Deutsche Bank – Verantwortung

Unser Rahmenwerk zu Risiken für Umwelt und Gesellschaft

Ein Kernelement des Managements von Reputationsrisiken ist unser Rahmenwerk zum Umgang mit Risiken, die mit Umwelt- und sozialen Themen zusammenhängen. Im Einzelnen geht es um Transaktionsrisiken sowie Risiken, die von beteiligten Geschäftspartnern oder -praktiken ausgehen und sich negativ auf das öffentliche Vertrauen in die Bank auswirken können.

Unser Risikomanagement in diesem Bereich basiert auf dem Leitfaden für Aktivitäten in Sektoren, die hohen Umweltrisiken und Sozialrisiken ausgesetzt sind. Dazu zählen beispielsweise die Rohstoffgewinnung, die Atomenergie, die Land- und Forstwirtschaft und die Rüstungsindustrie. 2012 haben wir das Rahmenwerk in allen Bereichen der Bank eingeführt und Mitarbeiter an Standorten in Asien und Lateinamerika geschult. Wir werden die Trainings auf weitere Geschäftsbereiche, Infrastrukturbereiche und Regionen ausdehnen. Zwischen Januar und Dezember 2012 stieg die Zahl der Transaktionen, die zur Prüfung und Einschätzung an unser Nachhaltigkeitsteam weitergeleitet wurden im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 480 %. Wir überprüfen den Anwendungsbereich unseres Rahmenwerks für Umweltrisiken und Sozialrisiken regelmäßig und weiten ihn, wenn nötig, auf weitere Sektoren aus.

Themen, zu denen die Deutsche Bank im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht

  • Streumunition: 2012 implementierten wir eine Konzernrichtlinie zum Thema Streumunition. Sie regelt, wie wir mit Unternehmen umgehen, die Streumunition oder deren Komponenten herstellen oder vertreiben. Bei der Definition von Streumunition richten wir uns nach der Oslo-Konvention zum Verbot von Streumunition.
  • Agrarrohstoffe: Der Umgang mit Agrarrohstoffen wird seit einiger Zeit kontrovers diskutiert. Nach umfangreicher Prüfung und Auswertung zahlreicher Untersuchungen hat der Vorstand der Bank entschieden, im Interesse unserer Kunden weiterhin Finanzinstrumente auf Agrarprodukte anzubieten.
  • Kernkraft: Trotz anhaltender Skepsis in der Bevölkerung wird die Gewinnung von Kernenergie eine wichtige CO2-arme Brückentechnologie bleiben. Wir werden deshalb auch in Zukunft Transaktionen im zivilen Kernkraftsektor begleiten, wenden hierbei jedoch strengere Kriterien an und haben hierfür bereits eine interne Leitlinie eingeführt.
  • Palmöl: Prognosen gehen davon aus, dass sich die globale Palmölproduktion gegenüber dem Jahr 2000 bis zum Jahr 2030 verdoppeln und bis 2050 sogar verdreifachen wird. Die Gründe hierfür liegen insbesondere in veränderten Ernährungsgewohnheiten und der Verwendung von Palmöl als Biotreibstoff. Das Wachstum der Palmölindustrie trägt zur wirtschaftlichen Entwicklung der asiatischen Länder bei. Es bringt aber auch ökologische und soziale Herausforderungen mit sich. So werden für neue Palmölplantagen teilweise ganze Wälder illegal abgeholzt und Lebensräume zerstört. Menschen werden umgesiedelt, gefährdete Tier- und Pflanzenarten drohen auszusterben und die Emission von Treibhausgasen nimmt zu. Vor diesem Hintergrund haben wir 2012 eine Leitlinie für Transaktionen im Palmölsektor eingeführt. Ein wesentliches Kriterium unserer Leitlinie ist der Nachweis eines Zertifizierungsplans für Plantagen oder Mühlen, der den Kriterien des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) entspricht. Wenn Kunden dies wünschen, unterstützen wir sie während des RSPO -Zertifizierungsprozesses. Der RSPO wurde 2004 gegründet, um nachhaltige Anbaumethoden für Palmöl zu fördern, und wird von internationalen Konsumgüterherstellern und Finanzinstituten unterstützt. Darüber hinaus fördern wir gemeinsam mit anderen Banken im Rahmen der Banking Environment Initiative Bestrebungen der Konsumgüterindustrie, das Abholzen von Wäldern zu vermeiden. Die Initiative gilt auch weiteren Agrarrohstoffen wie Holz, Soja und Rindfleisch, deren Produktion insgesamt für rund 50 % der globalen Entwaldung verantwortlich ist.

