Governance: Verantwortungsvolle und nachhaltige Unternehmensführung

Nachhaltige Unternehmensführung bei der Lenkung eines weltweit aktiven Konzerns wie der Deutschen Bank setzt ein wirksames System der Steuerung und Kontrolle voraus. In unserer Bank haben wir dazu differenzierte Prozesse und Strukturen etabliert. Sie bilden unser Fundament für die verantwortungsvolle Leitung des Unternehmens.

Unsere Corporate Governance stellt die verantwortungsbewusste, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Führung und Kontrolle unseres Unternehmens sicher. Die wesentlichen Grundlagen sind für uns vor allem das deutsche Aktiengesetz und der Deutsche Corporate Governance Kodex. Da unsere Aktie auch an der New Yorker Börse notiert ist, unterliegen wir darüber hinaus den US-amerikanischen Kapitalmarktgesetzen und Bestimmungen der Securities and Exchange Commission sowie der New York Stock Exchange.

Unser Bekenntnis zu internationalen Standards und Initiativen

Neben Gesetzesvorgaben und Vorschriften fließen international anerkannte Standards und Selbstverpflichtungen in unsere internen Richtlinien und Weisungen ein. Dazu zählen beispielsweise:

  • UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte
  • UN-Prinzipien für verantwortungsvolles Investieren
  • IFC Performance Standards / EHS Richtlinien
  • Oslo-Konvention über Streubomben
  • Kriterien des Roundtable on Sustainable Palm Oil
  • Deutscher Corporate Governance Kodex
  • Standards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO)
  • OECD-Richtlinien für multinationale Unternehmen
  • Prinzipien des UN Global Compact
  • Prinzipien der Wolfsberg Gruppe
  • Standards des OFAC (Office of Foreign Assets Control)
  • Transparency International Korruptionswahrnehmungsindex (CPI)
  • Weisungen der Financial Action Task Force on Money Laundering
  • Deutscher Nachhaltigkeitskodex
  • ISO 14001

Vereinbarungen wie zum Beispiel der Global Compact der Vereinten Nationen umfassen auch die Wahrung der Menschenrechte oder setzen sie als grundlegend voraus. Die Deutsche Bank hat diesem Thema in den letzten Jahren besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Nachhaltige Unternehmensführung bedeutet für uns auch, Richtlinien und Prozesse zu entwickeln, die Menschenrechtskriterien in unser Risikomanagement integrieren.

Verhaltens- und Ethikkodex der Deutschen Bank

Dieser Kodex legt die Werte und Mindeststandards für das Verhalten aller Mitarbeiter untereinander sowie gegenüber internen und externen Stakeholdern fest. [PDF / 260 KB]

„Wir erwarten vollständige Integrität beim Handel und die Wahrung der Interessen unserer Kunden. Wir garantieren den Aufbau eines langfristigen und nachhaltigen Geschäftsmodells und die disziplinierte Nutzung knapper Ressourcen. Und wir erwarten, dass wir als echtes Team zusammenarbeiten. In der Art und Weise, wie wir unsere Mitarbeiter führen, schulen, bezahlen und befördern, sind diese Werte mehr denn je verankert.”

Jürgen Fitschen und Anshu Jain Co-Vorsitzende des Vorstands, bei der Jahrespressekonferenz am 31. Januar 2013

Eine starke Risikokultur aufbauen

Unsere Initiative zur Stärkung der Risikokultur untermauert, wie wichtig das Verhalten jedes Einzelnen für den langfristigen Erfolg der Bank ist. Von unseren Mitarbeitern erwarten wir, dass sie

  • sich voll verantwortlich fühlen für mögliche Risiken der Bank
  • Risiken gründlich, vorausschauend und umfassend bewerten
  • konstruktive Kritik fördern, äußern und respektieren
  • Probleme gemeinsam erkennen und beheben
  • die Deutsche Bank und ihre Reputation in den Mittelpunkt ihrer Entscheidungen stellen

Corporate Governance – Funktionen von Aufsichtsrat und
Vorstand

Corporate governance

Werte und Prinzipien

Um den Vertrauensverlust im Nachgang der Finanzkrise umzukehren, haben wir einen Wandel unserer Unternehmenskultur angestoßen und eine nachhaltige Unternehmensführung gestärkt. Verantwortlichkeit steht im Fokus unseres Handelns. Die Beurteilung unserer Mitarbeiter bemisst sich an der langfristigen Orientierung ihrer Entscheidungen.

