18. Juni 2009

Deutsche Bank startet weltweit erste Echtzeit-Anzeigetafel für Treibhausgase im Zentrum von New York

Der Geschäftsbereich Asset Management der Deutschen Bank hat heute den weltweit ersten wissenschaftlich anerkannten Echtzeit-Zähler von CO2-Emissionen gestartet. Der „Real-Time Carbon Counter“, eine rund 21 Meter hohe Anzeige-Tafel, zeigt künftig laufend an, wie hoch die weltweite Konzentration von langlebigen Treibhausgasen in der Atmosphäre ist. Der Zähler befindet sich im Herzen von New York, unweit des Madison Square Gardens und der Penn Station. Kevin Parker, Leiter des Asset Managements und Mitglied des Group Executive Committee der Deutschen Bank, nahm heute den Zähler im Rahmen einer Feier offiziell in Betrieb. Die aktuelle Zahl des Carbon Counters kann auch rund um die Uhr unter http://www.know-the-number.com/ abgerufen werden.

Der Carbon Counter ist Teil der „Know the Number“-Initiative der Bank, die über den Klimawandel aufklären und auf seine Folgen aufmerksam machen will. Initiator ist der Bereich DB Climate Change Advisors (DBCCA), der im Asset Management der Bank für Klima-Investments und -Research für institutionelle Kunden zuständig ist. Die vom Carbon Counter angezeigte Zahl beruht auf Messungen, die von Wissenschaftlern des Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelt wurden. Der Zähler erfasst alle langlebigen Treibhausgase, die im Kyoto- und Montreal-Protokoll aufgeführt sind (24 Gase ohne Ozon und Aerosol).

Kevin Parker sagte bei der Inbetriebnahme: „Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist höher als je zuvor in den letzten 800.000 Jahren. Treibhausgase kann man nicht sehen, deshalb vergisst man leicht, dass sie sich schnell ansammeln. Den weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen unter Kontrolle zu bringen, ist eine riesige Herausforderung. Ich hoffe, die Präsentation dieser Zahl in der Öffentlichkeit veranlassen sowohl Regierungen als auch die Märkte, so schnell wie möglich den Weg zu einer CO2-armen Wirtschaft einzuschlagen. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit einer zunehmenden Erwärmung und schwerwiegender Belastungen für Wirtschaft und Gesellschaft steigt, wenn dieser Entwicklung nicht entgegengewirkt wird.“

Ronald Prinn, Professor of Atmospheric Science am MIT, erklärte: „Der Carbon Counter ist ein mutiges neues Experiment, um die Öffentlichkeit über die Klimawissenschaft zu informieren. Angesichts der weltweiten Berichterstattung über den Klimawandel hilft es, eine aktuelle Schätzung zu haben, und zwar mit einer aussagekräftigen Zahl zur Entwicklung langlebiger Treibhausgase, die zu diesem Wandel beitragen. Diese Zahl verdeutlicht, wie schnell diese Treibhausgase zunehmen und ob Fortschritte bei der Verlangsamung der Zuwachsrate gemacht werden oder nicht. Die Zahl auf der Anzeigetafel des Counters beruht auf weltweiten Messungen. Sie zeigt die geschätzte Konzentration an Treibhausgasen in Tonnen CO2-Äquivalent, bereinigt um saisonale und andere zyklische Abweichungen. Ziel ist es, langfristige Entwicklungen zu verdeutlichen, die durch menschliche oder andere Aktivitäten verursacht werden. Diese Zahl sollte man unbedingt im Auge behalten.“

Aktuell liegt laut Carbon Counter die Menge an langlebigen Treibhausgasen in der Atmosphäre bei 3,64 Billionen metrischen Tonnen und nimmt pro Monat um 2 Milliarden metrische Tonnen zu. Wissenschaftler sind sich zunehmend darüber einig, dass bei anhaltender Entwicklung die Wahrscheinlichkeit makroklimatischer Verschiebungen steigt, die dann einen sich selbsterhaltenden Zyklus schneller Klimaveränderungen auslösen. Der Carbon Counter selbst ist klimaneutral, weil er risikoarme CO2-Zertifikate nutzt, um seinen Energieverbrauch auszugleichen. Mithilfe eines sog. Venus-7000-Steuerungssystems überträgt er die Daten über die Treibhausgaskonzentrationen auf eine integrierte digitale Anzeige mit 40.960 LEDs.

Die aktuelle Zahl des Carbon Counters kann rund um die Uhr unter http://www.know-the-number.com/ abgerufen werden. Der aktuelle Stand findet sich online auch unter http://twitter.com/knowthenumber. Auf der Internet-Seite kann ebenso ein sog. Widget heruntergeladen werden, der die vom Carbon Counter dargestellte Zahl zeigt. Außer-dem wird über die Eröffnungsfeier sowie über eine Podiumsdiskussion zum Thema Klimawandel informiert. Teilnehmer sind Robert Socolow, ein renommierter Klimaexperte der US-Universität Princeton, John Reilly vom MIT, Tim Wirth von der UN Foundation, Jeffrey Sachs der Columbia University sowie Fred Krupp vom Environmental Defense Fund.

Basierend auf den Ergebnissen des 4. Berichts des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change Assessment) arbeitet die Bank mit Wissenschaftlern des MIT zusam-men, um die Treibhausgase möglichst kurzfristig und aktuell zu messen. Das Verfahren nutzt die regelmäßigen Messungen der Konzentration langlebiger Treibhausgase an Dutzenden von Standorten auf der ganzen Welt, die von der US-amerikanischen Wetter- und Ozeanographiebehörde (National Oceanic and Atmospheric Administration) sowie im Rahmen des „Advanced Global Atmospheric Gases Experiment“ der NASA (Leitung Ronald Prinn) vorgenommen werden. Die Echtzeitanzeige des Carbon Counter stellt die aktuellen Emissionsmengen auf Basis der letzten verfügbaren Messungen dar. Sie wird jeden Monat mit neuen Daten angepasst.

Deutsche Bank Asset Management ist mit 2,8 Mrd € einer der weltweit führenden Investoren im Bereich Klimainvestments (Stand: März 2009). Mit einem weltweit führenden Research-Team, das sich auf dieses Thema spezialisiert hat, zählt die Bank  zu den Vordenkern bei zahlreichen Trends im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Kürzlich hat das Asset Management seinen auf institutionelle und alternative Investments ausgerichteten Bereich DB CCA gegründet, der Vermögenswerte von institutionellen Investoren und vermögenden Kunden verwaltet.

2008 hat sich die Deutsche Bank zum Ziel gesetzt, ihre weltweiten CO2-Emissionen um 20 % jährlich zu senken und ab 2013 klimaneutral zu arbeiten. Mehr Informationen finden Sie unter https://www.db.com/cr/de/umwelt/index.htm?kid=environment.inter-mediade.pr.


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