Deutsche Bank – Verantwortung
12. November 2013

Caio Koch-Weser spricht in Lateinamerika über Klimawandel und verantwortungsbewusstes Investieren

Vice Chairman betont die zentrale Rolle nachhaltiger Energien und effizienter Nutzung von Ressourcen

Caio Koch-Weser

Folha de São Paulo, eine der wichtigsten brasilianischen Tageszeitungen, veröffentlichte vor kurzem ein Interview mit Caio Koch-Weser, Vice Chairman der Deutschen Bank, Mitglied des Regional Management Executive Committee und Vorsitzender des Vorstands der European Climate Foundation. Dieses Interview basiert auf einer Rede vor Vertretern einflussreicher Unternehmen, die Koch-Weser beim Instituto Fernando Henrique Cardoso gehalten hatte, der vom ehemaligen brasilianischen Präsidenten Cardoso geleiteten Stiftung. Koch-Weser nahm die wirtschaftlichen Chancen und Risiken in den Blick, die sich aus dem Klimawandel und der Ressourcenknappheit ergeben.

Koch-Weser sagte, es sei an der Zeit, einen Preis für Kohlendioxidemissionen festzulegen und die Subventionen für fossile Treibstoffe zu überdenken. So könnten die richtigen Signale für die Märkte gesetzt werden, um den Kohlendioxidausstoß zu verringern. „Die Märkte müssen über Anreize und Preise funktionieren. Wir brauchen die Initiative und die Innovationskraft der Unternehmen“, erklärte er im Interview. Es sei optimistisch, weil die Kosten für erneuerbare Energien rasch gesunken seien und weltweit immer mehr Regionen Systeme für den Handel mit Emissionsrechten oder Steuern auf Kohlendioxidemissionen entwickeln oder in Erwägung ziehen.

Immer mehr institutionelle Anleger, Versicherungsgesellschaften und Pensionsfonds fordern von Vermögensverwaltern und Unternehmen eine bessere Offenlegung und Erfüllung von Umwelt-, sozialen und Governance-Kriterien („ESG-Kriterien“). Koch-Weser führte aus, dass harte Zahlen und Erfahrungswerte zunehmend darauf hindeuten, dass Unternehmen und Anleger auch wirtschaftlich von besseren ESG-Kennzahlen profitieren. Er rief den lateinamerikanischen Investmentsektor dazu auf, auf diesem Gebiet mehr zu tun.

Koch-Weser lobte sowohl den privaten als auch den öffentlichen Sektor in Brasilien dafür, dass das Bewusstsein für Nachhaltigkeitsthemen weit verbreitet sei, und wies auf die Maßnahmen hin, die das Land ergriffen hat, um die Entwaldung zu begrenzen. Er warnte Brasilien jedoch davor, sich in politischen Verfahren zu verstricken, die positive Entwicklungen zum Stillstand bringen oder möglicherweise sogar wieder zunichte machen könnten. „Brasilien verfügt über eine hervorragende Gelegenheit, Wachstum und Nachhaltigkeit miteinander zu vereinen. Mit der richtigen Politik, den richtigen Anreizen und den institutionellen Kapazitäten hat Brasilien bessere Chancen als andere Länder, den Übergang zu meistern und eine Führungsrolle einzunehmen“, sagte Koch-Weser.

Das vollständige Interview auf Portugiesisch findet sich hier.

„Die Märkte müssen über Anreize und Preise funktionieren. Wir brauchen die Initiative und die Innovationskraft der Unternehmen.”

Caio Koch-Weser Vice-Chairman der Deutschen Bank

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