Vom Start-up zum Mittelständler

Max Wittrock hat das erreicht, wovon viele träumen: In rund elf Jahren entwickelte er sein Start-up mymuesli, das individualisierbares Bio-Müsli herstellt, zu einem etablierten mittelständischen Unternehmen. Als einer von drei Gründern sieht er in der Digitalisierung enormes Potenzial für neue Geschäftsmodelle. Der Geschäftsführer über Erfolgsstrategien und den Mut zur Neuerfindung.
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Der Geschäftsführer über…

… den Mittelstand: „Wir sind gerne Mittelständler und tragen diesen Titel auch international mit Stolz. Aber wir finden es ebenso wichtig, unseren ursprünglichen Start-up-Charakter zu erhalten. Bei etablierten Unternehmen hält oft nach gewisser Zeit Eintönigkeit Einzug. Stetige Veränderung und der Mut Neues auszuprobieren sind uns wichtig, damit der innovative Grundgedanke bestehen bleibt.“

…Fehlerkultur: „In vielen Konzernen werden Versäumnisse zwar akzeptiert, aber das Problem nicht behoben. So wiederholen sich Fehler. Wir glauben, dass Toleranz unabdingbar ist, aber auch der Lernprozess des Einzelnen nicht zu kurz kommen sollte. Wenn etwas schiefläuft, fragen wir: Was können wir tun, damit so etwas nicht noch einmal passiert?“

…Vielfalt: „Kreative Köpfe verschiedener Herkunft, Alters und Geschlechts sind treibende Kräfte für den Innovationsgrad eines Unternehmens. Bei mymuesli sind es eben diese unterschiedlichen Erfahrungen, Lebensentwürfe und -modelle, die sich im Austausch zwischen den Mitarbeitern positiv auf die Gemeinschaft auswirken. Momos ‚graue Herren‘ sind dagegen ein Relikt der Vergangenheit und bremsen den Fortschritt eher, als dass sie ihn vorantreiben.“

…digitale Geschäftsmodelle: „Es sind nicht nur Bits und Bytes, die Menschen begeistern. Wenn man etwas produziert, das man anfassen kann und das lecker schmeckt, weiß man jeden Morgen, warum man für sein Unternehmen arbeitet. Ich kann jedem empfehlen, der selbst einmal gründen möchte: Macht etwas, das man anfassen kann. Der Spaß ist meistens größer.“

…Trends: „Es braucht ein gutes Bauchgefühl, wie der Markt funktioniert. Wir schauen nicht so sehr auf das, was in den kommenden Jahren passieren könnte, sondern beobachten die Branche international auf Veränderungen. Ein Vorteil als Mittelstandsunternehmen ist dabei die Agilität – anders als Großkonzerne können wir schnell auf neue Entwicklungen reagieren.“

…Internationalisierung: „Wer denkt, es sei mit der bloßen Übersetzung der Webseite ins Englische getan, irrt. Sprachbarrieren sind schnell überwunden, aber um im Ausland erfolgreich zu sein, muss man sich der jeweiligen Kultur anpassen. Es besteht die Möglichkeit, sich als Unternehmen komplett neu zu erfinden. Kombiniert man das neue Konzept mit den Kerntugenden, die den Erfolg im eigenen Land ausmachen, ist auch außerhalb Deutschlands alles möglich.“

…über Deutschland als Gründerstandort: „Deutschland ist ein toller Standort, um ein Unternehmen zu gründen. Es gibt viele Grundvoraussetzungen, die es Unternehmern erleichtern, mit großer Sicherheit und Struktur ihren eigenen Weg zu gehen. Natürlich gibt es Dinge, die verbesserungswürdig sind, aber wenn Politik und Wirtschaft in engem Austausch zusammenarbeiten, können wir Deutschland noch weiter voranbringen.“