Deutsche Bank – Verantwortung
15. Juli 2013

Ethische Fundierung von Management-Vergütungen: Deutsche Bank und vier weitere deutsche Finanzinstitute legen gemeinsame Grundsätze für Management-Vergütung vor

Nachhaltig erfolgreiche Kreditinstitute sind eine wesentliche Säule für das wirtschaftliche und soziale Gefüge stabiler Gesellschaften. Sie erfüllen zentrale Dienstleistungsfunktionen für die Bürger, die Realwirtschaft und den Staat. Gleichzeitig tragen sie maßgeblich zum Systemvertrauen und damit zu Wachstum und Wohlstand bei. Deshalb kommt ihren Entscheidungsträgern eine hohe Verantwortung zu. Die ethische Fundierung von Managementvergütungen entwickelt sich dabei zu einem unverzichtbaren Faktor für eine nachhaltig erfolgreiche Kreditwirtschaft.

Die Deutsche Bank und vier weitere deutsche Finanzinstitute haben sich mit einem gemeinsamen Grundsatzpapier zur ethischen Fundierung von Management-Vergütungen verpflichtet. Im Kern geht es dabei darum, die Vergütungssysteme transparent zu gestalten und Fehlanreize auszuschließen. Unterzeichner sind, neben der Deutsche Bank AG, die Commerzbank AG, die DZ BANK AG, HSBC Trinkaus & Burkhardt AG und die HypoVereinsbank. Moderiert wurde der Prozess vom Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik.

Mit dem Grundsatzpapier bekennen sich die Unterzeichner zu einer sowohl erfolgs- als auch werteorientierten Führung. Dies setzt voraus, dass neben betriebswirtschaftlichen Kennziffern auch die ethische Dimension des Handelns Eingang in die Führungskräftebewertung und -vergütung findet. Dies erfordert:

  • Jede Vergütung muss grundsätzlich nachvollziehbar einer entsprechenden Leistung gegenüber stehen.
  • Entscheidend für die Leistungsbeurteilung ist insbesondere auch das Handeln nach unternehmensspezifischen Werten, die nach innen und außen sichtbar werden müssen.
  • Dementsprechend sind Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit relevante Faktoren für die Bemessung variabler Einkommensteile. 
  • Jedes Institut sollte für die Gesamtvergütungen seiner Führungskräfte geschäftsjahrbezogene Obergrenzen festlegen und begründen. 
  • Bei ertragsorientierten variablen Zahlungen sind marktgetriebene Erträge, die nicht der spezifischen Managementleistung zuzuschreiben sind, angemessen zu berücksichtigen. Dies schließt eine ausschließliche Orientierung der variablen Vergütung an starren Kennziffersystemen aus. 
  • Zwingen Krisen zu Einschnitten bei Vergütungen der Mitarbeiter, zu Kurzarbeit oder zu Personalabbau, soll dies, wie auch die Ausgestaltung der Maßnahmen, in der variablen Vergütung des Managements angemessen berücksichtigt werden. 
  • Managementvergütungssysteme müssen Anreizen zum Eingehen unverhältnismäßiger Risiken entgegenwirken. 
  • Führungskräfte, die Risiken eingehen und gegebenenfalls einen Vorteil daraus ziehen, müssen umgekehrt bei Eintritt des Risikos auch Nachteile erleiden und zum Tragen dieser Nachteile in der Lage sein. 
  • Entscheider müssen sich mit den externen Erwartungen auseinandersetzen und in der Lage sein, glaubwürdig Stellung nehmen.

Jürgen Fitschen, Co-Vorsitzender des Vorstands und des Group Executive Committee der Deutschen Bank, sagte hierzu: „Notwendig ist eine konsistente Führungskultur, in der sich Unternehmenswerte, Geschäftsstrategie und formale Anreize wechselseitig stützen“.

Im März dieses Jahres hat die von der Deutschen Bank berufene unabhängige externe Vergütungskommission unter dem Vorsitz des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der BASF, Jürgen Hambrecht, ihre Empfehlungen für ein nachhaltiges, transparentes und wettbewerbsfähiges Vergütungsmodell vorgestellt.

„Notwendig ist eine konsistente Führungskultur, in der sich Unternehmenswerte, Geschäftsstrategie und formale Anreize wechselseitig stützen”

Jürgen Fitschen Co-Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Bank

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