Grußwort von Michael Ilgner –
Personalchef und Leiter Immobilienmanagement

Was wir aus der Pandemie lernen können

Mit unserem Personalbericht geben wir Ihnen jedes Jahr einen umfassenden Überblick, wie wir für unsere Mitarbeitenden das bestmögliche Umfeld schaffen, um erfolgreich zu sein. 

Unsere Bank tritt in die nächste Phase ihrer Entwicklung ein, hin zu nachhaltiger Profitabilität. Und dazu gehört die Bereitschaft, stets hinzuzulernen und offen zu sein für Neues. Dazu zählt auch, dass wir die Art und Weise, wie wir arbeiten, grundlegend verändern werden.

Dabei haben uns die Erfahrungen aus der Pandemie sehr geholfen. Zwei Jahre ist es her, dass ein großer Teil unserer Mitarbeitenden quasi über Nacht die bis dahin gewohnte Arbeitsumgebung mit dem Schreibtisch zuhause tauschen musste. Für viele war das neu. Und auch technisch war es zunächst eine Herausforderung, aber unser Geschäft lief weitgehend reibungslos weiter. Unseren Kund*innen konnten wir weiterhin den Service bieten, den sie auch zuvor gewohnt waren. Die Ergebnisse unserer bankweiten Mitarbeiterbefragung zeigten, dass sich die Verbundenheit mit der Bank und das Engagement der Mitarbeitenden auf einem Rekordniveau bewegten. Wie war das möglich?

Ein neues Verständnis von Mitarbeiterführung

Durch die Pandemie mussten viele Führungskräfte ihren Managementstil anpassen. Diejenigen, die zuvor gern jede Aufgabe kontrolliert oder sich schwer damit getan hatten, Entscheidungen abzugeben, mussten ihren Teams nun mehr zutrauen. Führungskräfte mussten flexibel und einfühlsam auf die Bedürfnisse ihrer Teammitglieder eingehen, weil alle zusehen mussten, wie sie unterschiedliche Verpflichtungen miteinander in Einklang bringen konnten. Zudem blieben das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit der Mitarbeitenden nicht weiter Randthemen, sondern rückten ins Zentrum der Aufmerksamkeit.  

Dass das Thema Führung so in den Mittelpunkt rückte, zahlte sich aus. Die Ergebnisse unserer Mitarbeiterbefragung des Jahres 2020 hatten gezeigt, dass die Indikatoren für Engagement und Verbundenheit sehr hoch waren und unsere Mitarbeitenden sich gut betreut fühlten. Und diese Ergebnisse waren auch in der Befragung 2021 auf hohem Niveau.

Ein Beweis, wie wichtig regelmäßige Gespräche sind

Ein Gespräch kostet nichts, kann aber enorm wirkungsvoll sein. Wenn wir die Daten aus unserer Mitarbeiterbefragung ansehen, wird klar: Miteinander zu sprechen, hat positive Auswirkungen auf alle unsere Befragungsergebnisse und bringt uns besser voran als alles andere. Es ist eine simple Sache und wird leicht übersehen, aber die Pandemie hat uns gezwungen, mehr zu kommunizieren.

Wir haben in den vergangenen Jahren in der Bank eine Kultur aufgebaut, in der Dinge offen angesprochen werden können (Speak-up-Kultur), und davon profitieren wir messbar. Auch dass wir eine stärkere Feedback-Kultur, gefördert haben, hat zu mehr Engagement, Motivation und Verbundenheit mit der Bank geführt. Das zeigen die vierteljährlichen Befragungen unserer Belegschaft. Ebenso wurde deutlich, welch großen Einfluss Wertschätzung und Anerkennung haben – kleine Gesten können viel bewegen.

Netzwerke sind wichtig und ihre Bedeutung ist nicht zu unterschätzen

Die Corona-Pandemie hat einiges bestätigt, wovon wir schon vorher überzeugt waren. Doch zugleich hat sie uns auch neue Erkenntnisse gebracht. Mehr darüber werden Sie im vorliegenden Personalbericht lesen. Im Mittelpunkt unserer Personalstrategie steht die Art und Weise, wie wir uns mit anderen Menschen verbinden und wie wir zusammenarbeiten.

