Erhalt und Schutz der Umwelt
Sensoren für eine saubere Umwelt: Endress+Hauser Conducta revolutioniert die Messtechnik
Gerlingen, 5. November 2009 - Ob Chlor, Nitrat oder Phosphat – Schadstoffe, die die Umwelt belasten, sind an vielen Stellen zu finden. Um unser empfindliches Ökosystem effektiv schützen zu können, sind präzise Untersuchung unerlässlich. Allerdings sind die bisher üblichen analogen Messgeräte für Flüssigkeitsanalysen nicht selten anfällig für Störungen, so dass Untersuchungen vor allem in feuchter und schmutziger Umgebung schwierig und unzuverlässig sind. Das Gerlinger Unternehmen Endress+Hauser Conducta hat dieses Problem jetzt gelöst: Ihre Memosens-Technologie ermöglicht eine kontaktlose und damit robuste und sichere Übertragung der analysierten Daten ins Labor. Das geschieht digital und direkt, beispielsweise auch von den unzugänglichen Stellen in einer Kläranlage. Unabhängig von äußeren Einflüssen besteht damit auch über lange Distanzen eine störungsfreie Verbindung. Memosens gilt als Revolution in der Messwerttechnik, die international für Aufsehen sorgt und sich in allen Industriebranchen bewährt.
Die „Analyse für den Umweltschutz“ wurde am 05. November 2009 als „Ausgewählter Ort“ im Land der Ideen ausgezeichnet.
Saubere Lösung: Neuartiger Erdgasbrenner sorgt bei Glasproduktion für reduzierte Emissionen
Essen, 29. September 2009 - Bei der Glasproduktion werden schädliche Stickoxide, sogenannte NOx-Gase, freigesetzt. Zukünftig sollen es weniger sein. Das Gaswärme-Institut (GWI) in Essen hat einen neuen Glasbrenner mitentwickelt und optimiert, dessen NOx-Emissionen um 50 Prozent geringer sind als die herkömmlicher Brenner. Somit wird ein Gesundheitsrisiko reduziert, denn NOx-Emissionen tragen maßgeblich zur Smogbildung und Entstehung sauren Regens bei. Bei direktem Einatmen können sie zudem extrem gesundheitsschädlich sein. Das GWI ist ein gemeinnütziges Forschungsinstitut, das neue und umweltgerechte Lösungen im Bereich der öffentlichen Gasversorgung und Energietechnik entwickelt. Zudem gehört die Erprobung neuer Geräte auf ihre praktische Anwendbarkeit zu seinem Aufgabenbereich. Dabei arbeitet das Institut mit Partnern aus der Wirtschaft zusammen. Der Lampenhersteller OSRAM setzt nun bei der Herstellung von Energiesparlampen auf die neuen Brenner. Eine Neuentwicklung, die uns und unsere Umwelt aufatmen lässt.
Die „Innovativen Brenner für Glas“ wurden am 29. September 2009 als „Ausgewählter Ort“ im Land der Ideen ausgezeichnet.
Gute Gaben: Eine Internetplattform erfüllt Wünsche und hilft Müll zu vermeiden
Oldenburg, 13. September 2009 - Die gute alte Schrankwand aus braunem Deckfurnier ist ihrem Besitzer mittlerweile ein Dorn im Auge. Einige Straßen weiter sucht ein junger Mann jedoch nach genau diesem Möbelstück. Eine nicht-kommerzielle Online-Plattform bringt Angebot und Nachfrage zusammen und hilft somit beiden Parteien bei ihrem jeweiligen Anliegen: Der Internet-Verschenkmarkt bietet allen Nutzern die Möglichkeit, kostenlos ein Inserat aufzugeben und so gebrauchte Dinge an Menschen aus der Region zu verschenken. Alle Beteiligten profitieren dabei: Der Schenker schafft in seiner Wohnung Platz für neue Möbelstücke. Gleichzeitig findet der Beschenkte, wonach er lange gesucht hat. Gemeinsam sparen beide Parteien nicht nur Kosten, sondern schonen auch Ressourcen und vermeiden Müll. Denn so landen weniger ausrangierte Gegenstände auf der Deponie. Aus diesem Grund werden die Websites auch von kommunalen Abfallwirtschaftsbetrieben angeboten. Die Umsetzung der Idee verläuft sehr erfolgreich. Mehr als 20 lokale Verschenknetzwerke existieren bereits.
