08. Oktober 2014

Impact Investment: Das unsichtbare Herz der Märkte. Deutsche Bank leistet Beitrag zum Bericht der Impact Investment Taskforce der G8

Die „Taskforce on Social Impact Investment“, während der G8-Präsidentschaft Großbritanniens ins Leben gerufen, forderte nun die Regierungen und den Finanzsektor auf, bis zu eine Billion US-Dollar aus dem privaten Sektor als so genanntes „Impact Investment“ zur Bekämpfung sozialer und ökologischer Probleme verfügbar zu machen.

Social Impact Investment

Der vor kurzem veröffentlichte Bericht zeigt auf, in welchem Umfang „Impact Investment“ zur Lösung einiger der drängendsten Probleme der Gesellschaft wie z.B. Kinderbetreuung, Pflege im Alter, Unterstützung benachteiligter Stadtteile, finanzielle Inklusion, Wohnungsbau und Verringerung der Rückfallquote von Strafgefangenen beitragen kann. Bei Social Impact Investments handelt es sich um – direkt oder über Fonds durchgeführte – Investitionen in Unternehmen und Organisationen aus dem sozialen Sektor, mit deren Hilfe messbare positive Ergebnisse für Gesellschaft und Umwelt und gleichzeitig eine finanzielle Rendite erzielt werden sollen.

Die Wirkung von Investitionen erhöhen

Der Bericht mit dem Titel Impact Investment: The Invisible Heart of Markets – Harnessing the power of entrepreneurship, innovation and capital for public good („Das unsichtbare Herz der Märkte – unternehmerisches und innovatives Denken und Kapital zum Wohle aller nutzen“) wurde unter der Leitung von Sir Ronald Cohen erstellt, der zu den Gründern von Apax Partners Worldwide LLP gehört und das Unternehmen von 1972 bis 2005 leitete. Cohen erläuterte: „Es geht nicht darum, staatliche Ausgaben zu erhöhen oder zu senken, sondern darum, die Regierungen dabei zu unterstützen, von der Innovationskraft und dem Kapital des privaten Sektors zu profitieren, damit sie die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel effizienter einsetzen können. Impact Investment will die Wirkung von Investitionen erhöhen. Es setzt die Macht unternehmerischen Denkens und Kapitals und die Macht der Märkte ein, um Gutes zu tun. So wird die unsichtbare Hand durch das unsichtbare Herz der Märkte gesteuert.“

Ein neues Modell für ‚nachhaltigen Kapitalismus‘

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos hatte der britische Premierminister David Cameron im Jahr 2013 erklärt: „Wir wollen in Zusammenarbeit mit den anderen G8-Ländern den Markt für soziale Investitionen vergrößern und das Investitionsvolumen erhöhen, damit sich die besten sozialen Innovationen weiter verbreiten und uns dabei helfen, unseren gemeinsamen sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen entgegenzutreten.“

Colin Grassie, der CEO von Deutsche Bank UK und Mitglied des Group Executive Committee, hatte auf Bitten von Premierminister Cameron bei der G8-Konferenz im Juni 2013 eine Rede gehalten. Dort wurde eine Taskforce angekündigt, die einen globalen Markt für Impact Investment aufbauen sollte. Grassie stellte seine Vision von Impact Investment vor: „Wenn sich Institute wie die Deutsche Bank umfassend engagieren, hat das Impact Investment-Segment das Potenzial, eine signifikante Anlageklasse zu werden, aus der ein neues Modell für ‚nachhaltigen Kapitalismus‘ hervorgehen kann. Impact Investment sollte vollständig in das Geschäftsmodell integriert werden, nicht nur als ein nettes Extra, sondern als fester Bestandteil des Geschäfts. Meine Vision ist, dass jeder Asset Manager einen Fonds für Investments mit sozialer Wirkung hat.“ (Sie können die Rede hier noch einmal sehen.)

Schätzungen von J.P. Morgan zufolge können heutzutage Investitionen in Höhe von 10,6 Milliarden US-Dollar als Impact Investment im weiteren Sinne eingestuft werden. Zahlreiche Marktteilnehmer gehen davon aus, dass sich das Volumen künftig noch erhöhen wird. Dem Bericht zufolge haben Anleger, die insgesamt 45 Billionen Dollar verwalten, zugesagt, verantwortungsbewusste Investitionen durchführen zu wollen. Ein Teil dieser Mittel könnte für Impact Investments eingesetzt werden.

