22. November 2019

Finanzstabilitätsrat senkt Anforderung für den G-SIB-Kapitalpuffer der Deutschen Bank

Der Finanzstabilitätsrat (Financial Stability Board, FSB) hat die Deutsche Bank in seiner heute veröffentlichten Liste der global systemrelevanten Banken (G-SIBs) in eine niedrigere Kategorie eingeordnet. Die Deutsche Bank wurde als einzige von 30 global systemrelevanten Banken in der diesjährigen Klassifizierung des FSB einer niedrigeren Kategorie zugewiesen.

Im Rahmen der diesjährigen Überprüfung hat der Finanzstabilitätsrat der Deutschen Bank in allen fünf relevanten Kategorien ein geringeres systemisches Risiko attestiert: Größe, grenzüberschreitendes Geschäft, Vernetzung im Finanzsektor, Ersetzbarkeit und Komplexität.

Begründet wurde die Neuklassifizierung mit der geringeren Verschuldung, den strategischen Anpassungen des Geschäfts der Bank, ihrer veränderten geografischen Aufstellung, dem geringeren Volumen im Geschäft mit Derivaten und allgemeinen Entwicklungen in der Branche.

Daher hat der Finanzstabilitätsrat die zusätzliche Kapitalpufferanforderung für die Deutsche Bank im Zusammenhang mit ihrem Status als global systemrelevantes Finanzinstitut von 2,0 auf 1,5 Prozent gesenkt. Diese Reduzierung wird nach der entsprechenden Mitteilung der BaFin wirksam.

Da die Bank in ihrem Heimatmarkt Deutschland jedoch ebenfalls als systemrelevant eingestuft ist (Domestic Systemically Important Bank, D-SIB), beträgt ihr Kapitalpuffer dafür gegenwärtig 2,0 Prozent. Daher wird nach jetzigem Stand erwartet, dass die Anforderung an den Kapitalpuffer insgesamt unverändert bleibt.

Zudem bedeutet die diesjährige Neubewertung durch den Finanzstabilitätsrat, dass die Anforderung an die zukünftige Verschuldungsquote der Bank zum 1. Januar 2022 von 4,0 auf 3,75 Prozent sinkt. Ab diesem Zeitpunkt ist ein Aufschlag auf die Verschuldungsquoten global systemrelevanter Banken gesetzlich vorgeschrieben.

Die vom Finanzstabilitätsrat 2019 vorgenommene G-SIB-Klassifizierung basiert auf Daten vom 31. Dezember 2018. Daher spiegeln sich die 2019 erzielten Fortschritte beim Abbau nichtstrategischer Vermögenswerte durch die Abbaueinheit zur Freisetzung von Kapital, die aus dem strategischen Umbau der Bank resultieren, noch nicht in der Bewertung des FSB wider.