Mit Unterstützung der Deutschen Bank hat die Europäische Union (EU) in dieser Woche bei ihrer Jumbo-Sozialanleihe alle Rekorde gebrochen. Die Emission im Gesamtvolumen von 17 Milliarden Euro umfasst zwei Anleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten, wobei zehn Milliarden Euro im Oktober 2030 und sieben Milliarden Euro 2040 fällig sind. Laut Refinitiv übertraf das Investoreninteresse an der Anleihe mit einem Zeichnungsvolumen von 233 Milliarden Euro alle Anleihenemissionen, die bisher überhaupt jemals begeben worden sind.

Die Transaktion ist die erste im Rahmen des EU-SURE-Programms im Wert von bis zu 100 Milliarden Euro. Mit den Finanzmitteln sollen die Mitgliedsländer die sozialen Auswirkungen der Corona-Pandemie wie Arbeitslosigkeit abmildern. Etwa 30 der 100 Milliarden Euro dürften noch im laufenden Jahr zur Auszahlung kommen, die restlichen Mittel 2021. Die EU hat angekündigt, ihre Emissionstätigkeit im Jahr 2021 weiter zu verstärken. Dann soll der im Juli beschlossene Aufbauplan, ein noch größeres Programm im Volumen von 800 Milliarden Euro, finanziert werden. Mit diesem Instrument wird die EU zu einem der größten Anleihenemittenten der Region.

„Dieses Ergebnis ist sehr beeindruckend, und die Anleihe wird am Sekundärmarkt bereits sehr gut angenommen. Genau das ist es, was sich ein Emittent bei einer ersten Anleihe wie dieser wünscht“, erläutert Neal Ganatra, verantwortlich für das Anleihenemissionsgeschäft mit Staaten und staatlichen Agenturen in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA). „Das Anlegerinteresse an diesem Instrument ist einzigartig und legt ein solides Fundament für die künftigen Emissionen der EU. Bei einer solchen prestigeträchtigen Transaktion als Durationsmanager dabei zu sein, ist für die Deutsche Bank ein großartiger Erfolg.“

„Noch vor drei oder vier Jahren gab es kaum staatliche beziehungsweise quasistaatliche Emittenten mit ESG-Anleihen am Markt“, sagt Trisha Taneja. Sie leitet das Beratungsgeschäft für ESG-Anlagen in der Investmentbank. „Dass die EU einen solchen Erfolg verbuchen kann, zeigt, wie sehr sich der Markt in kurzer Zeit weiterentwickelt hat.“

Durch die Corona-Pandemie sind Sozialanleihen in diesem Jahr in den Mittelpunkt des Interesses gerückt, was die rasche Folge an Covid-19-Hilfsanleihen von (quasi-)staatlichen Emittenten belegt. Auch die Zahl grüner Anleihen, die von solchen staatlichen Emittenten begeben werden, steigt deutlich. Hier spiegelt sich das Interesse der öffentlichen Hand und der Gesellschaft insgesamt an nachhaltigen Finanzierungen wider. Im vergangenen Monat war die Deutsche Bank auch maßgeblich an der grünen Anleihe Ägyptens sowie der ersten grünen Anleihe der Bundesrepublik Deutschland beteiligt.

Dieser Artikel ist eine Zusammenfassung der englischsprachigen Version, in der weitere Beteiligte zu Wort kommen.

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