Mitarbeitende, die bereits vor der Pandemie über gute Netzwerke verfügten, konnten mit den Veränderungen der Arbeitsmethoden gut umgehen und fast so weitermachen wie zuvor. Mitarbeitende, die hingegen neu in die Bank gekommen sind, mussten ihre Netzwerke in einer virtuellen Umgebung aufbauen – und hier hat sich deutlich gezeigt, wie wichtig die richtigen Arbeitsmittel sind, die Tools zum Zusammenarbeiten.

Eine Schlüsselrolle spielt auch ein Arbeitsumfeld, in dem man sich willkommen fühlt. Bei der Zukunft der Arbeit spielt IT durchaus eine wichtige Rolle, denn sie macht es möglich, produktiv zu sein – sei es im Büro, in der Filiale oder zu Hause.

Vielfältiger werden und alle miteinbeziehen – wir alle können noch mehr beitragen

Jeden Tag erleben wir, wie wertvoll unterschiedliche Perspektiven sind, besonders wenn es um komplexe Themen geht. Deswegen ist es ein fortwährendes Ziel der Bank, vielfältiger zu werden, vor allem auf den höheren Management-Ebenen. Wir haben uns mit Blick auf die Förderung von Frauen in Führungspositionen aber auch neue Ziele gesetzt und unsere Bemühungen verstärkt Schwarze Kolleg*innen in der Bank anzusprechen.

Außerdem hat sich ganz klar gezeigt, dass unsere Mitarbeitenden auch beim Thema Teilhabe einen Gang höher schalten möchten. Sei es, wenn es darum geht, unbewusste Vorbehalte und Vorurteile zu bekämpfen, Besprechungen so zu leiten, dass sich alle einbezogen fühlen, oder offen mit Behinderungen und kognitiven Unterschieden umzugehen. Das Einschalten der Kamera bei virtuellen Besprechungen kann also einen großen Unterschied machen, wenn die persönliche Interaktion fehlt.

Wir haben mit unserem Ansatz, die besten Talente für die Bank zu gewinnen, sie zu halten und weiterzuentwickeln seit der Pandemie Fortschritte gemacht und werden weiter daran arbeiten. Im Mittelpunkt unserer Strategie steht ein starkes Führungsverständnis, das auf Vertrauen, Zusammenarbeit und Empathie beruht. Wir begreifen Lernen nicht als vorgegebenen Pfad – vielmehr ist er weniger strukturiert als je zuvor. Also müssen wir unsere Lernkultur anpassen und dafür sorgen, dass unsere Mitarbeitenden sich die Zeit nehmen, selbstbestimmt und voneinander zu lernen.

Das Fundament, das all dies möglich macht, ist ein vielfältiges und inklusives Umfeld, in dem sich jeder wertgeschätzt fühlt und sich einbringen kann. Wenn wir all dies schaffen, stärken wir auf diese Weise auch die Verbindungen, die zwischen Teams und Ländern bestehen, und die unser Konzept der „Globalen Hausbank“ so leistungsstark machen.

Mit Blick auf unsere Strategie für Mitarbeitende und Arbeitsorte wird klar, dass wir von der Frage nach dem “Wo” zum “Wie” wechseln wollen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie wir führen, zusammenarbeiten und lernen. Wir können unsere Denkweise dahingehend entwickeln, dass wir unsere Mitarbeitenden nicht mehr bitten, an etwas zu arbeiten, sondern sie dazu ermutigen, auf etwas hinzuarbeiten – verbunden mit einem klaren Sinn und Zweck und der Konzentration auf die Frage nach dem “Warum”.

Wir freuen uns darauf, Sie über unsere Fortschritte auf dem Laufenden zu halten.

Michael Ilgner
Personalchef und Leiter Immobilienmanagement