Wir legen großen Wert auf eine positive Compliance-Kultur: Von unseren Mitarbeitern erwarten wir, dass sie sich jederzeit verantwortungsvoll, aufrichtig und integer verhalten. Unser Verhaltens- und Ethikkodex beschreibt unsere Werte und Mindestanforderungen an ein ethisches Geschäftsgebaren. Sie gelten für den Umgang unter Kollegen ebenso wie im Kontakt mit Kunden, Geschäftspartnern, Wettbewerbern, Behörden und Anteilseignern. Der Ethikkodex bildet zudem den Kern unserer Policies, die festlegen, wie sich Mitarbeiter und Führungskräfte zu verhalten haben, um geltende Gesetze und Vorschriften zuverlässig einzuhalten.

Selbstverständlich ist auch jede Form korrupten Verhaltens unseren Mitarbeitern untersagt. Sie dürfen keinerlei Bestechungsgelder annehmen, anbieten, bezahlen oder genehmigen. Unsere Richtlinie zur Vermeidung von Korruption hält unsere Grundsätze fest. Wir erfassen Geschenke, haben eine weltweite Hotline für Hinweise auf Regelverstöße eingerichtet, lassen risikobasierte Überprüfungen durch unabhängige Dritte durchführen und schulen unsere Mitarbeiter.

Nachhaltige Unternehmensführung in der Bank verankern

Um unser Unternehmen stärker auf das Leitbild der Nachhaltigkeit hin auszurichten, haben wir eine Nachhaltigkeitspolicy definiert. Sie dient uns als Grundlage, um über Organe wie die Sustainability Boards unserer Geschäftseinheiten oder das Responsible Banking Committee unseres Bereichs Privat- und Geschäftskunden nachhaltiges Handeln in der Bank zu verankern und voranzutreiben.

Im Kerngeschäft sorgen wir mit Vorgaben wie unseren ESG-Richtlinien dafür, dass Umweltkriterien, soziale Kriterien sowie Kriterien einer nachhaltigen Unternehmensführung (Environmental, Social, Governance – ESG) berücksichtigt werden.

Seit 1999 verfügen wir über ein konzernweites Nachhaltigkeits-Management-System, das nach der internationalen Norm ISO 14001 zertifiziert ist und auch gesellschaftlich-soziale und Governance-Aspekte integriert. 2012 wurden wir erneut für drei Jahre rezertifiziert.

Koordiniert werden unsere Nachhaltigkeitsmaßnahmen von der Konzernbeauftragten für Nachhaltigkeit gemeinsam mit den weltweit basierten Nachhaltigkeitsbeauftragten unserer Geschäftsbereiche und Infrastruktureinheiten. Außerdem ist sie stellvertretende Vorsitzende des bereichsübergreifenden Environmental Steering Committee und im Group Reputational Risk Committee für Fragen der Nachhaltigkeit zuständig.

Unsere Geschäftseinheiten haben darüber hinaus jeweils spezifische Governance-Strukturen. So setzte unser Privatkundengeschäft 2012 ein Responsible Business Committee ein, im selben Jahr etablierte unser Geschäftsbereich für Vermögensverwaltung ein europäisches ESG Steering Committee. Durch die verschiedenen Maßnahmen stärken wir die verantwortungsvolle und nachhaltige Unternehmensführung und kommen so unserer Verpflichtung als weltweit agierender Konzern nach.

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Corporate Governance

Wirkungsvolle Corporate Governance, die hohen internationalen Standards entspricht, ist Teil unseres Selbstverständnisses. mehr

Der Integritätsausschuss

Der Integritätsausschuss berät und überwacht den Vorstand fortlaufend im Hinblick darauf, - ob die Geschäftsleitung einer wirtschaftlich tragfähigen und nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens verpflichtet ist und unter Beachtung der Grundsätze guter und verantwortungsvoller Unternehmensleitung sowie unter Wahrnehmung der sozialen Verantwortung des Unternehmens und gleichzeitiger Schonung der natürlichen Ressourcen der Umwelt erfolgt (Environment Social Governance - ESG) und - ob die Ausrichtung der betriebswirtschaftlichen Unternehmensführung an diesen Werten mit dem Ziel einer ganzheitlichen Unternehmenskultur ausgerichtet ist. mehr

Unser Vergütungskontrollausschuss

Der Vergütungs­kontroll­aus­schuss unterstützt den Auf­sichts­rat bei der an­ge­messenen Aus­ge­stal­tung der Vergütungssysteme für die Geschäftsleiter. mehr

„Eine starke Risikokultur hängt gleichermaßen von den Einstellungen und Verhaltensweisen unserer Mitarbeiter wie von effektiven Kontrollen ab. Mein Team entwickelt und implementiert Initiativen, die das Risikoverständnis von Mitarbeitern erhöhen und eine stärkere Verbindung zwischen Verhaltensweisen und Vergütung fördern. Das trägt dazu bei, eine Kultur zu schaffen, in der alle Mitarbeiter verantwortungsbewusst handeln.”