Über unsere Richtlinien und Standards hinaus suchen wir den offenen Dialog mit unseren Kunden, um mittel- bis langfristig ein besseres gegenseitiges Verständnis und mehr Transparenz bei kritischen Themen herzustellen.

Our social and environmental risk framework

Wie wir im Risikomanagement Umweltrisiken und Sozialrisiken einstufen

Unser Rahmenwerk zu Umweltrisiken und Sozialrisiken ordnet Transaktionsrisiken in die Kategorien hoch, mittel oder gering ein:

  • Transaktionen mit hohem Risiko sind Transaktionen, die zu beträchtlichen negativen Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt führen können. Dabei sind die Folgen breit gestreut, unumkehrbar oder bisher unbekannt und daher nicht einschätzbar.
  • Transaktionen mit mittlerem Risiko können sich negativ auf Umwelt und Gesellschaft auswirken. Das Ausmaß der Auswirkungen kann jedoch als angemessen für eine Transaktion des betreffenden Umfangs betrachtet werden. Die Wirkungen können schwerwiegend sein, aber ihre Zahl ist gering. Zudem sind sie in der Regel standortspezifisch und können unschwer abgefangen werden.
  • Transaktionen mit geringen Umweltrisiken und Sozialrisiken haben keine, minimale oder nur begrenzte Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft. Diese geringen Auswirkungen können mithilfe international üblicher Praktiken abgefangen werden.

Bei der Einstufung nach diesem Schema orientieren wir uns im Risikomanagement an einer Checkliste für mögliche Umweltrisiken und Sozialrisiken. Sie setzt sich mit Aspekten auseinander wie:

  • Wie ist die Ausgangssituation in Bezug auf Umwelt und Gesellschaft zu beurteilen?
  • Gibt es Alternativen, die unter Umwelt- und gesellschaftlich-sozialen Gesichtspunkten vorzuziehen wären?
  • Inwieweit wären potenziell Gesundheit, Sicherheit und Menschenrechte der lokalen Bevölkerung betroffen?
  • Welche Folgen für die Bewahrung der Biodiversität, einschließlich gefährdeter Arten und Ökosysteme, wären zu erwarten?
  • Mit welchen sozio-ökonomischen Auswirkungen wäre zu rechnen?
  • Wie wären mögliche Bodenverschmutzungen zu verhindern und Abfälle zu minimieren?
  • Wie ließe sich eine mögliche Verschmutzung von Wasser und Luft verhindern oder kontrollieren?
  • Inwieweit wäre eine effiziente Produktion, Lieferung und Nutzung von Energie gewährleistet?

Rahmenwerk zu Umweltrisiken und Sozialrisiken

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Fallbeispiele für erfolgreiches Risikomanagement

Unsere Geschäftsentscheidungen basieren auf umfangreichen Prüfungen und genauer Abwägung. Die hier folgenden Fallbeispiele verdeutlichen diesen Prozess und die hinter der schließlich getroffenen Entscheidung stehenden Überlegungen.

Finanzierung eines Wasserkraftwerks

Fallbeispiel für die Finanzierung eines Wasserkraftwerkes

Zahlungsverkehr für den Bau eines Kernkraftwerks

Fallbeispiel für den Bau eines Kernkraftwerkes

Finanzierung eines Kohlekraftwerks

Fallbeispiel für die Finanzierung eines Kohlekraftwerkes

Kontakt

Haben Sie Fragen zur Kontrolle von Umwelt- und Sozialrisiken? Senden Sie Ihre E-Mail bitte an:

mailbox.sustainability@db.com

Downloads

Unternehmerische Verantwortung: Bericht 2013

Weiterführende Links

Die weitere Identifizierung, Aggregierung, Steuerung und Reduzierung von Risiken liegt in der Verantwortung des Bereichs „Group Risk” der Deutschen Bank.

Deutsche Bank Risko

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