Deutsche Bank – Verantwortung

Kernkraft

Nach der Reaktor-Katastrophe in Fukushima 2011 nahm die Sorge um die Risiken der Kernenergie zu. Viele Staaten überdachten daraufhin ihre Kernenergieprogramme.

Deutschland entschied sich, bis 2022 vollständig aus der Kernkraft auszusteigen. Kritiker der Kernkraft begrüßen diese Entwicklung, obgleich die Kerntechnologie eine klimafreundliche Energie liefert.

Ungeachtet dieser Entwicklung, wird jedoch kurz- und mittelfristig noch nicht genug Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugt, um die Kernenergie global zu ersetzen. Weltweit planen derzeit sogar 20 Länder, bis zum Jahr 2030 ihren ersten Reaktor in Betrieb zu nehmen, um ihren Energiebedarf zu decken. Die Energy Roadmap 2050 der europäischen Kommission sieht in der Kernkraft die Basis einer CO2-armen Energieversorgung, die entscheidend zur Reduzierung von Treibhausgasen beitragen kann.

Auch in der Deutschen Bank sehen wir die Kernenergie als notwendige Brückentechnologie und werden daher auch weiterhin zivile Kernenergieprojekte finanzieren. Um dabei angemessene Sicherheits- und Nachhaltigkeitsstandards zu gewährleisten, haben wir eine Richtlinie für alle Transaktionen im zivilen Kernkraftsektor eingeführt. Sie legt länder- und projektspezifische Kriterien fest, die vor einer Investitionszusage zu prüfen sind. Dazu gehört, dass internationale Abkommen und Verträge, wie das Übereinkommen zur nuklearen Sicherheit und der Atomwaffensperrvertrag, unterzeichnet sind.

Weiter ist nachzuweisen, dass Umwelt-, Sicherheits- und Sozialstandards eingehalten werden. So müssen zum Beispiel die Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen der Internationalen Atomenergiebehörde erfüllt werden. Außerdem sind eine Sicherheitsbewertung nach den Standards der westeuropäischen Aufsichts- und Genehmigungsbehörden für Nuklearenergie (WENRA) sowie eine Bewertung der seismischen Aktivität, des Überschwemmungsrisikos sowie Pläne für potentielle Umsiedlungen vorzulegen.

Prüfung der länder- und sicherheitspezifischen Aspekte

Richtlinien und Prozesse

Unsere Nachhaltigkeitsprüfung stellt sicher, dass spezielle Länder- und projektbezogene Aspekte gründlich geprüft werden. Sie gelten für jede Art von Transaktionen. Diese Kriterien beziehen sich sowohl auf die Einhaltung internationaler Konventionen und Abkommen als auch auf die Beurteilung der Auswirkungen auf die Umwelt, die Sicherheit und die Gesellschaft.

  • Die gründliche Prüfung der länder- und sicherheitspezifischen Aspekte beinhaltet die Beachtung der wesentlichen internationalen Konventionen und Abkommen wie:
  • Konvention zur Sicherheit von Kernenergie (NS) (IAEA, Wien 1994),
  • Gemeinsame Konvention zur Sicherheit der Behandlung abgebrannter Kernelemente und radioaktiven Abfalls (RADW) (IAEA, Wien 1997),
  • Konvention zur frühzeitigen Benachrichtigung über einen Reaktorunfall (ENC) (IAEA, Wien 1986),
    Atomwaffensperrvertrag (NPT) (UNO, New York 1968),
  • Konvention zur Begutachtung von Umwelteinflüssen in einem grenzüberschreitenden Umfeld (EIA) (Espoo, Finland, 1991).

In Bezug auf Projekte liegt unser Augenmerk unter anderem auf der Bewertung von besonderen Risiken durch Erdbeben oder Überflutungen, dem Einfluß auf und der Absicherung von Gemeinden, der Einhaltung der Mindeststandards der Internationalen Atomenergiebehörde bezüglich Gesundheit und Sicherheit bei der Projektplanung, der Bauphase und dem Betrieb.

Wir betrachten potentielle Geschäftsmöglichkeiten immer auf Einzelfallbasis unter Anwendung der bereits genannten internationalen Standards. Die Entscheidung, diese bestimmte Geschäftsmöglichkeit weiterzuverfolgen oder sich zurückzuziehen, wird dann auf Basis der Ergebnisse unserer sorgfältigen Prüfung getroffen.

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