• Konsequenzenmanagement stärken

Die Deutsche Bank stellt in Bezug auf Leistung und Verhalten die höchsten Ansprüche an ihre Mitarbeitenden. Die Mitarbeitenden sind dafür verantwortlich, sich ordnungsgemäß und korrekt zu verhalten, wobei ihnen der Verhaltenskodex sowie die Richtlinien und Weisungen der Bank Orientierung geben. In der weit überwiegenden Zahl der Fälle verhalten sich unsere Mitarbeitenden vorbildlich. Nichtsdestoweniger kann es in Einzelfällen zu Verhaltensweisen kommen, die nicht unseren Standards entsprechen. Mit Hilfe unserer internen Kontrollen und Prozesse können wir Auffälligkeiten identifizieren und diesen entsprechend nachgehen.

Wenn Mitarbeitende Beschwerden einreichen, bearbeitet die Bank diese in klaren, konsistenten Prozessen, die mit den örtlichen gesetzlichen Regelungen im Einklang stehen. Die folgende Tabelle zeigt die Anzahl der in den Kalenderjahren 2019 und 2020 abgeschlossenen Fälle von Mitarbeiterbeschwerden, die Verhalten am Arbeitsplatz und Beschäftigungsprozesse betreffen.

Abgeschlossene Beschwerdefälle 2020 2019
Anzahl 116 208
Anteil an Belegschaft 0,2% 0,4%

Hinweis: Polen, Deutschland sowie Postbank in Luxemburg und Italien nicht enthalten infolge fehlenden formalen Beschwerdeprozesses bzw. Erfordernissen des Datenschutzes

Abhängig von den Umständen kann es erforderlich werden, zu handeln. Dies erreicht die Bank durch ein angemessenes Konsequenzenmanagement.

Die Bank verfolgt mit dem Konsequenzenmanagement das Ziel, für angemessene und transparente Entscheidungen zu sorgen. Jede*r Mitarbeitende soll sich fair und gerecht behandelt fühlen. Wir sehen einen engen Zusammenhang zwischen der Art und Weise, wie die Bank das erwartete Verhalten ihrer Mitarbeitenden verstärkt, wie bei der Vergütung Risiko und Verhalten berücksichtigt werden und welche Konsequenzen für Mitarbeitende entstehen, die nicht die Erwartungen der Bank erfüllen.

Die nachstehende Tabelle gibt Aufschluss über die Anzahl der Disziplinarmaßnahmen in den Kalenderjahren 2019 und 2020 in der Deutschen Bank, die hauptsächlich Verhalten am Arbeitsplatz und Arbeitsprozesse betreffen.

Interne Disziplinarmaßnahmen 2020  2019
Anzahl 518 681
Anteil an Belegschaft 0,7% 0,9%

Hinweis: Polen und Postbank nicht enthalten

Mit voller Unterstützung des Management Boards wurde im Jahr 2020 das bestehende Rahmenwerk zum Konsequenzenmanagement überarbeitet. Mit den eingeführten Verbesserungen stellt die Deutsche Bank sicher, dass arbeitsrechtliche Konsequenzen fair, angemessen, ausgewogen und belastbar sind. So wurde im August 2020 das „Strengthening Consequence Management“-Programm auf den Weg gebracht, mit dem Ziel, die Belegschaft der Bank über ihren Ansatz zu informieren und mittels Praxisbeispielen greifbar zu machen.

Im Rahmen des Programms wurden fünf Workstreams eingerichtet (Ergebnisse, Konsistenz und Transparenz, Untersuchungen und Abstimmung des Konsequenzenmanagements, Reichweite des Consequence Managements, Einbindung von Stakeholdern sowie Richtlinien), in denen 18 Themen bearbeitet wurden. Die Teams setzten sich aus Mitarbeitenden der unterschiedlichsten Bereiche der Bank zusammen, einschließlich verschiedener Kontrollfunktionen, um sicherzustellen, dass ein breites Spektrum an Expertise in das Programm einfließt.

Zu den wichtigsten Zielen gehörten folgende: Konsistenz und höhere Transparenz der Ergebnisse des Konsequenzenmanagements, eine frühe und effiziente Verzahnung der Arbeit der internen Nachforschung und dem Konsequenzenmanagement sowie eine Vergrößerung dessen Reichweite in der gesamten Bank.

Im Rahmen des Programms wurden 13 wesentliche Verbesserungsmaßnahmen identifiziert und genehmigt. So wurden etwa spezialisierte, sogenannte Consequence Management Advisory Groups ins Leben gerufen, die sich mit signifikanten und kritischen Fällen befassen und es wurde ein Gremium von Entscheidungsträgern für arbeitsrechtliche Maßnahmen und Sanktionen geschaffen. Darüber hinaus wurden die Auswirkungen auf die Vergütungsbänder in Abhängigkeit von der Schwere einer Verfehlung verschärft, was sich auch auf Beförderungsmöglichkeiten auswirkt.

Weiterhin erweitert die Bank ihr Rahmenwerk um Sachverhalte, die noch nicht den Tatbestand einer Pflichtverletzung erfüllen, um auf diese Weise die Unerwünschtheit solcher Verhaltensweisen noch tiefer in der Kultur der Bank zu verankern. Zudem hat die Bank auch ihre Prozesse, Governance und Aufsicht über die Entscheidungsfindung rund um das Thema Forfeiture and Suspension Review verbessert.

Stefan Simon

Eine starke Bank ermutigt nicht nur zu richtigem Verhalten sondern definiert klare Konsequenzen für den Fall, dass Vorgaben nicht eingehalten werden. Mit unserem Rahmenwerk zum Consequence Management verfolgen wir das Ziel, klare Erwartungen zu formulieren, unsere Versprechen einzulösen und alle Mitarbeitenden fair und gleich zu behandeln.

- Stefan Simon, Chief Administrative Officer und Mitglied des Vorstands

Um diese Verbesserungen und Ergebnisse in Zukunft besser steuern zu können, wurde das Operating Model des Konsequenzenmanagements durch die Zusammenlegung der Suitability- und Consequence Management-Teams weiter gestärkt. Die Leitung des Teams ist nun im HR Executive Committee vertreten – in Anerkennung der Bedeutung des Themas für die Ermutigung von Mitarbeitenden zu unternehmerischem Handeln und zum Eingehen angemessener Risiken bei gleichzeitigem Bewusstsein dafür, zu welchen Konsequenzen Verfehlungen führen.

Die Bank ist überzeugt, dass die Verbesserungen beim Konsequenzenmanagement zu größerer Konsistenz im Hinblick auf faire, berechenbare und transparente Ergebnisse führen, was zu einer besseren Compliance seitens der Mitarbeitenden beitragen und unsere Kultur sowie unser Arbeitsumfeld verbessern wird.