News 6. April 2017

John Cryan: "Gegengewicht zur US-Kapitalmarktmaschinerie"

Europa muss aus John Cryans Sicht gemeinsam handeln, um als globaler Finanzplatz nicht an Bedeutung zu verlieren: „Ich bin großer Anhänger einer europäischen Kapitalmarkt-Union", sagte der Vorstandschef der Deutschen Bank beim Bankentag 2017 in Berlin. „Sie ist wichtig, um ein Gegengewicht zur amerikanischen Kapitalmarkt-Maschinerie zu setzen.“ Ungeachtet des Antrags Großbritanniens auf einen Austritt aus der Europäischen Union sei er für das Projekt „optimistisch, auch wenn eine Menge Arbeit vor uns liegt“, sagte Cryan vor rund 700 Gästen im BCC-Kongresszentrum am Alexanderplatz.

John Cryan Cryan diskutierte beim Bankentag auf einem Panel zum Thema „Auf dem Weg zum europäischen Finanzbinnenmarkt – Anspruch und Realität“ mit EU-Vizepräsident Valdis Dombrovskis, dem Frankfurter Finanzprofessor Jan Pieter Krahnen und mit Elke König, Vorsitzende der europäischen Abwicklungsbehörde (Single Resolution Board). Die Konferenz, die der Bundesverband deutscher Banken (BdB) alle drei Jahre ausrichtet, ist eines der wichtigsten Branchentreffen in Deutschland. Rund 700 Gäste besuchten die Veranstaltung. Cryan ist stellvertretender Präsident des BdB.

Eine europäische Kapitalmarkt-Union werde die Investitionen in kleine und mittlere Unternehmen ankurbeln und das Finanzsystem weiter stabilisieren, sagte Cryan. Mit Blick auf die gescheiterte Fusion zwischen Deutscher Börse und der London Stock Exchange Europa forderte er: „Europa braucht einen Handelsplatz; andernfalls wird sich die Dominanz der USA an den Kapitalmärkten weiter vergrößern.“

Cryan warnte, dass es in einigen europäischen Ländern nach wie vor zu viele Banken gebe. Aber auch wenn er für die Branche insgesamt mit Fusionen und Übernahmen rechne, stellte er für die Deutsche Bank klar: „Wir denken nicht über einen Zusammenschluss nach – wir haben genügend andere Dinge, über die wir nachdenken.“

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