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Im Dritten Reich 
1933 - 1945

Mit der Machtübernahme Hitlers begann das dunkelste Kapitel der Geschichte der Deutschen Bank. Nach zwölf Jahren national­sozia­lis­tischer Herrschaft und sechs Kriegs­jahren stand die Bank nicht nur selbst am Abgrund, sie war auch zum Instrument des NS-Staats geworden.

Zeitschrift der Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation
Zeitschrift der National­sozialis­tischen Betriebs­zellen­organisation
Obgleich ihre führenden Vertreter mit der national­sozia­lis­tischen Ideologie kaum überein­stimmten, ordneten sie sich den rassistischen Zielen des Regimes von Anfang an wider­stands­los unter; zu groß war das Gefühl von Ohnmacht und Schwäche, das die Folgen der Banken­krise von 1931 und die banken­feindliche Ideologie führender National­sozialisten bei ihnen hinter­lassen hatten. Anpassung und Kompromiss­bereit­schaft schien ihnen das Gebot der Stunde. So wurden bis 1934 die drei Mitglieder des Vorstands, die die neuen Macht­haber als Juden definierten, aus diesem Gremium verbannt. Lediglich im Aufsicht­srat duldete man noch bis 1938 einen jüdischen Kollegen.

Was mit der Entlassung der jüdischen Angestellten seinen Anfang nahm, setzte sich bald mit der so genannten "Arisierung" jüdischer Unter­nehmen fort. Ihren Höhe­punkt erreichte die Verdrängung der jüdischen Bevölkerung aus dem Wirtschafts­leben im Jahr 1938, als ihr nach einer Serie von Verordnungen und Gesetzen jede wirtschaftliche Tätigkeit untersagt wurde. Als Vermittler und Kredit­geber war die Deutsche Bank bis Ende 1938 an mindestens 363 "Arisierungen" beteiligt.

Als der nationalsozialistische Staat 1938 damit begann, jüdische Vermögenswerte systematisch zu überwachen und einzufrieren, waren die jüdischen Kunden der Deutschen Bank wie aller anderen Kredit­institute davon betroffen. Bis zum Kriegs­ende wurden nahezu alle Konto­gut­haben und Depot­werte jüdischer Kunden an das Deutsche Reich abgeführt. Gedeckt wurde dieser Ent­eignungs­prozess durch ein perfektes System von Gesetzen und Ver­ordnungen, die dem staatlichen Raub­zug einen legalen Anschein gaben. Direkter Wider­stand gegen das geltende NS-Recht wurde nicht geübt - allerdings wäre dies auch sehr gefährlich gewesen, wie das Beispiel zweier Direktoren der Deutschen Bank zeigt, die allein wegen "defaitistischer" Äußerungen 1943 hingerichtet wurden.

Noch vor Beginn des Zweiten Weltkriegs nutzte die Deutsche Bank die aggres­sive Expansion des Deutschen Reichs nach Österreich und in die Tschecho­slowakei, um neue Nieder­lassungen und Betei­ligungen an dort bestehenden Kredit­instituten zu erwerben. Nach Kriegs­beginn wurde diese geschäftliche Ausdehnung auch in den besetzten Ländern West- und Südost­europas fort­gesetzt.

Als international tätige Bank, die über eine Nieder­lassung in der neutralen Türkei verfügte, war die Deutsche Bank in den Jahren 1942 bis 1944 auch in die Gold­trans­aktionen des Deutschen Reichs ein­bezogen.
Die Deutsche Bank erwarb von der Reichs­bank in dieser Zeit 4.446 kg Gold, die sie in Istanbul weiter­verkaufte. Wie die Recherchen der 1997 berufenen unabhängigen Historiker­kommission zur Erforschung der Geschichte der Deutschen Bank in der NS-Zeit ergaben, stammten mindestens 744 kg dieses Goldes von Opfern des Holocaust. Die Frage, ob die Bank von der Herkunft dieses Goldes wusste, konnte jedoch nicht eindeutig geklärt werden.

Deutsche Bank Filiale Kattowitz
Deutsche Bank Filiale Kattowitz
Die Untersuchungen der unab­hängigen Historiker­kommission ergaben außerdem, dass die Filiale Kattowitz und die ihr unter­stellten Zweig­stellen während des Krieges Kredite an Baufirmen vergeben hatten, die in Auschwitz beim Bau des IG-Farben-Werks und des Konzentrations­lagers tätig waren.

Die Deutsche Bank bekennt sich zu ihrer ethisch-moralischen Verant­wortung. Sie beteiligte sich daher nicht nur an der gemeinsamen Stiftung der deutschen Wirtschaft und der Bundes­regierung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft", sondern unternimmt auch alle Anstrengungen, ihre Vergangen­heit lücken­los und kritisch auf­arbeiten zu lassen.
 
1933-34
Die jüdischen Vorstandsmitglieder Oscar Wassermann, Theodor Frank und Georg Solmssen müssen aus dem Vorstand ausscheiden

1937
Der Firmenname lautet wieder "Deutsche Bank"

1938
Höhepunkt der "Arisierungen" - bis zum November 1938 ist die Deutsche Bank an 363 "Arisierungen" beteiligt

Übernahme der sudetendeutschen Filialen der Böhmischen Union-Bank, Prag, und der Deutschen Agrar- und Industriebank, Prag

1939
Die Mehrheit des Aktienkapitals der Böhmischen Union-Bank befindet sich im Besitz der Deutschen Bank

1941
Beteiligung am Bankverein AG in Belgrad und am Bankverein für Kroatien in Zagreb

1942
Mehrheitsbeteiligung an der Creditanstalt-Bankverein in Wien

1942-43
Kriegsbedingt werden 82 Filialen und 54 Depositenkassen geschlossen

1945
Schließung der Zentrale der Bank in Berlin und der Niederlassungen in der sowjetisch besetzten Zone


Corporate Social Responsibility
Das CSR-Portal gibt einen umfassenden Überblick über das gesellschaftliche Engagement der Deutschen Bank und ihrer Stiftungen. [mehr]
Geschichte des Logos
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Niedersächsisches Münzkabinett
Das im Jahr 1983 von der Deutschen Bank erworbene Niedersächsische Münzkabinett umfasst über 40.000 numismatische Objekte des Mittelalters und der Neuzeit. [mehr]
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