Der „Internet-Verschenkmarkt“ wurde am 13. September 2009 als „Ausgewählter Ort“ im Land der Ideen ausgezeichnet.
Appetit auf CO2: Ein Bioreaktor hilft mit schnell wachsenden Algen Kohlendioxid abzubauen
Karlsruhe, 16. Juli 2009 - Arten wie „Spirulina“ oder „Chlorella“ sind winzig und nützlich: Die Mikroalgen schweben als einzelne Zellen oder in kurzen Zellketten überall dort, wo es Wasser gibt. Sie sind ein Lieferant für Biomasse oder dienen in der Industrie als Grundprodukt für Medikamente, Kosmetika oder Nahrungsmittel. Um kräftig wachsen zu können, brauchen sie Wasser, viel Sonnenlicht und Kohlendioxid, das bei der Energieerzeugung entsteht und für den globalen Klimawandel verantwortlich gemacht wird. Forscher der EnBW und der Subitec GmbH machen sich diese Eigenschaft der Mikroalgen zu Nutze bei ihrem einzigartigen Algenbioreaktor, den Subitec zusammen mit dem Fraunhofer-Institut entwickelt hat. Die Pilotanlage in Eutingen im Gäu im Landkreis Freudenstadt verarbeitet das Kohlendioxid einer Biogasanlage: Die freigesetzten Abgase werden durch die Algenzucht geleitet, in der die Algen das Kohlendioxid entziehen und binden. Die Abfälle der einen Anlage dienen also als Rohstoffquelle für die andere. Eine saubere Sache und gut für die kleinen CO2-Vertilger, die 10 bis 15 mal mehr Kohlendioxid binden als Wald.
Die „Mikroalgen zur CO2-Bindung“ wurden am 16. Juli 2009 als „Ausgewählter Ort“ im Land der Ideen ausgezeichnet.
Land in Sicht: Die Stadt Oldenburg holt die Wattforschung an Land
Oldenburg, 15. Juli 2009 - Leuchtend gelb ragt der Messpfahl bis zu 13 Meter aus dem Wasser. Seit sechs Jahren steht er im Watt nahe der Südspitze Spiekeroogs - fast ein Wahrzeichen für die Insel. Der Mast – insgesamt 40 Meter lang – ist eine Messstation für die Wattforschung. Gutachter sprechen von weltweiter Einzigartigkeit. Die Station registriert ständig Daten, auch bei stärksten Winterstürmen. Schiffe oder andere Geräte können dies nicht leisten. Gerade bei extremen Wetterlagen entscheidet sich etwa, ob das Watt Schlick verliert und sich in Folge dessen die Lebensverhältnisse der im Watt lebenden Organismen ändern. Aus Platz- und Sicherheitsgründen kann die Station von Besuchern nicht betreten werden. Doch dieses Problem hat das Institut für Chemie und Biologie des Meeres der Universität Oldenburg, nun gelöst. Es wird einen Nachbau geben, direkt in der „Stadt der Wissenschaft 2009“ Oldenburg und dort können sich Interessierte umsehen, Messwerte prüfen oder Wissenschaftler befragen – und aus dem Watt lernen.
Die „Wattenmeer-Forschungsstation“ wurde am 15. Juli 2009 als „Ausgewählter Ort“ im Land der Ideen ausgezeichnet.
Immer mehr vom Meer: Klimaforscher holen Unternehmen und Öffentlichkeit für mehr Innovationstransfer ins Boot
Bremerhaven, 09. Juni 2009 - Die meisten Menschen interessieren sich erst seit wenigen Jahren für die Klimaforschung. Doch einige Wissenschaftler sind schon seit Jahrzehnten am Ball. Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung erkundet seit mehr als 25 Jahren die Zusammenhänge zwischen dem Klima und den Ökosystemen zu Land und zu Wasser. Nun hat das Institut in Bremerhaven ein Klimabüro für Polargebiete und Meeresspiegelanstieg gegründet. Es soll vor allem Menschen aus Politik und Wirtschaft über die Veränderung der globalen Umwelt zu informieren – insbesondere über das Abschmelzen der Polkappen. Speziell der Kontakt zur Wirtschaft ist den Forschern sehr wichtig. Denn eines steht für sie fest: Nur durch den Transfer innovativer Technologien von der Forschung in die Unternehmenswelt wird es möglich sein, die maritimen Ressourcen der Erde zu schonen. Auch manche Forschungssysteme lassen sich erst in Kooperation mit Unternehmen effizient entwickeln und betreiben. Gleichzeitig werben die Forscher auf diesem Weg Drittmittel für ihre Arbeit ein – eine wertvolle Geldquelle in Zeiten knapper Etats.
