Unser Rahmenwerk zu Risiken für Umwelt und Gesellschaft

Über unsere Werte verpflichten wir uns dazu, nicht nur das gesetzlich Erlaubte, sondern auch das Richtige zu tun. Deshalb berücksichtigen wir neben der Bewertung traditioneller Finanzrisiken, wie zum Beispiel Markt- und Kreditrisiken, auch solche Risiken, die negative Auswirkungen auf die Umwelt oder die Zivilgesellschaft mit sich bringen können.

In bestimmten Fällen sind unsere Entscheidungen eindeutig. So finanziert die Deutsche Bank beispielsweise weder Geschäfte in Zusammenhang mit Pornografie noch die Produktion oder den Handel mit speziellen Waffen wie Streumunition und deren Schlüsselkomponenten. Die Mehrzahl der Umwelt- und Sozialrisiken (ES-Risiken) erweist sich jedoch als weitaus komplexer. Als globale Bank sind wir Teil der Realwirtschaft und unterhalten Geschäftsbeziehungen in allen Wirtschaftssektoren. Der Ausschluss sämtlicher Umwelt- und Sozialrisiken ist daher in letzter Konsequenz nicht umsetzbar. Wir vermeiden jedoch Geschäfte, bei denen die negativen Folgen für die Umwelt oder die Gesellschaft nicht vertretbar sind. Sind Beeinträchtigungen unvermeidbar, sollten sie so weit wie möglich durch konkrete Verbesserungsmaßnahmen gemindert werden. Wir haben mehrere Instrumente eingeführt, die es uns ermöglichen, potenzielle ökologische und soziale Risiken aus Transaktionen und Kundenbeziehungen umfassend abzuwägen. Auf Basis der Ergebnisse legen wir die – unserer Überzeugung nach – bestmögliche Vorgehensweise fest.

Leitlinien für Umwelt- und Sozialrisiken verankern

Die Basis für unseren Ansatz zum Umgang mit Umwelt- und Sozialrisiken bildet ein Rahmenwerk, das konsistente Standards für die Identifikation, Beurteilung und Steuerung von Reputationsrisiken bei der Deutschen Bank festlegt. Es wird mittels spezifischer Grundsätze und Leitlinien umgesetzt. Allgemeine Regelungen zu ökologischen und sozialen Sachverhalten sind Bestandteil der Leitlinien und unterstützen unsere Geschäftseinheiten bei der Einschätzung von möglichen Umwelt- und Sozialrisiken. Die allgemeinen Regelungen definieren kritische Sektoren, beschreiben die Anforderungen für eine Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung und beinhalten Kriterien für eine verpflichtende Einbindung von Group Sustainability. Ausführliche sektorale Leitlinien unterstützen die allgemeinen Regelungen. 2015 haben wir 1.349 Transaktionen (2014: 1.250) entsprechend überprüft. Seit 2015 unterstützt ein webbasierter Prozess die ES Risikoprüfung.

Kritische Sektoren und Themen

Wir identifizieren zahlreiche Sektoren, die aufgrund der Art ihrer Aktivitäten höhere Umwelt- und Sozialrisiken bergen:

  • Raumfahrt und Verteidigung
  • Chemie
  • Stahl, Metall und Bergbau
  • Öl und Gas
  • Zellstoff, Papier und Forstwirtschaft
  • Versorger
  • andere CO2-intensive Bereiche

In diesen Sektoren ermitteln wir Themen, die ein gezieltes Management von Umwelt- und Sozialrisiken erfordern. Diese werden durch unser Rahmenwerk adressiert und Leitlinien unterstützen unsere Mitarbeiter bei der Entscheidungsfindung. Wir beobachten kontinuierlich globale Entwicklungen, um sich abzeichnende ökologische und soziale Herausforderungen frühzeitig erkennen zu können. Bei der Entwicklung unserer Leitlinien und Positionen berücksichtigen wir international anerkannte Standards. Dazu gehören etwa die IFC-Performance-Standards der Weltbank sowie die Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen. Bei Entscheidungen zu bestimmten Themen, wie zum Beispiel Atomkraft, Palmölproduktion oder Schiefergasgewinnung, beachten wir darüber hinaus Branchenstandards und beispielhaftes Vorgehen anderer Unternehmen. Sofern noch keine geeigneten Standards bestehen, nutzen wir die Expertise von internen und anerkannten externen Beratern.

Wie wir Interessengruppen einbinden

Nachhaltigkeit ist ein sich rasant entwickelnder Bereich und Standards zum Umgang mit dringlichen Themen wie etwa Klimawandel sind nicht immer verfügbar oder angemessen. Deshalb tauschen wir uns regelmäßig mit zivilgesellschaftlichen Organisationen, Experten aus Industrie und Wissenschaft, Forschungseinrichtungen, unseren Kunden sowie mit anderen Finanzinstituten zu gesellschaftsrelevanten Themen aus. Der Dialog hilft uns, potenzielle Umwelt- und Sozialrisiken besser zu verstehen und unsere internen Prozesse entsprechend anzupassen. Im Rahmen eines breit angelegten Stakeholderdialogs beteiligen wir uns an verschiedenen Initiativen, um Standards und freiwillige Selbstverpflichtungen zu erarbeiten oder zu verbessern, und suchen gemeinsam nach Wegen, sie innerhalb des Finanzsektors umzusetzen. Der Austausch fördert unser Verständnis für unterschiedliche Perspektiven sowie die Relevanz und Komplexität der diskutierten Themen. Gleichzeitig können wir Kritikern unsere Standpunkte deutlich machen und die unserem Geschäft innewohnenden Grenzen darlegen.

Fallbeispiele für erfolgreiches Risikomanagement

Unsere Geschäftsentscheidungen basieren auf umfangreichen Prüfungen und genauer Abwägung. Die hier folgenden Fallbeispiele verdeutlichen diesen Prozess und die hinter der schließlich getroffenen Entscheidung stehenden Überlegungen.

Finanzierung eines Wasserkraftwerks

Fallbeispiel für die Finanzierung eines Wasserkraftwerkes

Zahlungsverkehr für den Bau eines Kernkraftwerks

Fallbeispiel für den Bau eines Kernkraftwerkes

Finanzierung eines Kohlekraftwerks

Fallbeispiel für die Finanzierung eines Kohlekraftwerkes

Download

ES-Risikorahmenwerk

Geprüfte Transaktionen pro Sektor, in %


Kontakt

Haben Sie Fragen zur Kontrolle von Umwelt- und Sozialrisiken? Senden Sie Ihre E-Mail bitte an:

mailbox.sustainability@db.com

Downloads

Unternehmerische Verantwortung Bericht 2015 (PDF)

Sustainability at Deutsche Bank – Information für Investoren (PDF, auf Englisch)

Weiterführende Links

Die weitere Identifizierung, Aggregierung, Steuerung und Reduzierung von Risiken liegt in der Verantwortung des Bereichs „Group Risk” der Deutschen Bank.

Deutsche Bank Risk

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