Starthilfe für Helden

„Die Digitalisierung ist mittlerweile im Kinderzimmer angekommen“, sagt Jörg Schüler, Gründer und Geschäftsführer der „Digitalen Helden“. Im Durchschnitt nutzen Kinder ab der fünften Klasse ein Smartphone, wissen allerdings in der Regel nichts über die damit verbundenen Risiken. Deutsche Bank IT-Expertin Nicole Gieseler steht Jörg Schüler seit 2015 unter dem Dach des Made for Good-Förderprogramms der Bank als Mentorin zur Seite und hilft bei der Weiterentwicklung des Geschäftsmodells.

Digitale Helden

Jörg Schüler und Nicole Gieseler im Gespräch

Der Geschäftsführer über...

...die „Digitale Helden“:
„Die Idee dahinter ist primär ein Sozialkompetenz-Projekt. Wir bilden Achtklässler darin aus, Wissen zur Prävention von Cybermobbing und Sexting, genau wie Know-how zu Bildrechten, Urheberrechten oder Passwortsicherheit, an jüngere Schüler, Fünft- und Sechstklässler, weitergeben zu können. Gemeinsam mit Lehrern an den Schulen, in der Schul-AG oder im Wahlpflichtfach wird dieses Wissen vermittelt. Wir begleiten eine Schule mindestens ein Jahr und informieren zusätzlich an Elternabenden über unser Projekt.“

...den Einfluss von Medien auf Kinder und Jugendliche:
„Kinder können viele tolle Dinge mit ihrem Smartphone machen: Sie können Mathe lernen und Videos anschauen, sich mit Freunden austauschen. Es besteht allerdings die Gefahr, dass unüberlegte Handlungen Konsequenzen nach sich ziehen.“

...(die Relevanz von) Medienkompetenz:
„Aus unserer Sicht sind Digitalkompetenz und Sozialkompetenz untrennbar miteinander verbunden. Das Smartphone ist ein Aufmerksamkeitskonkurrent, mit dem Kinder erst lernen müssen umzugehen. Wenn sie ihre Hausaufgaben machen und die WhatsApp-Klassengruppe piept und sie sich gleichzeitig etwas Spannendes auf YouTube ansehen, müssen sie lernen zu priorisieren.“

... Wissensvermittlung:
„Junge Menschen können mit den Medien relativ gut umgehen, was die technischen Aspekte betrifft – wo nehme ich Einstellungen vor, wo installiere ich, wie lösche ich die App? Als Erwachsene und mit Hilfe älterer Schüler unterstützen wir die Vermittlung eines bewussten Umgangs mit digitalen Medien. Das heißt die Beschäftigung mit der Frage: ‚Welche Konsequenzen kann mein Handeln im Digitalen haben?’“

…das Schulsystem der Zukunft:
„Wenn ich mir wünschen könnte, wo sich unser Schulsystem hin entwickeln soll, wäre es zu mehr Eigenverantwortung, zu freiwilligem Lernen und zu Sozialräumen, wo sich Schüler und Kinder noch mehr einbringen können. Kein System der Anpassung, sondern eines, dass auf die persönlichen Neigungen der Schülerinnen und Schüler eingeht.“

Die IT-Expertin über...

…die Zusammenarbeit mit den „Digitalen Helden“:
„Wir sind über das „Social Impact Lab“, das die Deutsche Bank im Rahmen des „Made for Good“-Programms fördert, in Kontakt gekommen. Bei den Veranstaltungen, die Sozialgründer und potenzielle Mentoren zusammenbringt, war für beide Seiten schnell klar, dass es ein gelungener Austausch sein würde. Es geht bei uns um Fragestellungen, wie etwa Geschäftsstrategie, Risikomanagement oder Finanzplanung.“

…das „Made for Good“-Programm:
„Die Deutsche Bank bringt in der Förderung von Unternehmertum viel Erfahrung mit. Mit „Made for Good“ wird dieses Spektrum erweitert, um Sozialgründer dabei zu unterstützen, den gesellschaftlichen Wandel und Fortschritt voranzutreiben.“