„Innovationen und Meer“ wurde am 09. Juni 2009 als „Ausgewählter Ort“ im Land der Ideen ausgezeichnet.
Alles im Fluss: Die Rückverlegung der Elbdeiche wird von disziplinübergreifender Forschung begleitet
Leipzig, 12. Mai 2009 - Nach den Hochwassern an Elbe und Oder galten kilometerlange Deiche in Deutschland lange als einzig wirksamer Schutz. Doch allein an der Elbe wurden durch den Bau bis zu 80 Prozent des Lebensraums in den Flussauen vernichtet. Mit der Rückverlegung des Elbdeiches ins Land wird der Zerstörung von Flora und Fauna Einhalt geboten: Über 140 Hektar Altaue werden wieder hergestellt, in diesem Umfang eine in Deutschland einmalige Maßnahme. Erstmals haben Experten vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) die Gelegenheit, ein derart großes Projekt wissenschaftlich zu begleiten: Welche Auswirkungen hat die Maßnahme auf die Natur? Was ändert sich für die Menschen im UNESCO-Biosphärenreservat „Flusslandschaft Elbe“? Um gemeinsam mit Kollegen Antworten auf diese Fragen zu finden, hat das UFZ eine interdisziplinäre Forschungsplattform eingerichtet. Forschergruppen werden gemeinsam Zusammenhänge erschließen und die Auswirkungen eingehend analysieren. Ihrer Arbeit kommt für alle groß angelegten Renaturierungsmaßnahmen der Zukunft eine besondere Bedeutung zu.
Das Projekt „Mehr Raum für die Elbe“ wurde am 12. Mai 2009 als „Ausgewählter Ort“ im Land der Ideen ausgezeichnet.
Aus sicherer Quelle: Durch das Pflanzen von Bäumen will ein Verein unsere Trinkwasserversorgung sichern
Hamburg, 24. April 2009 - Mit Hilfe alternativer Energiequellen lassen sich fossile Brennstoffe eines Tages ersetzen. Trinkwasser ist und bleibt hingegen alternativlos und unersetzlich. Deshalb müssen die Wasservorräte der Erde geschützt werden. Der Verein Trinkwasserwald nimmt diese Herausforderung an: Er pflanzt dafür hunderttausende Laubbäume in reinen Nadelwäldern. So entstehen wieder natürliche, artenreiche Wälder, die pro Jahr und Hektar zusätzlich 800 000 Liter Wasser dem Grund- beziehungsweise Trinkwasser dauerhaft zuführen. Dies ist möglich, da Laubwälder im Winterhalbjahr kein Blattwerk haben, an dem Regen oder Schnee haften bleiben kann und dann wieder ungenutzt verdunstet. Zu den Zielen des Vereins gehört es auch, die Bevölkerung für das Thema Trinkwasser zu sensibilisieren. Aus diesem Grund führt er unter anderem öffentliche Pflanz-Aktionen durch, bei denen Kinder und Erwachsene über die Zusammenhänge von Wald und Wasser informiert werden. Auch Firmen, wie die Getränkefirma BIONADE, unterstützen den Verein um durch Trinkwasserwälder den Wasserbedarf für ihr Produkt auszugleichen.
Der „Trinkwasserwald“ wurde am 24. April 2009 als „Ausgewählter Ort“ im Land der Ideen ausgezeichnet.
Ein Haus für Sperlings: Mit Spatzen-Reihenhäusern geben die Hamburger dem Stadtvogel wieder Nistplätze.
