11. März 2014

Ethisches Finanzieren als Grundsatz des Islamischen Finanzwesens: Auszeichnungen für die Deutsche Bank bei den Euromoney Islamic Finance Awards 2013

Das islamische Finanzwesen unterscheidet sich insofern grundlegend vom konventionellen Finanzwesen, als es im Islam streng verboten ist, Zinsen zu zahlen oder zu vereinnahmen. Außerdem basiert das islamische Finanzwesen auf Konzepten wie „ethischem Investieren“ und „moralisch einwandfreien Käufen“. Es gelten bestimmte Vorschriften dafür, wie innerhalb einer Volkswirtschaft Geschäfte gemacht und Handel getrieben werden können. Ziel ist es, Gerechtigkeit für alle Beteiligten zu erzielen.

Für ihre hervorragenden Leistungen im islamischen Finanzwesen erhielt die Deutsche Bank bei den Euromoney Islamic Finance Awards 2013 den Preis für den „Islamic Finance Deal of the Year“. Das Institut wurde für die erfolgreiche Durchführung einer sukuk-Emission (sukuk = Fremdfinanzierungsinstrumente) mit einem Volumen von zwei Milliarden Dollar für Saudi Electricity ausgezeichnet. Außerdem erhielt die Deutsche Bank den Preis für den „Most Innovative Deal of the Year“ für das Management des Wandel-sukuk für Khazanah mit einem Volumen von 600 Millionen Singapur-Dollar.

Salah Jaidah, Chairman of Islamic Finance bei der Deutschen Bank, sagte: „Dass wir diese renommierten Auszeichnungen für Islamic Finance von Euromoney erhalten haben, ist eine große Ehre für uns. Aufgrund unserer langen und umfassenden Erfahrung im islamischen Finanzwesen können wir komplexe islamische Finanzierungstransaktionen strukturieren, die den Bedürfnissen am wachsenden Markt für islamische Finanzprodukte entsprechen. Wir wollen unseren Kunden weltweit auch weiterhin erstklassige islamische Finanzdienstleistungen anbieten.“

Clive Horwood, der Herausgeber von Euromoney, erläuterte: „Als Islamic Finance Deal of the Year haben wir den allerersten internationalen sukuk mit einer Laufzeit von 30 Jahren ausgewählt, bei dem es sich zugleich um die größte Platzierung eines saudischen Emittenten am internationalen Kapitalmarkt handelt. Diese Transaktion hat in beiderlei Hinsicht Maßstäbe für andere Kreditnehmer gesetzt. Außerdem erhielt die Deutsche Bank unsere Auszeichnung für den Most Innovative Deal für ihre Unterstützung von Khazanah bei der jüngsten, erfolgreichen Monetisierung von zentralen Beteiligungen durch Wandel-sukuks. Beide Transaktionen haben Aufsehen erregt und den Sektor insgesamt weiter entwickelt und dürften neue Institute an den Markt locken.“

Die Kernprinzipien im islamischen Finanzwesen

  • Verbot der Vereinnahmung und Zahlung von Zinsen oder Gebühren auf Kredite („riba“ oder „Wucher“), da Geld keinen Wert an sich hat, weshalb es nach den Prinzipien der Scharia nicht erlaubt ist, Geld mit Geld zu verdienen
  • Teilen von Gewinnen, Verlusten und Risiken, denn der Islam setzt auf Partnerschaft und gesellschaftliche Integration und stellt sicher, dass es keinen garantierten Gewinn ohne Risiko gibt
  • Verbot von Spekulation; dies soll sicherstellen, dass Gewinne durch Arbeit und nicht durch Glück oder reine Spekulation erzielt werden
  • Verbot der Unsicherheit; dies soll sicherstellen, dass alle Aspekte (z.B. Preis, Art der Ware, Beschreibung usw.) einer vertraglichen Transaktion/Beziehung klar sind und dokumentiert werden
  • Kein Horten von Geld oder Vermögenswerten; dies soll sicherstellen, dass die wirtschaftliche Entwicklung auf breiter Basis erfolgt und der erwirtschaftete Wohlstand der Gesellschaft insgesamt dient
  • Keine unethischen oder unmoralischen Investitionen, so dass Investitionen in bzw. Transaktionen mit bestimmten Produkten oder in bestimmten Sektoren (z.B. Alkohol, Waffen, Glücksspiel, Schweinefleisch oder Wucher) verboten sind.

In der aktuellen Praxis verfügen die meisten islamischen Finanzinstitute über ein Lenkungsgremium, das mit bekannten Schariagelehrten besetzt ist. Diese genehmigen islamische Finanzierungsstrukturen und Transaktionen der Institute. Durch das Abzeichnen der entsprechenden Geschäfte bestätigen die Lenkungsgremien, dass die Schariavorschriften eingehalten werden.

Die Kernprinzipien im islamischen Finanzwesen

Entwicklung und weltweite Präsenz des Sektors

Die Ursprünge des islamischen Finanzwesens haben sich vor mehreren hundert Jahren aus den religiösen Vorschriften des Islam heraus entwickelt. Islamische Finanzierungen basieren auf den Prinzipien der im Koran niedergelegten Scharia und der Sunna (Handlungen und Zitate des Propheten Mohammed und Analogschlüsse von Schariagelehrten).

