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Chancen eröffnen
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Mikrofinanzierung und Social Venture Funds
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Als besonders wirkungsvoll zur Armutsbekämpfung haben sich Mikrofinanzinstrumente erwiesen, bei denen wir unsere Kernkompetenz als Finanzdienstleister einsetzen. Oft genügt zum Aufbau einer unternehmerischen Existenz beispielsweise schon ein Startkapital von rund 50 US-$.
Schon vor mehr als zehn Jahren hat die Deutsche Bank deshalb als erste Bank weltweit einen speziellen Mikrofinanzfonds aufgelegt. Damit bekommen viele Menschen einen Zugang zum Kapitalmarkt, auch wenn sie über keine materiellen Sicherheiten verfügen. Mittlerweile arbeiten wir weltweit mit rund 100 Mikrofinanzinstituten zusammen. Im Mittelpunkt steht dabei das Ziel, Mikrofinanzinstitute zu unterstützen, die kosteneffektiv und wirtschaftlich nachhaltig arbeiten und wirklich den Interessen der Armen dienen.
Insgesamt mehr als eine Milliarde Dollar wurde bisher mit Hilfe unserer Partner an 2,2 Millionen Kreditnehmer verteilt. In den damit finanzierten Projekten und mittelständischen Betrieben entstanden zahlreiche neue Arbeitsplätze. Auf diese Weise konnten wir helfen, die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen in vielen Regionen zu stärken, und so einen Beitrag zur positiven Entwicklung ganzer Volkswirtschaften leisten.
Vielen potenziellen Unternehmern und Unternehmerinnen in Entwicklungsländern fehlen die nötigen finanziellen Mittel, um ihre Pläne zu verwirklichen. Der Zugang zu regulären Krediten bleibt ihnen meist versperrt, weil sie keine Sicherheiten bieten können. Genau hier setzen Mikrofinanzinstitute an. Mit der Vergabe von Kleinstkrediten ermöglichen sie auch den Ärmsten den Schritt in die finanzielle Unabhängigkeit. Sie leisten damit einen entscheidenden Beitrag zur Selbsthilfe, damit die betroffenen Menschen sich aus dem Kreislauf der Armut befreien können. Manchmal genügen bereits 50 oder 100 US-$, damit sich die Kleinunternehmer in spe ein Stück Land kaufen oder einen kleinen Laden eröffnen können. In den meisten Entwicklungsländern ist die Ausfallquote bei diesen Krediten mit rund einem Prozent extrem niedrig und erlaubt damit eine schnelle Neuvergabe der Gelder.
Die Deutsche Bank ist von Mikrokrediten als besonders wirksames Entwicklungshilfeinstrument überzeugt. Deshalb engagieren wir uns schon seit 1997 in diesem Bereich mit dem Deutsche Bank Microcredit Development Fund. Inzwischen arbeiten wir mit fast 100 Mikrofinanzinstituten in 41 Ländern zusammen, die insgesamt ein Portfolio von rund 165 Millionen Dollar managen. Dabei ist es uns besonders wichtig, nicht nur Kapital bereitzustellen, sondern auch unser Finanz-Knowhow und unsere Beziehungen einzubringen, damit dieser noch junge Industriezweig weiter gestärkt wird und Best Practices hinsichtlich Transparenz und des sozialen Grundgedankens geschaffen werden.
Mit dem Global Commercial Microfinance Consortium hat die Deutsche Bank 2005 den weltweit ersten Mikrofinanzfonds gegründet, der sich speziell an institutionelle Investoren wandte und Finanzierungen in Landeswährungen anbot. Der Fonds in Höhe von 80 Millionen Dollar vereinte zwölf institutionelle Investoren, darunter Munich Re, AXA, Hewlett-Packard sowie die französischen, britischen und US-amerikanischen Entwicklungsministerien. Durch das Konsortium konnten wir insgesamt 47 Kredite in 24 Ländern vergeben.
Mit dem Fonds „db Microfinance-Invest Nr. 1“ haben wir 2007 ein Finanzprodukt entwickelt, das zum ersten Mal an die Bedürfnisse von Privatkunden, die gezielt in Nachhaltigkeitsprodukte investieren wollen, angepasst ist. Gleichzeitig ist dies die weltweit erste Verbriefung von Mikrokrediten mit externem Rating. Bis heute wurden bereits Schuldverschreibungen im Wert von 87 Millionen Dollar gezeichnet, davon circa 52,2 Millionen Dollar von Privatkunden der Deutschen Bank. Investitionen in Höhe von 5,8 Millionen Dollar steuerte die Deutsche Bank selbst bei.
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Mit diesem Instrument konnten in Kooperation mit 21 Mikrofinanzinstituten bereits schätzungsweise mehr als 100 000 Kredite in 15 Schwellen- und Entwicklungsländern vergeben werden.
Kurzfristige Hilfsleistungen für Menschen in Not stützen sich bei der Finanzierung meist noch auf das klassische Spendenwesen. Langfristige und nachhaltige Lösungen – etwa in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Energie – müssen aber auf der Basis wirtschaftlich tragfähiger Konzepte entwickelt werden.
