sie Freude? Dr. Fabian Hemmert sagt: Ja und nein. Er forscht mit seinen Kollegen an Konzepten, damit uns Technik noch mehr Vergnügen bereitet und erlebbar wird. Wir haben ihn im Design Research Lab der Universität der Künste in Berlin besucht und über das digitale Design von morgen gesprochen.

 

Was wollen Sie am Design der Geräte verändern?

Dr. Fabian Hemmert: Wir müssen den Körper des Nutzers mehr ins Boot holen. Je mehr Technologie wir im Alltag nutzen, desto stärker prägt sie unser Lebensgefühl. Wer möchte schon den ganzen Tag auf regungslosen Displays herumdrücken? Wir sind geistig oft völlig überfordert, körperlich aber unterfordert – wenn wir den ganzen Tag in der digitalen Welt gearbeitet haben, müssen wir abends ins Fitnessstudio gehen, um eine Balance herzustellen.

Warum ist ein lebendiges, digitales Erlebnis für Menschen so wichtig?

Dr. Fabian Hemmert: Design baut Brücken zwischen Funktion, Interaktion und Individualität. Weil unser Alltag stark von digitaler Technik geprägt ist, reicht es nicht mehr aus, nur über Algorithmen mit Kunden und Nutzern zu kommunizieren.

Wie verändert sich das Design im Zeitalter der Digitalisierung?

Dr. Fabian Hemmert: Lange Zeit hat man mit Design nur die Gestaltung der Form und der Oberfläche eines Geräts bezeichnet. Heute geht es zunehmend um die Frage: „Was braucht der Mensch?“ Geräte entwickeln sich oft schneller weiter, als neue Konzepte für Benutzerfreundlichkeit entstehen. Wir müssen uns also schon heute die Frage stellen, wie wir übermorgen mit Technik umgehen wollen.

Wie können wir uns ein Gerät mit Ihren Konzepten vorstellen?

Dr. Fabian Hemmert: Wenn ich mit einem unserer Prototyp-Smartphones beispielsweise ein Buch lese, wird es rechts immer dünner, während ich die digitalen Seiten umblättere. Dann spüre ich auch mit der Hand, ob ich mich am Anfang eines Buches befinde oder schon fast am Schluss angekommen bin. So wird das digitale Erlebnis dem gerecht, was wir Menschen sind: Leibliche, fühlende Wesen.