Die Empfehlungen der G8-Taskforce

Mehrere Abteilungen der Deutschen Bank trugen zu den Berichten der nationalen Advisory Boards in Deutschland, Großbritannien und Italien sowie der Arbeitsgruppe Asset Allocation der G8-Taskforce bei. Im Bericht werden folgende Empfehlungen ausgesprochen:

  • Pensionsfonds und Anbieter von steuerbegünstigten Sparplänen und Produkten dazu aufrufen, auch Impact Investments anzubieten
  • Gemeinnützige Stiftungen und Trusts dazu auffordern, einen Teil der Mittel von gemeinnützigen Stiftungen und umfangreichen Investmentportfolios für Impact Investments zu verwenden
  • Die breite Masse der Anleger und die Öffentlichkeit durch einen gewissen Schutz der Investitionen zu einem verstärkten Engagement in Impact Investment ermutigen
  • Ein Gütesiegel für Impact Investment-Produkte schaffen, um deren Qualität zu zertifizieren, anerkannte Standards für sie zu schaffen und sie in einem komplexen Marktumfeld erkennbar und von anderen Investments unterscheidbar zu machen
  • Social Impact-Anleihen und Development-Impact-Anleihen entwickeln
  • Hochrangige Minister benennen, die sich sowohl im staatlichen Apparat als auch darüber hinaus für Impact Investment einsetzen
  • Es Unternehmen, die im Impact-Investment-Bereich tätig sind, ermöglichen, ihre soziale Mission juristisch festzuschreiben, und regulatorische Hindernisse im Zusammenhang mit Treuhandpflichten abbauen
  • Regulatorische und steuerliche Anreize für Investitionen in soziale Unternehmen und gemeinnützige Organisationen ausbauen, so dass es Anlegern möglich wird, ihr Impact Investment steuerlich geltend zu machen
  • Rechtliche und regulatorische Rahmenwerke für gemeinnützige Organisationen überarbeiten, damit diese besser unternehmerische Risiken eingehen und neue Innovationen einführen können, wenn es ihrer Mission nützt
  • Bessere und transparentere Daten zu den Kosten veröffentlichen, die eine Lösung sozialer Probleme für den Staat mit sich bringt, um den Markt für Impact Investment für mehr Teilnehmer attraktiv zu machen

Deutsche Bank Aktivitäten im Bereich Impact Investment

Es gibt zahlreiche Beispiele für das aktive Impact Investment der Deutschen Bank:

  • In den USA hat die Global Social Finance Group in den vergangenen 20 Jahren über 2,5 Milliarden US-Dollar in Impact Investments angelegt
  • In Europa hat Deutsche Asset & Wealth Management stark in Impact-Investment-Fonds investiert, die sich auf Nahrungsmittelsicherheit, Bekämpfung der Armut, Schaffung von Arbeitsplätzen und Abmilderung des Klimawandels konzentrieren.
  • Die Deutsche Bank Italien hat eine soziale Anleihe mit einem Volumen von 20 Millionen Euro für Banco Alimentare aufgelegt, eine Organisation, die überschüssige Lebensmittel an Bedürftige verteilt.
  • 2011 legte die Deutsche Bank einen gesonderten, „ring-fenced“ Fonds auf, den Impact Investment Fund I. Dieser Fonds investiert 10 Millionen Pfund Sterling in Fonds, die soziale und Umweltzwecke verfolgen. Vor kurzem investierte der IIF eine Million GBP in den ersten Social Impact-Rentenfonds in Großbritannien, der im dritten Quartal 2014 mit einem Volumen von 25 Millionen Pfund geschlossen wurde.
Klimaprojekte

Bis zu 1 Billion US-Dollar

sollen aus dem privaten Sektor als so genanntes „Impact Investment“ zur Bekämpfung sozialer und ökologischer Probleme verfügbar gemacht werden, fordert die Taskforce der G8.

„Wenn sich Institute wie die Deutsche Bank umfassend engagieren, hat das Impact Investment-Segment das Potenzial, eine signifikante Anlageklasse zu werden, aus der ein neues Modell für ‚nachhaltigen Kapitalismus‘ hervorgehen kann. Impact Investment sollte vollständig in das Geschäftsmodell integriert werden, nicht nur als ein nettes Extra, sondern als fester Bestandteil des Geschäfts.”

Colin Grassie CEO der Deutsche Bank UK und Mitglied des Group Executive Committee

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