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Im Kaiserreich
1870 - 1918
Als die Idee zur Gründung der Deutschen Bank 1870 Gestalt annahm, geschah dies in einer Zeit des Umbruchs im Bankwesen: Die Finanzbedürfnisse der Industrie wuchsen im Zuge der Industrialisierung und verlangten nach einer Weiterentwicklung des traditionellen Bankgeschäfts.
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Adelbert Delbrück |
In Berlin zeigte sich eine Reihe von Privatbankiers neuen Ideen gegenüber aufgeschlossen; ihre treibende Kraft war Adelbert Delbrück, der als der "eigentliche Gründer" der Deutschen Bank gilt. Am 22. Januar 1870 wurde das Statut verabschiedet, und am 10. März 1870 erteilte die preußische Staatsregierung die Konzession. Es war die letzte Konzession für eine Aktienbank in Preußen, denn noch im selben Jahr wurde der Konzessionszwang aufgehoben.
Das Statut hob die Bedeutung des Auslandsgeschäftes hervor: "Der Zweck der Gesellschaft ist der Betrieb von Bankgeschäften aller Art, ins Besondere Förderung und Erleichterung der Handelsbeziehungen zwischen Deutschland, den übrigen Europäischen Ländern und überseeischen Märkten." Das unmittelbare Ziel war, sich bei der Finanzierung des deutschen Außenhandels von der Vorherrschaft englischer Banken zu lösen. Konsequent wurde von Anfang an das internationale Geschäft aufgebaut. Zwischen 1871 und 1873 eröffnete die Deutsche Bank fünf Filialen: in Bremen und Hamburg sowie in Yokohama, Shanghai und London.
Die Gründer waren weitblickend, als sie den Namen "Deutsche Bank" wählten. Aber sie ahnten nicht, dass sie sich selbst eine harte Konkurrenz schufen. Denn da die Außenhandelsfinanzierung auf Dauer allein nicht tragfähig war, suchte die neu gegründete Bank bald nach weiteren Geschäftsfeldern.
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Erste Aktie der Deutschen Bank |
Schon im Jahr der Gründung nahm die Bank Depositen "in barem Geld" an. Das klingt heute selbstverständlich, aber für das deutsche Bankwesen war es eine revolutionär anmutende Neuerung. Die Bank brauchte ein solides Standbein und fand es im Depositengeschäft. Georg von Siemens, einer der beiden ersten Direktoren und einer der Großen in der Geschichte der Deutschen Bank, hat dies sogleich erkannt. Mit der Förderung dieses Geschäftszweigs hat er nicht nur seinem Institut eine breite Kapitalbasis verschafft, sondern auch dem Einlagengeschäft in Deutschland zum Durchbruch verholfen.
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Erste Geschäftsräume in der Französischen Straße in Berlin |
Das erste Büro der Deutschen Bank, in dem sie am 9. April 1870 ihre Geschäftstätigkeit aufnahm, befand sich in der Französischen Straße 21 in Berlin, in der ersten Etage eines unscheinbaren Hauses. Dort blieb sie jedoch nur für gut ein Jahr und zog dann mit inzwischen rund fünfzig Angestellten in die unmittelbare Nähe der Berliner Börse um. Seit 1876 entstand der Gebäudeblock der Zentrale im Straßengeviert um Behrenstraße, Mauerstraße und Französische Straße, dessen Ansicht mit den beiden Schwibbogen eine Art Wahrzeichen der Bank werden sollte.
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Erste Berliner Zentrale der Deutschen Bank |
Die ersten Jahrzehnte der Deutschen Bank standen im Zeichen einer raschen Expansion. Gespür für aussichtsreiche Geschäfte verband sich mit einem sicheren Empfinden für das Risiko. In den achtziger Jahren begann das Emissionsgeschäft an Bedeutung zu gewinnen, und in den neunziger Jahren erfuhr es einen bedeutenden Aufschwung. Die Bank war wesentlich am Aufbau der deutschen Elektroindustrie beteiligt, gewann aber auch eine starke Position in der Eisen- und Stahlindustrie. Ein starkes Fundament im Inland machte Finanzierungen im Ausland möglich, die zum Teil über Jahrzehnte hinweg die Aufmerksamkeit der Bank beanspruchten - bekanntestes Beispiel dafür ist die Bagdadbahn.
In der zweiten Hälfte der neunziger Jahre begann eine neue Stufe der Ausdehnung der Bank. Sie verbündete sich mit bedeutenden Regionalbanken, die ihr den Weg in die wichtigsten Industriereviere Deutschlands öffneten. Sogenannte Interessengemeinschaften waren damals Kennzeichen der Konzentration im deutschen Bankwesen. Eigene Filialen waren für die Deutsche Bank zu dieser Zeit noch immer selten: Frankfurt am Main kam 1886, München 1892, Dresden und Leipzig 1901 hinzu.
Daneben erkannte die Bank schon bald den Nutzen von Spezialinstituten zur Förderung des ausländischen Geschäfts. Sowohl bei der Gründung der Deutschen Ueberseeischen Bank 1886 als auch bei der Beteiligung an der Gründung der Deutsch-Asiatischen Bank drei Jahre später stand zwar sanfter Druck des Auswärtigen Amtes im Hintergrund, aber die im Umfeld schwieriger Märkte erfolgreiche Tätigkeit beider Institute zeigte, dass sie durchaus ihre Existenzberechtigung hatten.
Als die "Frankfurter Zeitung" im Frühjahr 1914 ihren Lesern die Deutsche Bank als die "größte Bank der Welt" vorstellte, markierte sie damit den Höhepunkt, aber zugleich auch den Abschluss einer Entwicklung. Für visionäre Kraft, die einst manches mutige Unternehmen angetrieben hatte, ließ die Kriegszeit keinen Raum.
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1870 Gründung der Deutschen Bank in Berlin
1871-72 Erste Filialen in Bremen und Hamburg
1873 Eröffnung der Filiale London; bis zu ihrer kriegsbedingten Schließung 1914 wichtigste Auslandsniederlassung.
1876 Übernahme des Berliner Bank-Vereins und der Deutschen Union-Bank
1883 Beteiligung an der Northern Pacific Railroad Company
1886 Gründung der Deutschen Ueberseeischen Bank
Eröffnung der Filiale Frankfurt am Main
1888 Einstieg in das türkische Eisenbahngeschäft. Die türkische Regierung erteilt einem Konsortium unter Führung der Deutschen Bank die erste Konzession für den Bau und Betrieb der Anatolischen Eisenbahn, die Istanbul mit Ankara verbindet.
1889 Gründung der Deutsch-Asiatischen Bank
1892 Eröffnung der Filiale München
1894 Beteiligung an der Gründung der Banca Commerciale Italiana
1901 Eröffnung von Filialen in Leipzig und Dresden
1903 Konzessionsunterzeichnung für den Bau der Bagdadbahn
Erwerb der rumänischen Erdölgesellschaft Steaua Romana
1905/06 Eröffnung von Filialen in Nürnberg und Augsburg
1909/10 Eröffnung von Filialen in Istanbul und Brüssel
1914 Übernahme der Bergisch Märkischen Bank in Elberfeld und deren Filialen im rheinisch-westfälischen Industrierevier
1917 Übernahme des Schlesischen Bankvereins in Breslau und der Norddeutschen Creditanstalt in Königsberg
Beteiligung an der Gründung der Universum Film Aktien-Gesellschaft (UFA)
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Corporate Social Responsibility
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Niedersächsisches Münzkabinett
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