Hamburg, 14. April 2009 - Sie sind klein, braun und gehören ebenso zum Stadtbild wie ihre größeren Kollegen die Tauben: Spatzen. Als einer der bekanntesten und am weitesten verbreiteten Singvögel finden sich Spatzen seit über 10.000 Jahren überall dort, wo sich auch der Mensch niedergelassen hat. Sie brüten dabei mit Vorliebe in geschützten Hohlräumen oder in der Nähe von Gebäuden, in Mauerlöchern oder Nischen – von denen es in deutschen Großstädten immer weniger gibt. Mangels fehlender Nistmöglichkeiten hat sich die Population dieser Vogelart in Hamburg bereits um 85 dezimiert. Das hat Bürgerinnen und Bürger der Stadt auf den Plan gerufen: Mit 5000 von Ornithologen entwickelten „Spatzen-Reihenhäusern“ wollen sie den Vögeln wieder Platz zum Brüten und Nisten geben. Unterstützung erhalten die engagierten Hamburger dabei von lokalen Unternehmen wie z.B. der Drogeriekette Budnikowksy, die Patenschaften für die Spatzen-Häuser übernehmen. Auch in Kindergärten und Grundschulen werden Nisthilfen verteilt. Dank dieses vorbildlichen Engagements wird der kleine Sperling auch in Zukunft in der Hansestadt zuhause sein.
Das Projekt „Hamburger retten den Spatzen“ wurde am 14. April 2009 als „Ausgewählter Ort“ im Land der Ideen ausgezeichnet.
Damit die Eichen nicht weichen: Ein Forschungszentrum erarbeitet Strategien für den Wald von morgen
Frankfurt am Main, 09. März 2009 - Der Klimawandel bewirkt, dass die Sommer immer trockener, die Winter immer feuchter und nicht mehr so kalt werden. Das stellt so manche Herausforderung an die Natur. Bäumen, die bisher durchgängig auf ein gewisses Maß an Feuchtigkeit eingestellt waren, wird zunehmend das Wasser knapp. Gerade jungen Pflanzen kann das nachhaltig schaden. An heimischen Stieleichen, an südeuropäischen Eichen und an anderen üblichen Waldbäumen untersucht das Forschungszentrum Biodiversität und Klima nun die Zukunft des Baumbestandes in Mitteleuropa. Dazu setzen die Wissenschaftler die Bäume kontrollierter Trockenheit aus, beobachten aber ebenso ihre Entwicklung auf Freilandgebieten. Ziel ist es, ein bewaldetes Ökosystem in Mitteleuropa auch für die Zukunft zu erhalten. Das kann langfristig heißen, dass südeuropäische Baumarten in hiesigen Breitengraden angebaut werden sollten – ein frühzeitiger Beginn dieses Umbaus sichert dann auch für kommende Generationen das vielfältige Ökosystem Wald.
„Der Wald der Zukunft“ wurde am 09. März 2009 als „Ausgewählter Ort“ im Land der Ideen ausgezeichnet.
Schöpfung im Zeitraffer: Weltweit einmalige Naturforschung im Braunkohlerevier
Cottbus, 08.März 2009 - In der Niederlausitz hat der Braunkohle-Tagebau eine „Mondlandschaft“ hinterlassen. Was den meisten Menschen wie trostlose Ödnis erscheint, ist für Wissenschaftler der Technischen Universität Cottbus ein Forschungsparadies: mit „Hühnerwasser“ haben sie hier das weltweit größte künstliche Wassereinzugsgebiet geschaffen. Auf rund sechs Hektar Braunkohle-Brache entfaltet sich nun unter den Augen der Wissenschaftler Schöpfungsgeschichte im Zeitraffer. Nirgendwo sonst lässt sich derart exakt beobachten, wie sich Flora und Fauna ausbreiten. Der Ökosystem-Forschung bietet sich hier eine einmalige Gelegenheit, um neue Antworten auf immer noch ungelöste Fragen der Geo- und Biowissenschaften zu finden. Zugleich verbindet sich am Hühnerwasser renommierte Grundlagenforschung mit den Herausforderungen der Region: Mit den hier gewonnenen Erkenntnissen lassen sich optimale Lösungen für die Rekultivierung weiterer Tagebau-Areale entwickeln.
Das Projekt „Hühnerwasser“ wurde am 08. März als „Ausgewählter Ort“ im Land der Ideen ausgezeichnet.