24. Januar 2020

Sigmar Gabriel für den Aufsichtsrat der Deutschen Bank nominiert

Der Nominierungsausschuss hat Sigmar Gabriel (60) als neues Mitglied des Aufsichtsrats der Deutschen Bank nominiert. Er soll Jürg Zeltner nachfolgen, der sein Aufsichtsratsmandat Ende vergangenen Jahres niedergelegt hat.

Entsprechend dem deutschen Aktienrecht wird Gabriel zunächst gerichtlich als Aufsichtsrat bestellt werden und sich bei der nächsten Hauptversammlung den Aktionärinnen und Aktionären zur Wahl stellen. Den entsprechenden Antrag hat die Deutsche Bank heute beim Amtsgericht Frankfurt eingereicht.

„Wir freuen uns sehr, mit Sigmar Gabriel einen überzeugten Europäer und Transatlantiker für den Aufsichtsrat der Deutschen Bank gewinnen zu können“, sagte Paul Achleitner, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Bank. „Wir erleben geopolitisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich herausfordernde Zeiten, in denen sich eine globale Bank ganz neuen Erwartungen und Anforderungen stellen muss. Als ehemaliger Umwelt-, Wirtschafts- und Außenminister wird Sigmar Gabriel mit seinem großen Erfahrungsschatz einen besonderen Beitrag leisten und unsere Kompetenz im Aufsichtsrat ergänzen.“

Sigmar Gabriel sagte: „Die Berufung in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank ist für mich eine große Ehre. Mit einer nun klaren Strategie und ihrem starken Führungsteam hat die Deutsche Bank als eine der wichtigsten Finanzinstitutionen in Europa die Chance und die Verantwortung, die Zukunft der deutschen und europäischen Wirtschaft mit zu gestalten. Dazu möchte ich einen Beitrag leisten.“

Sigmar Gabriel war über Jahrzehnte in hochrangigen politischen Positionen. Von Dezember 2013 bis März 2018 war er Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland. Insgesamt neun Jahre lang gehörte er dem Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel an, zunächst als Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, dann als Bundesminister für Wirtschaft und Energie und zuletzt als Bundesminister des Auswärtigen. Von 2009 bis 2017 war Gabriel Bundesvorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und von 2005 bis November 2019 Mitglied des Deutschen Bundestags. Vor seiner Laufbahn auf Bundesebene war er von 1999 bis 2003 Ministerpräsident des Landes Niedersachsen. Zu dieser Zeit war er auch Präsidiumsmitglied des Aufsichtsrats von Volkswagen. Er gehörte außerdem von 2005 bis 2009 dem Verwaltungsrat der KfW-Gruppe an und war zwischen 2013 und 2017 einer der alternierenden Vorsitzenden des Gremiums.

Seit seinem Rückzug aus der Bundesregierung ist Gabriel in verschiedenen internationalen Gremien und Organisationen aktiv. Er ist seit Juni 2019 in ehrenamtlicher Funktion Vorsitzender der Atlantik-Brücke, Mitglied im Board of Directors der International Crisis Group sowie Mitglied der Trilateralen Kommission und des European Council on Foreign Relations. Beruflich berät Gabriel zudem Unternehmen zu internationalen Fragen.

Gabriel stammt aus Goslar in Niedersachsen und hat an der Universität Göttingen Germanistik, Politik und Soziologie studiert. Er ist Lehrbeauftragter der Rheinischen Universität Bonn sowie Senior Fellow am Center for European Studies der Universität Harvard.


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