Frankfurt am Main, 28. August 2012

Umfrage-Ergebnisse: Mittelständische Unternehmen stellen im Chinageschäft auf Renminbi um / Renminbi Handelsvolumen hat sich innerhalb der letzten 15 Monate verdoppelt


Eine steigende Anzahl von Unternehmen stellt im Chinageschäft auf die chinesische Währung Renminbi (RMB) um, das hat eine repräsentative Umfrage der Deutschen Bank unter Unternehmen in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien ergeben. Aktuell fakturiert erst jedes fünfte Unternehmen in Renminbi, doch 80 Prozent der Unternehmen wollen ihre Rechnungsstellung umstellen. Durch die Umstellung erzielen Unternehmen bei Verhandlungen mit chinesischen Geschäftspartnern Preisvorteile von durchschnittlich 4,8 Prozent.

„Vor allem mittelständische Unternehmen wickeln ihr Chinageschäft zunehmend in Renminbi ab“, sagte Frank Scholler, der bei der Deutschen Bank zuständig ist für den Vertrieb von RMB-Dienstleistungen in Europa. Unternehmen haben dadurch zahlreiche Vorteile: Sie erweitern ihre Zuliefer- und Kundenbasis um chinesische Unternehmen, die bisher nur beschränkten Zugang zu westlicher Währung hatten und verbessern ihre Verhandlungsposition gegenüber chinesischen Kunden und Zulieferern. „Darüber hinaus sinken Transaktionskosten und Unternehmen erzielen Preisvorteile von durchschnittlich fast 5 Prozent“, erläuterte Frank Scholler die Ergebnisse der Umfrage.

Trotz zunehmender Schwankungen auf den Währungsmärkten sichern nur rund die Hälfte der befragten Unternehmen bei Geschäften in Renminbi Wechselkursrisiken ab.

Für Unternehmen sind die größten Hindernisse beim grenzüberschreitenden Währungsverkehr eine langsame Zahlungsabwicklung (rund 30 Prozent) und Schwierigkeiten bei der Genehmigung von Zahlungen durch chinesische Behörden (rund 15 Prozent). „Verfahren, die den Zahlungsverkehr in Renminbi beschleunigen und vereinfachen, helfen deutschen Unternehmen ihre Wettbewerbsposition in China zu stärken“, so Frank Scholler.

Die Deutsche Bank hat im Juni dieses Jahres mit der chinesischen Zentralbank im Rahmen eines Pilotprojektes als weltweit erste Bank ein vereinfachtes Verfahren für die Abwicklung von grenzüberschreitenden RMB-Zahlungen eingeführt. Dadurch entfällt für Unternehmen, die über dieses System RMB-Zahlungen abwickeln die Notwendigkeit,  jedes Grundgeschäft, das einer Transaktion zugrunde liegt, einzeln zu dokumentieren. 

Der Handel mit der chinesischen Währung Renminbi außerhalb Chinas erreicht aktuell einen Gegenwert von rund 2 Mrd. US$ pro Tag. Damit hat sich das Handelsvolumen im Währungspaar US$/ Renminbi innerhalb der letzten 15 Monate verdoppelt (Mai 2011: 1 Mrd. US$). Das grenzüberschreitende RMB-Abwicklungsvolumen ist  im ersten Halbjahr dieses Jahres um 42 Prozent gestiegen auf 1,4 Mrd. RMB im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Deutsche Bank wickelt über ihre Systeme zwischen 20 und 30 Prozent des weltweiten Handels in Renminbi (außerhalb Chinas) ab.


Zur Umfrage:
Im April und Mai 2012 wurden 102 Unternehmen aus Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien über ihre Erfahrungen im Chinageschäft befragt. Rund 60 Prozent der befragten Unternehme hatten einen Umsatz von unter 10 Mio RMB im Chinageschäft.


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Letzte Änderung: 2.9.2013
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