News 1. April 2020

Deutsche Bank Research veröffentlicht neue Prognosen zu den Folgen der Corona-Krise

Die Ökonomen von Deutsche Bank Research haben angesichts der Coronavirus-Pandemie ihre Prognose für die Weltwirtschaft aktualisiert. Die immer strengeren Maßnahmen im Kampf gegen Covid-19 werden dazu führen, dass Unternehmen und Verbraucher in Europa und den USA ihre Ausgaben deutlich verringern, heißt es in der Studie der Analysten unter Leitung von Chefvolkswirt David Folkerts-Landau. Deutsche Bank Research geht davon aus, dass die Wirtschaftsleistung in der Eurozone und in den USA mehr als doppelt so stark zurückgehen wird wie während der lFinanzkrise 2008/2009. Allerdings dürfte sich die Wirtschaft diesmal schneller wieder erholen.

In ihrem Basisszenario gehen die Ökonomen davon aus, dass die aktuellen Ausgangs- und Kontaktsperren dazu führen, dass sich das Virus in Italien ab Mitte April deutlich langsamer verbreitet. Eine Woche später wäre das im übrigen Euroraum der Fall, eine weitere Woche danach in Großbritannien und Anfang Mai in den USA. Das Wirtschaftsleben werde sich dann, ähnlich wie in Asien, allmählich wieder normalisieren.

In diesem Basisszenario erwarten die Volkswirte im zweiten Quartal einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 9,5 Prozent in den USA und um 11,4 Prozent in der Eurozone. Darauf würde im dritten Quartal eine deutliche Erholung folgen, so dass das BIP für das Gesamtjahr in den USA um 4,2 Prozent sinken dürfte, in der Eurozone um 6,9 Prozent. In diesem Szenario wird die Wirtschaftsleistung der transatlantischen Wirtschaft (USA und EU, insgesamt fast 40 Billionen Dollar) Ende 2020 um etwa zwei Billionen US-Dollar unter dem liegen, was Deutsche Bank Research vor der Pandemie erwartet hatte. Ende 2021 wird das BIP immer noch eine Billion US-Dollar unter den ursprünglichen Erwartungen liegen.

Noch deutlich ungünstiger würde sich die Wirtschaft entwickeln, wenn die Pandemie bis weit in die zweite Hälfte des Jahres 2020 andauern sollte, bevor man sie unter Kontrolle bekommt. In einem solchen Szenario wird das US-BIP in diesem Jahr voraussichtlich um 7,8 Prozent zurückgehen. In der Eurozone würde die Wirtschaft sogar um 13,3 Prozent schrumpfen.

Die Ökonomen heben hervor, dass die Aussichten viel schlechter wären, wenn die Geld- und Finanzpolitik nicht rechtzeitig und umfassend reagiert hätte: „Die politischen Entscheidungsträger haben aus den Fehlern der Großen Depression und aus dem Umgang mit der Finanzkrise wichtige Lehren gezogen“, heißt es in der Studie. Nach Ansicht der Volkswirte haben die Fed und die EZB schnell alle Register gezogen, um den Finanzmärkten Liquidität zuzuführen und das Vertrauen zu stärken. Gleichzeitig stellten die Rettungspakete der Regierungen auf beiden Seiten des Atlantiks bereits in den ersten Tagen die Hilfen nach der Finanzkrise in den Schatten. Die Ökonomen gehen davon aus, dass diese Politik die wirtschaftlichen Folgen des Virus deutlich abfedern wird – dennoch bleiben die Auswirkungen aber enorm.

Kunden von Deutsche Bank Research finden den vollständigen Bericht auf unserem Research-Portal.

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