10. März 2015

Deutsche Bank-Studie: Solarenergie erreicht trotz niedriger Ölpreise Netzparität

Trotz des jüngsten Ölpreisrückgangs wird Solarstrom unseres Erachtens in immer mehr Märkten mit konventionell erzeugtem Strom konkurrieren können, da die Kosten für Solarmodule sowie die Finanzierungs- und Erwerbskosten für den Verbraucher sinken.

Unsubventioniert kostet Solarstrom aus Dachanlagen 0,08 – 0,13 US-Dollar pro Kilowattstunde und ist damit für Endkunden in zahlreichen Ländern rund um die Welt um 30 – 40% billiger als Strom, der von einem Stromanbieter bezogen wird. In Ländern, die ihren Strom überwiegend aus Kohle erzeugen, lag das Verhältnis der Kosten für Solarstrom bzw. Kohlestrom noch vor vier Jahren bei 7:1. Inzwischen beläuft es sich auf weniger als 2:1 und könnte sich in den kommenden zwölf bis 18 Monaten einem Wert von 1:1 annähern.

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Strompreise steigen trotz Erdgaspreisrückgang

Vom Höchst- bis zum Tiefststand sind die Erdgaspreise im Monatsdurchschnitt in den vergangenen zehn Jahren um rund 86% gesunken. Im selben Zeitraum stiegen die Strompreise in den USA jedoch im Durchschnitt um etwa 20% an. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Investitionen in Stromübertragung und -verteilung, die 50% des Endpreises ausmachen, weiter erhöht wurden. In jüngster Zeit sind sie sogar verstärkt angestiegen. Im Jahr 2010 waren die Investitionen der US-Stromkonzerne in Stromübertragung und -verteilung mit rund 27 Mrd. US-Dollar um ca. 300% höher als noch 1981. Unseres Erachtens werden sich die Strompreise weltweit in den kommenden zehn bis 15 Jahren verdoppeln, so dass Solarstrom unter Kostengesichtspunkten noch attraktiver werden dürfte.

Kosten für Solaranlagen könnten weiter sinken

Solarenergie ist unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten deutlich attraktiver geworden, weil die Preise für Solarmodule, die Finanzierungskosten und die Balance-of-System-Kosten gesunken sind. Die Kosten für Solarsysteme haben sich in den vergangenen acht Jahren insgesamt um rund 15% (CAGR) verringert, und wir rechnen in den kommenden vier bis fünf Jahren mit einem weiteren Rückgang um 40%. Yield-Cos haben beträchtlich zum Rückgang der Kapitalkosten beigetragen, und das Entstehen internationaler Yield-Cos dürfte die Kosten von Solarstrom in Schwellenländern wie Indien deutlich reduzieren.

Die Gunst der Stunde nutzen

Bisher war das Interesse institutioneller Anleger am Solarsektor unterdurchschnittlich. Ein stärkeres Engagement institutioneller Investoren dürfte daher in den kommenden zwölf bis 18 Monaten zu einer positiven Dynamik für den Sektor führen. Wir rechnen damit, dass sich verschiedene neue Geschäftsmodelle entwickeln, die sich auf die nachgelagerten Stufen der Wertschöpfungskette konzentrieren, und dass innovative private Unternehmen zu weiteren Kostensenkungen und einer stärkeren Verbreitung von Solarenergie beitragen. Voraussichtlich werden Unternehmen, die sich mit der Finanzierung bzw. mit den nachgelagerten Stufen der Wertschöpfungskette befassen, auf kurze Sicht den größten Shareholder Value erzeugen.

Laden Sie die vollständige Studie hier herunter (in englischer Sprache).

Zum Solar Outlook für das Jahr 2015 gelangen Sie hier

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