Ein Blick auf die jüngere Geschichte zeigt, dass das islamische Finanzwesen in seiner jetzigen Form auf die Siebzigerjahre zurückgeht. Damals wurden die ersten islamischen Finanzinstitute geschaffen, z.B. die Islamic Development Bank (eine supranationale Bank, die von den Mitgliedsstaaten der Organisation für Islamische Zusammenarbeit eingerichtet wurde) oder die Dubai Islamic Bank (die erste Geschäftsbank). Inzwischen umfasst der Sektor über 300 Institute (die Schätzungen weichen voneinander ab), die Vermögenswerte im Wert von mehreren Milliarden Dollar verwalten. Der Großteil der islamischen Vermögenswerte wird im Nahen Osten und in Südostasien gehalten. Weltweit ist der Sektor jedoch auch in internationalen Finanzzentren wie London, Genf, Singapur und Hongkong vertreten und aktiv.

Die Größe des Sektors und seine weltweite Präsenz zeigen, dass das islamische Finanzwesen kräftige Wachstumsraten verzeichnen konnte. Für die Kunden wurden zahlreiche innovative Produkte entwickelt, was die Expansion des Sektors wiederum verstärkt hat. Zu Beginn beschränkte sich das islamische Finanzwesen auf Aktivitäten der Geschäftsbanken; inzwischen umfasst es jedoch auch kompliziertere strukturierte Finanzierungen, Fremdfinanzierungsinstrumente (sukuk) und Risikomanagementlösungen.

Entwicklung und weltweite Präsenz des Sektors

Islamische Finanzprodukte bei der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank spielt seit mehr als einem Jahrzehnt eine wichtige Rolle im islamischen Finanzwesen. Wir engagieren uns für die Entwicklung des Sektors und sind als weltweit führender Anbieter islamischer Finanzierungslösungen bekannt, mit deren Hilfe wir den Finanzierungs- und Risikomanagementbedarf unserer islamischen Kunden erfüllen. Die Deutsche Bank verfügt inzwischen über eines der innovativsten und effizientesten Strukturierungsteams, dem auf das islamische Finanzwesen spezialisierte Experten mit Erfahrung in verschiedenen Produktbereichen und unterschiedlichen Zuständigkeiten angehören.

Dies ermöglicht es unseren Kunden, auf die weltweit führende Expertise der Deutschen Bank zurückzugreifen. Das wichtigste Strukturierungsteam der Deutschen Bank für das islamische Finanzwesen ist in Dubai (VAE) und Doha (Katar) ansässig und kann auf die Ressourcen in London (Großbritannien) und Kuala Lumpur (Malaysia) zurückgreifen.

An den islamischen Kapitalmärkten hat die Deutsche Bank in Zusammenarbeit mit staatlichen, quasi-staatlichen und privaten Kunden wie z.B. der Regierung von Katar, Saudi Aramco, Saudi Electricity Company, Khazanah, Dubai Islamic Bank, Banque Saudi Fransi, Dar Al Arkan Real Estate Development Company und vielen anderen bahnbrechende sukuk-Transaktionen arrangiert und platziert, die diesen Kunden einen effizienten und raschen Zugang zu den islamischen Kapitalmärkten ermöglichten, so dass sie ihre Finanzierungsziele erreichen konnten.

Die Deutsche Bank hat aktiv innovative, mit den Schariavorschriften im Einklang stehende Strukturen für alle Assetklassen, Verbindlichkeiten und Derivate entwickelt. Mit ihrer umfassenden Palette an islamischen Finanzprodukten und -dienstleistungen ist die Deutsche Bank für wichtige regionale und internationale Kunden der Ansprechpartner der Wahl. Angesichts des prognostizierten Wachstums des islamischen Finanzmarkts arbeitet die Deutsche Bank stetig daran, neue und innovative Produkte für ihre Kunden zu entwickeln.

Im Laufe der Jahre hat die Deutsche Bank aufgrund ihres Engagements in den islamischen Märkten verlässliche und langjährige Beziehungen zu einigen der führenden Gelehrten weltweit aufgebaut, z.B. Dr. Hussein Hamid Hassan (VAE), Dr. Ali AlQaradaghi (Katar), Dr. Mohamed Daud Bakr (Malaysia), Dr. Abdulrahman Al Atram (Saudi-Arabien) und Dr. Yousef Al Shobaily (Saudi-Arabien).

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Die Deutsche Bank engagiert sich für die Fortentwicklung des islamischen Finanzwesens und gilt weithin als erstklassiger Anbieter für islamische Finanzierungslösungen.

Salah Jaidah Vice Chairman MENA

„Aufgrund unserer langen und umfassenden Erfahrung im islamischen Finanzwesen können wir komplexe islamische Finanzierungstransaktionen strukturieren, die den Bedürfnissen am wachsenden Markt für islamische Finanzprodukte entsprechen.”

Salah Jaidah Chairman of Islamic Finance bei der Deutschen Bank

Was ist islamisches Finanzwesen?

Das islamische Finanzwesen basiert auf Konzepten wie „ethischem Investieren“ und „moralisch einwandfreien Käufen“. Es ist im Islam außerdem streng verboten, Zinsen zu zahlen oder zu vereinnahmen. Ziel ist es, Gerechtigkeit für alle Beteiligten zu erzielen.

Strikte Kernprinzipien

Der Islam verbietet zum Beispiel unethische oder unmoralische Investitionen, so dass Investitionen in bzw. Transaktionen mit bestimmten Produkten oder in bestimmten Sektoren (z.B. Alkohol, Waffen, Glücksspiel, Schweinefleisch oder Wucher) verboten sind.

 

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