20 Jahre Wiedervereinigung: Dieses besondere Jubiläum in diesem Jahr nehmen die Deutsche Bank und die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ zum Anlass, im Rahmen des Wettbewerbs „365 Orte im Land der Ideen“ zusätzlich zu den „Ausgewählten Orten“ jeden Monat einen Sonderpreisträger zu prämieren.
Die Auszeichnung mit dem Titel „Gelebte Einheit“ geht an Ideen, die für das Zusammenwachsen unseres Landes stehen und auf eindrucksvolle Weise vor Augen führen, was die Wiedervereinigung in Deutschland möglich gemacht hat. Sie sind leuchtende Beispiele für die Schaffenskraft im heutigen Deutschland und zeigen als Exzellenzbeispiele, in welcher Vielfalt Einheit in Deutschland 20 Jahre nach dem Mauerfall gelebt wird.
An dieser Stelle stellen wir Ihnen regelmäßig den aktuellen Sonderpreisträger „Gelebte Einheit“ vor.
Sonderpreisträger im Juni: "Grünes Band"
Eine Initiative fördert Naturvielfalt im ehemaligen Todesstreifen.
Fast 40 Jahre lang hieß es „Betreten verboten!“. Heute sind Naturfreunde und Wanderer eingeladen, sich im Grünen Band umzuschauen. Im ehemaligen deutsch-deutschen Grenzgebiet konnten sich viele Tiere und Pflanzen ungestört ansiedeln. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) engagiert sich seit dem Mauerfall dafür, dass dies auch so bleibt – mit Erfolg: Nach der Wende konnte der Naturraum im rund 1400 Kilometer langen Streifen entlang der ehemaligen Grenze weiter ausgedehnt werden. Heute sind dort über 600 bedrohte Flora- und Faunaarten beheimatet, etwa die vom Aussterben bedrohte Wanstschrecke. Deshalb wurde das Gebiet zum Nationalen Naturerbe ernannt.
Neben dem Erhalt und der steten Erweiterung des Naturraums klärt der BUND über das Grüne Band – auch „Tafelsilber der Deutschen Einheit“ genannt – und seine Bedeutung in der Geschichte der Bundesrepublik auf, unter anderem mit Artenschutzprojekten und einer Wanderausstellung. Dieses herausragende Projekt erhält am 14. Juni die Auszeichnung "Ausgewählter Ort" und den Sonderpreis 2010 "Gelebte Einheit".
Sonderpreisträger im Mai: "VKF-Workshop Schloss Quilow"
Ein Verein restauriert Baudenkmäler – und stärkt das Miteinander in Deutschland.
Kirchen, Schlösser und Gutsanlagen sind bedeutende Zeugnisse der deutschen Geschichte. Der „Verein zur Kunst- und Kulturförderung in den neuen Ländern“ veranstaltet Workshops, in denen junge Menschen aus der ganzen Republik zu Maurern, Dachdeckern und Gärtnern werden, um Baudenkmäler zu restaurieren. Die Freiwilligen kommen in den neuen Ländern zusammen, um unentgeltlich an historischen Monumenten zu arbeiten und sie für folgende Generationen zu bewahren.
Gemeinsam lassen sie etwa das Schloss Quilow in neuem Glanz erstrahlen, eine der wenigen erhaltenen Renaissanceanlagen in Mecklenburg-Vorpommern. Auf diese Weise schützt das Projekt das kulturelle Erbe im Osten Deutschlands. Zudem stärkt es den Gedanken der Deutschen Einheit – indem es junge Leute aus allen Teilen des Landes für eine gemeinschaftliche Aufgabe zusammenbringt.
Aus diesem Grund wird dem „Verein zur Kunst- und Kulturförderung in den neuen Ländern“ am 15. Mai 2010 die Auszeichnung als "Ausgewählter Ort im Land der Ideen" und der Sonderpreis 2010 "Gelebte Einheit" verliehen. Schließlich restauriert er nicht nur Schlösser, sondern baut auch Brücken zwischen den Menschen in allen Teilen des Landes.
Die Berliner Zionskirche thematisiert das Zusammenwachsen von Ost und West.
Angeregte Diskussionen und politische Diskurse gehören zur Zionskirche in Berlin-Mitte wie das Amen zum Gebet: Schon zu DDR-Zeiten bot sie Raum für oppositionelle Gruppen – und auch nach dem Mauerfall stehen politische genauso wie christliche Themen auf dem Programm der Gemeinde. In diesem Jahr greift eine Predigtreihe unter dem Motto „zusammen wachsen" das Thema Einheit auf.
In der Zionskirche ist es Tradition, dass Theologen unterschiedlicher Konfessionen sowie Vertreter anderer Berufsgruppen zu Wort kommen. Beispielsweise erhalten Menschen aus der Nachbarschaft die Gelegenheit, ihre Sicht auf die Wiedervereinigung darzustellen. Bereits im vergangenen Jahr wurden in der Predigtreihe die deutsch-deutschen Beziehungen thematisiert – damals anlässlich des Mauerfall-Jubiläums. Mit ihren Predigten möchte die Gemeinde in Berlin – an der Schnittstelle zwischen Ost und West – für ein gelungenes Miteinander sorgen und zeigt, dass Menschen miteinander und aneinander wachsen können.
