Innovative Public-Private-Finanzierungsstrukturen für Lebensmittelsicherheit in Afrika: Der Africa Agriculture and Trade Investment Fund (AATIF)

In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara spielt die Landwirtschaft eine zentrale Rolle, wenn es um das Ziel geht, ein breit angelegtes wirtschaftliches Wachstum zu fördern, die Armut zurückzudrängen und eine sichere Lebensmittelversorgung zu gewährleisten.

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Die Landwirtschaft ist in diesen Ländern von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Die Armut auf dem Land ist beträchtlich, und 50 Millionen kleine Farmen sind von Einnahmen aus der Landwirtschaft abhängig. Studien der Deutschen Bank zeigen, dass die Armut in Afrika südlich der Sahara durch eine Steigerung des Wachstums im Agrarsektor deutlich effektiver bekämpft werden kann als durch eine Wachstumssteigerung in anderen Sektoren.

Beträchtliche Potenziale

Die Subsahara-Region ist weltweit die einzige, in der es unverändert eine Herausforderung darstellt, die Produktivität im Agrarsektor zu steigern. Gründe dafür sind zu niedrige Investitionen, eine unzureichende Infrastruktur, unsichere Landbesitzverhältnisse, eine ungünstige Preispolitik und schwache Institutionen. In der Landwirtschaft sind jedoch beträchtliche Potenziale vorhanden: Ungenutzte Landflächen können urbar gemacht, neue Wasserressourcen genutzt, Erträge gesteigert, lokale Wertschöpfungsketten ausgebaut werden. So kann ein Beitrag dazu geleistet werden, den steigenden Lebensmittelbedarf in Afrika und weltweit zu decken.

Ziele des Fonds

Der Africa Agriculture and Trade Investment Fund (AATIF) verfolgt das Ziel, das Potenzial des afrikanischen Agrarsektors auf allen Ebenen – Produktion, Verarbeitung, Dienstleistungen und Handel – zugunsten der Armen zu erschließen. Der Fonds will zusätzliche Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten für Bauern, Unternehmer und Arbeiter schaffen. Dabei geht es vor allem um eine Steigerung der Produktivität, der Produktionsmenge und der lokalen Wertschöpfung durch Investitionen in effiziente Wertschöpfungsketten und durch Wissenstransfer.
Deutsche Asset & Wealth Management fungiert zum einen als Investmentmanager des Fonds und hat zum anderen selbst in den Fonds investiert. Der Investmentmanager arbeitet eng mit der International Labour Organization (ILO) und dem United Nations Environment Programme (UNEP) zusammen, die den Fonds in Bezug auf soziale und Umweltfragen beraten.

Direkte und indirekte Investitionen

Der AATIF hat zum 1. Quartal 2017 direkt und indirekt rund 152 Millionen US-Dollar investiert. Zu den direkten Investitionen gehört die Finanzierung kleiner und mittlerer landwirtschaftlicher Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Agrarsektor. Als indirekte Investitionen werden Finanzmittel bezeichnet, die lokalen Finanzinstituten zur Verfügung gestellt werden. Diese verleihen das Geld ihrerseits an den landwirtschaftlichen Sektor sowie andere Intermediäre, die mit Kleinbauern zusammenarbeiten.

 

Wirksame regionale Lösungen für Lebensmittelsicherheit

Der AATIF hat sich an einem Konsortialkredit von US-Dollar 20 Millionen beteiligt, der von der DEG an die GT Bank in Nigeria gegeben wurde. Der Kredit wird die Bank dabei unterstützen, ihr Kreditgeschäft an Unternehmen, die in der Lebensmittelbranche tätig sind, auszuweiten. 
Während Nigeria in der Vergangenheit in der Lage war, ausreichende Mengen an Lebensmitteln in angemessener Qualität zu produzieren, hat der ökonomische Fokus auf den Öl- und Gassektor das Land zu einem Lebensmittelimporteur gemacht. Die nigerianische Regierung hat erklärt, die Effizienz und Selbstversorgung des Landes erheblich zu verbessern. Die AATIF Finanzierung unterstützt die GT Bank dabei, die Finanzierung von entsprechenden Projekten zu übernehmen.

Innovative Finanzierungsstrukturen, die strikte soziale und Umweltkriterien erfüllen

Portfoliomanager Michael Hoelter erläutert: „Unsere Erfahrung im Management von nachhaltigen Investmentfonds zeigt, dass innovative Public-Private-Finanzierungsstrukturen wie der AATIF, die zugleich strikte soziale und Umweltkriterien erfüllen, marktorientierte Renditen erwirtschaften und die Einkommen der privaten Haushalte im ländlichen Afrika steigern können. Derartige innovative Finanzierungsstrukturen können ausgebaut werden, wenn die Regierungen die nachhaltigen Entwicklungsziele erreichen wollen. Das Interesse der Anleger ist groß, und es gibt in den Sektoren Landwirtschaft, erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Wasser, Abfallmanagement und anderen Bereichen zahlreiche rentable Marktchancen, die von einem Mix aus staatlichem und privatem Kapital profitieren würden. Wir wollen unsere Aktivitäten in diesem Bereich ausbauen.“

Öffentlich-private Partnerschaft mit KfW und Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Der Fonds ist als öffentlich-private Partnerschaft strukturiert. Über die KfW hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in die so genannten C-Anteile investiert und öffentliches Kapital bereitgestellt, das Verluste als erstes auffängt. Dies dient als Risikopuffer. Dadurch können private Investitionen von institutionellen und privaten Anlegern in höherrangigere Anteilklassen gefördert werden. Die KfW und die Deutsche Bank haben in die Mezzanin-B-Anteile und verschiedene private Anleger in die A-Anteile investiert.

Hintergründe des Fonds

Länder mit niedrigen Einkommen sind nach wie vor meist Rohstoffexporteure und verfügen nur in begrenztem Maße über Wertschöpfung vor Ort. In der afrikanischen Landwirtschaft sind noch diverse Hindernisse zu überwinden, doch der Sektor besitzt auch ein großes Potenzial, zur Minderung der Armut und zu einer besseren Ernährungssicherheit beizutragen. Maßnahmen sind etwa Lagerkapazitäten auszubauen oder Verarbeitungskapazitäten zu erhöhen: Der AATIF setzt auf alternative Investments entlang der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette.

AATIF
Admassu Tadesse, CEO of PTA Bank, Bujumbura, Burundi

„Wir haben als erstes Fi­nanz­ins­ti­tut einen Kredit des Africa Agri­culture and Trade In­vest­ment Fund (AATIF), eines Ent­wick­lungs­fonds zur För­der­ung von Land­wirt­schaft und Handel in Afrika, auf­ge­nom­men. Die Deutsche Bank, als lang­jäh­ri­ger Ge­schäfts­part­ner der PTA Bank und Manager des AATIF, hat die Kontakte an­ge­bahnt, uns eine faire Fi­nan­zie­rung an­ge­bo­ten und uns beim Aufbau er­folg­rei­cher Ge­schäfts­be­zieh­un­gen un­ter­stützt.”

Admassu Tadesse CEO der PTA Bank, Bujumbura, Burundi

Zahlen und Fakten

152 Mio US-Dollar Fonds­ver­mögen

Zum Start des Fonds investierten das Bundesministerium 45 Mio. Euro, KfW und Deutsche Bank jeweils 20 Mio. Euro. Unter der Verwaltung der Deutschen Bank wuchs das Kapital stetig: Zum 1 Quartal 2017 umfasste der AATIF, unter Beteiligung privater Investoren, ein Fondsvermögen in Höhe von 152 Mio US-Dollar.

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