Kohle

Die Deutsche Bank unterstützt ein insgesamt ausgewogenes Energiekonzept und berücksichtigt dabei sowohl wirtschafliche als auch ökologische und soziale Aspekte bei einer gleichzeitig zukunftsweisenden Ausrichtung.

Kohle wird weiterhin benötigt, bis die erneuerbaren Energien die Nachfrage in ausreichendem Maß abdecken. Bei Bergbauvorhaben und der Energiegewinnung erwarten wir die Anwendung von bestmöglichen Technologien, um die negativen Auswirkungen auf die Umwelt möglichst gering zu halten. Zudem fordern wir, dass sie Nachhaltigkeitskriterien wie die IFC Performance Standards berücksichtigen und ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem wie etwa nach ISO 14001 einrichten.

Mountain Top Removal

Obwohl Mountain Top Removal (MTR) ein etabliertes und reguliertes Bergbauverfahren ist, unterliegt es einer regelmäßigen politischen, rechtlichen und regulatorischen Prüfung. Genauso wie einige andere Akteure im Bergbausektor, stellen wir seit dem Jahr 2008 einen stetigen Rückgang der MTR-Aktivitäten fest. Wir gehen davon aus, dass dieses Verfahren kurz- bis mittelfristig nicht mehr angewandt werden wird. Unter Berücksichtigung dieser Entwicklung haben wir unsere Position zu MTR angepasst. Dementsprechend ziehen sich die Deutsche Bank und ihre Tochtergesellschaften schrittweise aus der Vergabe von Krediten an und der Ausgabe von Anleihen und Aktien für Bergbauunternehmen zurück, sofern diese wesentlich zur Kohleproduktion durch MTR-Verfahren in den USA beitragen.

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Aktuelle Entwicklungen

Die Deutsche Bank wird von BankTrack im Bericht “Banking on Coal” vom Dezember 2014 als #10 der Kohlebanken gelistet; warum unterstützt sie weiterhin diese Industrie?

Die Deutsche Bank unterstützt die Umsetzung eines ausgewogenen und zukunftsorientierten globalen Energiesystems, das neben wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsaspekte berücksichtigt.

Derzeit ist es noch nicht möglich, den erheblichen weltweiten Energiebedarf allein durch erneuerbare Energiequellen zu decken. Aus diesem Grund werden wir auch weiterhin eine große Bandbreite an Technologien für die Energiegewinnung finanzieren. Vor dem Hintergrund des steigenden Energiebedarfs lässt sich in einigen Regionen der Welt die Nutzung von Kohle jedoch nicht vermeiden.

Alle Transaktionen, bei denen wir Finanzierungslösungen für den Bau neuer oder den Ausbau bestehender Kohlekraftwerke anbieten, müssen einer gründlichen Prüfung in Bezug auf die ökologischen und sozialen Aspekte unterzogen werden. Ferner ist unter Umständen eine Überprüfung im zuständigen regionalen Reputationsrisikokomitee erforderlich.

Unsere Due Diligence-Prüfung ökologischer und sozialer Risiken berücksichtigt folgende Aspekte:

  • Aktuelle Energiesituation der Region sowie künftiger Energiebedarf,
  • Energiestrategie der lokalen Regierung, einschließlich der Ziele für die Stromerzeugung,
  • CO2-Kontext der Region,
  • Verfügbarkeit alternativer Brennstoffe und Studien/Analysen zur Bewertung der Optionen,
  • Eingesetzte Technologien und Emissionsleistung des Projekts, vor allem ob dieses auf die Nutzung der am besten geeigneten Technologien ausgerichtet ist, um hohe Effizienzwerte zu erreichen und damit die Treibhausgasemissionen zu verringern (zusätzlich Benchmarking mit den aktuellen Durchschnittsemissionen des Landes).

Für bestimmte Entwicklungsländer werden zusätzlich die Screening-Kriterien der Weltbank als Leitlinien für die Überprüfung angewandt.

Wie kann sich die Deutsche Bank trotz der kontroversen Auswirkungen auf Umwelt und die Gesellschaft an Geschäften im Bergbausektor beteiligen?

Alle Transaktionen, die Finanzdienstleistungen für die Bergbaubranche beinhalten (Abbau von Mineralien und Metallen sowie damit verbundene Aktivitäten), erfordern eine erweiterte Due Diligence-Prüfung in Bezug auf ökologische und soziale Risiken. Sofern erforderlich, werden Transaktionen, bei denen Finanzdienstleistungen für neue Bergbauprojekte (Greenfield-Projekte) erbracht werden, dem zuständigen regionalen Reputationsrisikokomitee zur Überprüfung vorgestellt.

Die Due Diligence-Prüfung zu ökologischen und sozialen Aspekten von Bergbautransaktionen fokussiert sich auf folgende Kriterien:

  • Einhaltung lokal geltender ökologischer und sozialer Gesetze und Vorschriften sowie Vorliegen aller notwendigen Genehmigungen,
  • Qualität von Risiko-Management-Systemen zur Steuerung ökologischer & sozialer Risiken, einschließlich einer Governance-Struktur, Richtlinien und Leistungskennzahlen, z. B. zu Treibhausgasemissionen und Energieeffizienz, Erfolgsbilanz beim Management von Gesundheits- und Sicherheitsrisiken etc.,
  • Transparenz bei der Einbindung von Stakeholdern und Beitrag zur Entwicklung lokaler Gemeinschaften,
  • Transparenz zu wesentlichen, mit dem Kunden in Zusammenhang stehenden ökologischen und sozialen Problemstellungen, einschließlich Sicherheits- und Governancethemen, sowie Ansatz zu deren Lösung,
  • Die Beurteilung ökologischer und sozialer Risiken umfasst darüber hinaus und bei Bedarf, ob und inwieweit Kunden folgende Best Practice-Verfahren/-Standards berücksichtigen:
    • OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen,
    • Performance Standards der International Finance Corporation (IFC),
    • General Environmental, Health, and Safety (EHS) Guidelines von Weltbank/IFC,
    • EHS Guidelines for Mining von Weltbank/IFC,
    • Sustainable Development Principles des International Council on Mining and Metals,
    • Voluntary Principles on Security and Human Rights.

Durch den aktiven Austausch mit unseren Kunden ermutigen wir diese, bewährte Branchenverfahren anzuwenden.

Ein Fallbeispiel

Kohlebergbau

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