Deutsche Bank – Verantwortung
3. Dezember 2013 | Rio de Janeiro

Urban Age Award 2013 geht an beispielhafte Projekte in Rio

Mit dem Deutsche Bank Urban Age Award werden Projekte ausgezeichnet, die Zukunftsmodelle für Städte entwickeln. Beide Preisträger schaffen es, zuvor unwirtliche Gebiete in Orte des gesellschaftlichen Austauschs zu verwandeln.

Plano Popular Vila Autódromo erhält den Urban Age Award 2013 am 3. Dezember 2013 © Sergio Greif
Plano Popular Vila Autódromo erhält den Urban Age Award 2013 am 3. Dezember 2013. © Sergio Greif
Urban Age Award 2013 ceremony © Sergio Greif
Die Gewinner kamen am 3. Dezember 2013 zusammen, um den Urban Age Award 2013 in Empfang zu nehmen. © Sergio Greif
Plano Popular Vila Autódromo © Olaf Jacobs

Die Jury unterstrich den Langzeitcharakter von Plano Popular Vila Autódromo, das bereits seit zwei Jahren erfolgreich Gemeinschafts- und Regierungsvertreter zusammenbringt, um die Umstrukurierung des Stadtgebietes zu diskutieren. In diesen Verhandlungen entstanden unter anderem die Pläne für eine Kindertagesstätte. © Olaf Jacobs

Pontilhão Cultural © Marcos L. Rosa

Gewinner 2013 – Pontilhão Cultural

Pontilhão Cultural, ehemals ein karges und unbenutztes Gelände, bietet nun eine sichere und strukturierte Umgebung für junge Menschen. Insbesondere stach das Projekt heraus, weil es in dieser Funktion durch gemeinsame kreative Aktitiväten sozialen Zusammenhalt zwischen unterschiedlichsten örtlichen Gruppen schafft. © Marcos L. Rosa

Censo Maré © Marcos L. Rosa

Special Mention 2013 – Censo Maré

Indem sie von Haus zu Haus im Stadtgebiet von Maré gehen, schaffen die Mitwirkenden von Censo Maré einen Stadtplan, der auch die Adressen sowie Bedürfnisse derjenigen enthält, die in offiziellen Verzeichnissen fehlen. © Marcos L. Rosa

„Rio de Janeiro ist eine der dynamischsten Städte der Welt – sie verändert sich stetig und schafft dabei Chancen und Herausforderungen für alle ihre Einwohner”, charakterisiert der Vorsitzende der Jury Professor Ricky Burdett die diesjährige Fokusstadt. Mit diesen Veränderungen ist die brasilianische Metropole nicht allein. Auch wenn viele der Spannungen in der Stadt in lokalen Strukturen verankert sind, sehen sich die Bewohner globalen Herausforderungen gegenüber, die viele Megastädte betreffen. So nimmt beispielsweise der Bevölkerungsdruck auf Städte nach wie vor zu. So werden in vierzig Jahren zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben. Weitläufige und dicht bevölkerte Ballungsräume wie Rio de Janeiro werden zur Norm für die meisten Menschen werden. Gleichzeitig zeigen Prognosen, dass die Anzahl der Slumbewohner in nur zehn Jahren auf 1,4 Milliarden steigen wird.

Der Deutsche Bank Urban Age Award zeichnet Projektmodelle aus, die zeigen wie auch im Zuge dieser Veränderung städtisches Leben attraktiv und nachhaltig gestaltet werden kann. Jedes Jahr werden im Rahmen des Preises verschiedene Städte und die spezifischen Herausforderungen, die sich ihren Bewohnern stellen, beleuchtet. Nach Mumbai, São Paolo, Istanbul, Mexiko-Stadt und  Kapstadt in den vergangenen Jahren erhielten nun Projekte aus Rio de Janeiro die Möglichkeit, sich für den Preis und das Preisgeld von 100.000 US-Dollar zu bewerben.

Unter den 170 Einsendungen suchte die Jury Initiativen, deren Erfahrungswerte und Organisationsstrukturen auch in andere städtische Kontexte zu übertragen sind und die somit als Zukunftsmodelle für Stadtentwicklung im weiteren Sinn dienen können. Die diesjährigen Gewinner des Deutsche Bank Urban Age Award sind Plano Popular Vila Autódromo, welches 80.000 US-Dollar als Preissumme erhalten wird, und Pontilhão Cultural, welches mit 20.000 US-Dollar unterstützt wird. 

„Die Projekte des Deutsche Bank Urban Age Awards treffen den Nerv der Herausforderungen, denen sich die Stadt stellen muss.”

Prof. Ricky Burdett Vorsitzender der Jury

Gewinner 2013: Plano Popular Vila Autódromo

Vila Autódromo ist seit längerer Zeit im Gespräch als Baustätte für die Olympischen Spiele. Diese Diskussion nutzte die örtliche Gemeinde, gemeinsam mit den Universitäten Universidade Federal da Rio de Janeiro (UFRJ) und Universidade Federal Fluminense (UFF), um ein Gespräch mit Regierungsvertretern anzustoßen, dass bei künftigen Bauarbeiten auch die Bedürfnisse der Anwohner von Vila Autódromo berücksichtigt werden. Die Jury zeigte sich vor allem von dem Langzeitcharakter der zweijährigen Initiative beeindruckt. Darüber hinaus lobte sie auch die erfolgreiche Partnerschaft zwischen örtlichen und gesetzlichen Vertetern.

Gewinner 2013: Pontilhão Cultural

Pontilhão Cultural, eine frühere Müllhalde, wurde unter den Bemühungen der naheliegenden Gemeindeeinrichtung Lona Cultural in einen kulturellen Treffpunkt für die Bewohner von Maré verwandelt, wo nun regelmäßig Workshops, Vorlesungen und andere Veranstaltungen stattfinden. Als eine langfristige Zusammenkunft von Künstlern und Kulturaktivisten bietet Pontilhão Cultural jungen Menschen eine sichere Umgebung, um sich zu entfalten und auszutauschen.

Zwei weitere Projekte wurden durch die Jury mit Special Mention geehrt. Censó Mare und Agência de Redes para a Juventude setzen sich für die Bedürfnisse derjenigen ein, die von sozialen Netzen unberücksichtigt bleiben: während Agência den Unternehmergeist von jungen Menschen aus sozial benachteiligten Gegenden fördet, registriert Censo Maré die Wohnorte und Bedürfnisse der Bewohner von Maré, die sich nicht in offiziellen Statistiken wiederfinden.

Agência de Redes para Juventude © Adair Aguiar
Agência de Redes para a Juventude, welches dieses Jahr als Special Mention ausgezeichnet wurde, entstand in Kooperation mit Osservatorio de Favelas und mehreren Universitäten. Das Projekt bietet jungen Menschen aus unterprivilegierten Stadtteilen das notwendige Training, um ihre innovative Ideen effektiv zu realisieren.

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