Die Antwort darauf lautet: Social Venture Funds, für die sich die Deutsche Bank mit Krediten und Investitionen, vor allem aber auch mit ihrem Finanz-Know-how engagiert. Dank zahlreicher von der Deutschen Bank aufgelegten Fonds können Initiativen, die den sozialen Fortschritt fördern, zu weit günstigeren Konditionen Kapital erhalten, als dies über konventionelle Finanzierungsformen der Fall wäre.
Besonders wichtig ist uns bei allen Social Venture Funds, dass der soziale Nutzen im Vordergrund steht, nicht der kommerzielle.
Ein typisches Beispiel für einen Social Venture Fund ist der „Eye Fund“ der Deutschen Bank. Der Fonds wird voraussichtlich 2009 geschlossen und soll Finanzierungshilfe beim Ausbau von Augenkliniken in armen Regionen auf der ganzen Welt leisten. Über den Fonds erhalten Augenkliniken zukünftig Finanzierungshilfen für Geschäftsmodelle, die kostenlose oder -günstige Operationen sehbehinderter bedürftiger Patienten ermöglichen. Die Betroffenen erhalten dadurch ihre Unabhängigkeit zurück und können ihren Lebensunterhalt wieder selbst verdienen. Über den „Eye Fund“ will die Deutsche Bank in Entwicklungsländern das Angebot an Augenoperationen deutlich verbessern, um Millionen blinder Menschen zu helfen, die derzeit keinerlei Zugang zu diesen Leistungen haben.
Mehr als die Hälfte aller Operationen sowie 42 Prozent der ambulanten Behandlungen können zukünftig mit Hilfe des „Eye Fund“ in diesen Kliniken gratis oder zumindest sehr kostengünstig durchgeführt werden.
E+Co ist eine gemeinnützige Organisation, die Klein- und mittelständische Betriebe dabei unterstützt, Privathaushalte, Unternehmen und Kommunen in Entwicklungsländern mit sauberer und kostengünstiger Energie zu versorgen. Neben Finanzierungshilfen bietet E+Co den betreuten Unternehmen technischen support und berät sie in Managementfragen. Mithilfe eines zinsgünstigen Kredits der Deutschen Bank in Höhe von 400 000 US-$ finanziert E+Co derzeit ein Unternehmen für Solar-Fotovoltaikanlagen in Nepal sowie einen Hersteller von Keramikauskleidungen für energieeffiziente Öfen in Ghana. Durch die Entwicklung effizienter und technisch einfacher Lösungen sollen diese Unternehmen den Energiebedarf vor Ort decken und die wirtschaftliche Entwicklung der Region vorantreiben.
NewGlobe Schools setzen mit ihrem Franchisemodell für Schulen in privater Trägerschaft eine innovative Strategie um, die Kindern armer Familien in Afrika eine erstklassige Schulausbildung ermöglicht. Das Unternehmen richtet sich an Kinder aus Familien mit einem Tageseinkommen von weniger als 3 US-$, eine Zielgruppe in einem riesigen, bisher vollkommen unerschlossenen Markt, nicht nur in Kenia, sondern in ganz Afrika. Mithilfe eines Kredits der Deutschen Bank über 150.000 US-$ erarbeitet NewGlobe Schools derzeit in Kenia ein Konzept, das die Eröffnung der ersten drei Schulen und die Ausbildung der Lehrer umfasst.
Das Seedco Fisheries Assistance Center unterstützt an der Golfküste der Vereinigten Staaten den Wiederaufbau der Fischereiwirtschaft nach den verheerenden Zerstörungen durch den Hurrikan Katrina. Die Ärmsten der Armen werden von Naturkatastrophen in der Regel nicht nur am härtesten getroffen, sie leiden auch am längsten an den Folgen, da sie es häufig nicht aus eigener Kraft schaffen, sich eine neue Existenz aufzubauen. Der ganzheitliche Ansatz von Seedco umfasst Beratung (beim Wiederaufbau der Unternehmen mit modernen Anlagen und Marketingstrategien) genauso wie Finanzierung (von Reparaturen von Schiffen und Docks). Die Beratung ermöglicht den Betrieben auch die Umsetzung von beispielhaften Methoden innovativer und umweltfreundlicher Fischereitechniken. Mit einem Darlehen der Deutschen Bank in Höhe von 250.000 US-$ wurde ein von Seedco verwalteter Fonds für revolvierende Kredite zugunsten der Fischerei-Industrie an der Golfküste aufgelegt.
Weiterführende Links
„Mit Respekt und Würde“ - Ein Gespräch mit Shafiq Choudhury über die Rahmenbedingungen der Mikrofinanzierung
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E+Co
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NewGlobe Schools
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Seedco
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Zahlen und Fakten
- Mehr als eine Milliarde Dollar wurde bisher mit Hilfe der Mikrofinanzpartner der Deutschen Bank an 2,2 Millionen Kreditnehmer vergeben
- Rund 30 000 Aidswaisen in Afrika unterstützt die Deutsche Bank derzeit in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnerorganisationen
- Die Deutsche Bank fördert SOS-Kinderdorf e. V. finanziell und durch das vielfältige persönliche Engagement ihrer Mitarbeiter
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