Deutsche Bank – Verantwortung
26. September 2012

Ohne Energieeffizienz keine Energiewende

Auf kaum einem anderen Feld wird so deutlich wie beim Ausbau der Energieeffizienz, wie Banken der Realwirtschaft dienen, indem sie dem gesellschaftlichen wie dem ökologischen Aspekt des Nachhaltigkeitsgedankens Gewicht verschaffen und dabei gleichzeitig Ertrag generieren.

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„Wie gelingt die Energiewende? Energieeffizienz bei Gebäuden als zentraler Baustein einer künftigen Energiepolitik“ – Unter diesem Motto stand eine hochrangig besetzte Konferenz, zu welcher der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) am 14. September 2012 ins Atrium der Deutschen Bank in der Berliner Charlottenstraße geladen hatte.

Die Energiewende kann nur gelingen, wenn neben der Umstellung der Energieversorgung auf regenerative Energien auch eine deutliche Steigerung der Energieeffizienz erreicht wird. Verbesserungen im Gebäudebereich spielen hierbei eine wichtige Rolle, denn nach wie vor gehen mehr als 40 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland und der EU auf den Betrieb von Gebäuden zurück.

Dass es dazu passender Finanzierungskonzepte bedarf, stand außer Frage: Auf kaum einem anderen Feld wird so deutlich wie beim Ausbau der Energieeffizienz, wie Banken der Realwirtschaft dienen, indem sie dem gesellschaftlichen wie dem ökologischen Aspekt des Nachhaltigkeitsgedankens Gewicht verschaffen und dabei gleichzeitig Ertrag generieren. „Wenn es darum geht, die Ziele Deutschlands im Bereich der Energiewende und Energieeffizienz zu erreichen, sind der Finanzsektor und die Deutsche Bank wichtige Partner“, bekräftigte Harald Eisenach, Mitglied der Geschäftsleitung der Deutschen Bank in Berlin. Er unterstrich die Anstrengungen der Deutschen Bank, auch in die Energieeffizienz ihrer eigenen Gebäude zu verbessern und die dabei gewonnene Expertise in Finanzprodukte einfließen zu lassen. Dazu zählt das Mandat für den European Energy Efficiency Fund genauso wie Kredite zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden.

Vor diesem Hintergrund dieser Einführung diskutierten in Berlin Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Industrie über anstehende Aufgaben, sich bietende Chancen und politische Notwendigkeiten. „Die Energiewende entscheidet sich an zwei Punkten: an der technischen Machbarkeit, und an den politischen Rahmenbedingungen“, erklärte Holger Lösch, Mitglied der BDI Hauptgeschäftsführung.

Bundesumweltminister Peter Altmaier kündigte an, dass Energieeffizienz für die Politik ab Oktober 2012 ein „prioritäres Thema“ sein werde: „Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg haben wir die Chance, ein durchgreifendes horizontales Energieeffizienz-Programm zu installieren.“ In Sachen Energieeinsparungsgesetz verhandle man mit den Bundesländern darüber, zusätzliche Abschreibungsmöglichkeiten einzuführen – ein Ansatz, der in der Podiumsdiskussion einhellig begrüßt wurde. Die Abschreibungsmöglichkeiten könnten, so der Tenor, wie ein Konjunkturpaket wirken. Die Gesprächsrunde kritisierte jedoch die verzögerte Umsetzung durch die Politik, die zu Unsicherheit und einer Haltung des Abwartens führe.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler plädierte in seinem Vortrag dafür, die heutige Vielzahl von Förderwegen für Effizienzmaßnahmen durch ein einziges marktwirtschaftliches Instrument zu ersetzen. Über die Fördersätze für Erneuerbare Energien müsse man allerdings nachdenken. Wenn letztere perspektivisch einen Marktanteil von 35 Prozent erreichten, sei das kein Nischenmarkt mehr, so Rösler.

Bei allen Unterschieden im Detail blieb das Ziel unbestritten: Die Energiewende soll die Basis für ein zukunftsfähiges Energiesystem in Deutschland schaffen – ein System, in dem energieeffiziente Gebäude ein tragendes Element darstellen.