Dörte Gerlach, London Head of Risk Culture Initiatives im Bereich Risikomanagement der Deutschen Bank

Fragen und Antworten zur Corporate Governance der Deutschen Bank

Spätestens seit der Finanzmarktkrise in 2008 ist die Verbesserung der Corporate Governance für Finanzinstitute zur Priorität geworden. Wir als Deutsche Bank sind uns der hohen Bedeutung eines verstärkten Corporate Governance-Fokusses bewusst und haben entsprechende Maßnahmen eingeleitet, um die von uns wahrgenommenen Kernthemen auf Konzernebene zu adressieren.

In den vergangenen Jahren wurden für Finanzinstitute zahlreiche neue gesetzliche und aufsichtsrechtliche Anforderungen eingeführt. Die Deutsche Bank hat diese bereits implementiert oder ist dabei, sie umzusetzen.

Für die Deutsche Bank ist es von großer Bedeutung, eine wirkungsvolle Corporate Governance im Einklang mit internationalen Standards und Best-Practice-Verfahren vorzuweisen. Unser Corporate Governance-System basiert auf fünf Elementen:

  • Effektive Entscheidungsfindung auf der Grundlage angemessener Informationen;
  • Gute Beziehungen zu den Aktionären;
  • Effiziente Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat;
  • Leistungsbasiertes Vergütungssystem mit nachhaltigem und langfristigem Fokus;
  • Transparente und zeitnahe Berichterstattung.

Die Deutsche Bank ist bestrebt, diese Elemente optimal umzusetzen, nach deutschen, meist aus europäischer Rechtssetzung folgenden gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen unter Berücksichtigung regionaler Aspekte.

 

1. Wie ist die Leitung der Deutschen Bank aufgestellt?

Dem Vorstand der Deutschen Bank obliegt die Leitung der Bank in eigener Verantwortung, während der Aufsichtsrat den Vorstand bestellt, überwacht und berät. Darüber hinaus ist der Aufsichtsrat in Entscheidungen, die von grundlegender Bedeutung für die Bank sind, unmittelbar eingebunden. Für Vorstand und Aufsichtsrat gelten Geschäftsordnungen, die die Rechte und Verantwortlichkeiten beider Gremien im Corporate Governance-Rahmenwerk der Deutschen Bank festlegen. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf unserer Investor Relations-Internetseite.

 

2. Entspricht die Deutsche Bank dem Corporate Governance Kodex?

In Einklang mit deutschem Recht erklären wir jährlich die Entsprechung mit den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und begründen etwaige Abweichungen in einer sogenannten Entsprechenserklärung. Hierzu gehört auch die Veröffentlichung eines Corporate Governance-Berichts, der zusätzliche Informationen zur Corporate Governance-Organisation der Deutschen Bank enthält.

 

3. Welche Rolle spielt Corporate Governance für die Strategie der Bank?

Die Deutsche Bank hat im vergangenen Jahr zahlreiche Initiativen eingeleitet, die zur Förderung guter Corporate Governance beitragen und gemeinsam die Strategie 2015+ unterstützen.

Die Einstellung eines Chief Governance Officer (CGO) und die Einrichtung einer Global Corporate Governance-Funktion gehörten zu den wesentlichen Initiativen. Der CGO berichtet an den Vorstand und berät diesen zu Governance-Strukturen und -Prozessen der Deutschen Bank. Der Vorstand hat für diese Position einen unabhängigen und anerkannten Experten gewählt.

Das Global Corporate Governance-Team implementiert derzeit ein Programm zur Stärkung der Mandate, um transparente und umfassend abgestimmte Positions- und Mandatsbeschreibungen für Top-Führungskräfte zu erzielen und die Dokumentation von Governance-Kontrollprozessen weiterzuentwickeln. Dies umfasst die Delegation von Befugnissen, Berichtslinien, Informationsfluss und Eskalationsketten sowohl für Einzelpersonen als auch für Komitees.

Wir sind davon überzeugt, dass die Globale Corporate Governance-Funktion und ihr Arbeitsplan Synergien mit anderen wesentlichen Initiativen des Vorstands bildet und diese ergänzt, wie beispielsweise die Strategie 2015+ und das „drei Verteidigungslinien“ („3-Lines of Defense“)-Projekt.

Die neuen Organisationsstrukturen und der Arbeitsplan rücken die Corporate Governance noch mehr in den Fokus und stärken die Lenkung und Überwachung des Unternehmens nachhaltig.

 

4. Wo steht Corporate Governance in der Zukunft?

Wir haben dezidierte Maßnahmen eingeleitet, um auch künftig das anhaltende Wachstum der Deutschen Bank in einem zeitgemäßen und globalen Regulierungs- und Finanzaufsichtsrahmen sicherzustellen. Die Globale Corporate Governance-Funktion ist integraler Bestandteil unserer Organisation. Ihr Ziel ist es, unsere Corporate Governance nachhaltig fortzuentwickeln und zu stärken.

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