Für ihre Verdienste erhält die Zionskirche am 24. April 2010 die Auszeichnung als "Ausgewählter Ort" und den Sonderpreis 2010 "Gelebte Einheit".
Eine Lehrerin unterrichtet mit Videobotschaften von der Arktis aus.
Gletscher, Eisbären und Polarfüchse bevölkern seit kurzem Brandenburger Schulen. Hintergrund ist nicht etwa eine neue Eiszeit, sondern ein virtuelles Klassenzimmer, in dem eine Lehrerin täglich von der Forschungsstation Koldeweg des Alfred-Wegener-Instituts im 3000 Kilometer entfernten Spitzbergen berichtet. Dank der Videobotschaften aus dem hohen Norden – Projektname: Coole Klassenzimmer – lernen Kinder die Arktis kennen. Sie erfahren Wissenswertes über Klimaveränderung und Meeresforschung.
Seit über 25 Jahren untersucht, beobachtet und beurteilt das Alfred-Wegener-Institut mit Hauptsitz Bremerhaven die eisigen Welten an den Polen. Durch die Wiedervereinigung wurde ein erfolgreicher Zusammenschluss mit der Forschungsstelle für Polarforschung der ehemaligen DDR möglich. Heute knüpfen die beiden Einrichtung unter gemeinsamen Namen und mit anspruchsvollem „Bildungsfernsehen“ an die Ergebnisse früherer ostdeutscher Expeditionen an.
Das Alfred-Wegener-Institut wurde für seine Arbeit am 5. März 2010 mit der Auszeichnung "Ausgewählter Ort" und dem Sonderpreis 2010 "Gelebte Einheit" ausgezeichnet.
Sonderpreisträger im Februar: „60 Jahre PROGRESS-Filmverleih“
Ein Filmverleih macht historische deutsche Filme weltweit bekannt.
In runden, silbernen Dosen hütet der PROGRESS-Filmverleih wahre Schätze - etwa die legendären Produktionen der Deutsche Film AG (DEFA) „Der Untertan“ (1951) und „Die Legende von Paul und Paula“ (1972). Die Firma betreut den gesamten Bestand der DEFA, rund 13 000 Filme aus vier Jahrzehnten DDR, von denen einige über die Mauer hinweg deutsch-deutsche Filmgeschichte schrieben.
PROGRESS sorgt auch dafür, dass immer wieder Produktionen aus diesem einmaligen Kulturgut bei Festivals gezeigt werden. Ein Höhepunkt war die DEFA-Film-Retrospektive im Museum of Modern Art in New York 2005. Dadurch bleiben der DDR-Film und die Erinnerung an seine politische und kulturelle Bedeutung lebendig. Denn trotz Zensur gab es auch kritische Filme wie „Solo Sunny“ (1980), welche Gesellschaft und Politik der DDR stark beeinflussten. Als gesamtdeutsches Unternehmen ist es nicht mehr aus der Filmwelt wegzudenken und gestaltet die kulturelle Annäherung von Ost und West aktiv mit.
Für dieses Engagement erhielt das Projekt am 14. Februar 2010 die Auszeichnung "Ausgewählter Ort" und den Sonderpreis 2010 „Gelebte Einheit“.
Die East Side Gallery – Symbol der Wiedervereinigung – erscheint in neuem Glanz.
Der sozialistische Bruderkuss zwischen Honecker und Breschnew ist wohl das bekannteste Motiv, das die Berliner Mauer ziert. Vor 20 Jahren malte der Moskauer Künstler Dimitrij Vrubel dieses Bild an die Ostseite des geschichtsträchtigen Betonwalls – die sogenannte East Side Gallery entstand. Er war einer von über 100 Künstlern aus 21 Ländern, die nach Berlin kamen, um ihrer Freude über die Wende Ausdruck zu verleihen. Die 1,3 Kilometer sind heute der längste erhaltene Teil der Berliner Mauer und einzigartiges Zeugnis der deutschen Teilung. Rund 2000 Menschen besuchen die Wandmalereien täglich und erleben damit ein Stück Geschichte.
An den Kunstwerken nagte jedoch der Zahn der Zeit von beinahe zwei Jahrzehnten. Im Sommer 2009 kamen daher fast alle der ursprünglichen Künstler in die Hauptstadt, um ihr Werk zu restaurieren. Die East Side Gallery feiert 2010 nun das Jahr eins nach der Wiederherstellung.
Als einzigartiges Symbol für Freiheit und Demokratie erhielt sie am 29. Januar 2010 die Auszeichnung als "Ausgewählter Ort" und den Sonderpreis 2010 "Gelebte Einheit".
Der Innovationsführer "365 Orte - Eine Reise zu Deutschlands Zukunftsmachern" mit allen "Ausgewählten Orten 2010" ist jetzt zum Preis von 14,95 € im Handel erhältlich! Bestellen Sie jetzt Ihr persönliches Exemplar, zum Beispiel auf