Deutsche Bank – Verantwortung

Finanzierung und Beratung für grüne Infrastruktur und Unternehmen

Prognosen führender Energieexperten zufolge wird sich der Trend zu erneuerbaren Energien in den nächsten Jahren global noch weiter verstärken. Bereits heute wird weltweit täglich mehr in die Gewinnung erneuerbarer Energien investiert als in fossile und atomare Kraftwerke zusammen. Dabei gelten Deutschland und Europa weiterhin als Vorreiter.

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Der demografische Wandel, die zunehmende Nachfrage nach Rohstoffen, die Urbanisierung und die steigende Bedeutung von Umweltgesichtspunkten führen dazu, dass der Bedarf an Infrastrukturinvestitionen jeglicher Art zunimmt. Schätzungen des World Economic Forum zufolge könnten bis 2020 Investitionen in Höhe von rund 5,7 Milliarden US Dollar in „grüne“ Infrastruktur benötigt werden, um wirtschaftliche und umweltpolitische Ziele in Sektoren wie Beispiel Landwirtschaft, Verkehr, Strom und Wasser zu verwirklichen.

Immer mehr Unternehmen und öffentliche Einrichtungen – wie souveräne Staaten und supranationale Organisationen – engagieren sich in diesem Bereich. Wir beraten sie und unterstützen sie bei der Deckung des Finanzbedarfs für ihre anspruchsvollen Vorhaben.
Dabei setzen wir spezifische Schwerpunkte:

Aktuelle Entwicklungen

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Wachsender Bedarf an Investitionen

5,7 Mrd. US-$

erforderliche Investitionen in “grüne” Infrastruktur bis 2020 (Schätzung des World Economic Forum)

Unser Geschäftsbereich Corporate Banking & Securities (CB&S) führt Transaktionen bei der Projektfinanzierung im Bereich erneuerbarer Energien durch. Dafür stellt der Bereich Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen – wie souveränen Staaten und supranationalen Organisationen – Beratungs- und Finanzierungsleistungen zur Verfügung, unter anderem bei Fusionen und Übernahmen sowie bei der Emission von Anleihen oder Aktien.

Im Rahmen unserer Corporate Finance-Aktivitäten unterstützen wir Unternehmen der Erneuerbare-Energien-Branche mit umfangreichen Beratungs- und Finanzdienstleistungen. Bereits seit 1999 begleitet unser Projektfinanzierungsteam entsprechende Aktivitäten. Es strukturiert Finanzierungslösungen und stellt Kapital für alle Phasen eines Projektzyklus bereit. Dabei konzentriert es sich insbesondere auf Technologien für On-Shore- und Off-Shore-Windparks sowie Photovoltaik-, Solarthermie- und Biomasseanlagen.

Durch Infrastrukturinvestitionen kann das Wachstum angekurbelt werden. Daher setzen sich zahlreiche Länder mit der Frage auseinander, wie Investitionen in grüne Infrastruktur gesteigert werden können. Der Bereich Asset Finance der Deutschen Bank hat 2012 über 500 Millionen Euro für die Entwicklung, den Erwerb und die Modernisierung von Projekten im Bereich erneuerbare Energien mit einer Gesamtkapazität von über 815 MW bereitgestellt. Damit gehörten wir zu den fünf wichtigsten privatwirtschaftlichen Projektfinanzierern für saubere Energien. Wir übernahmen beispielsweise eine bedeutende Rolle bei der Strukturierung und Finanzierung des Ocotillo-Projektes. Wir bildeten ein Konsortium von sieben Banken, das Kreditmittel in Höhe von insgesamt 468 Mio US-Dollar für die Errichtung eines Windparks in Südkalifornien zur Verfügung stellte. Der Windpark besteht aus 108 Siemens-Windturbinen mit einer erwarteten Leistung von 265 Megawatt. Es handelt sich dabei um eine der bisher größten Windkraftanlagen in der Region. Der Park wird 350 Arbeitsplätze schaffen und eine Energiemenge liefern, die dem Bedarf von 125 000 Haushalten entspricht.

Außerdem beschafften wir 2012 Kapital für nennenswerte Transaktionen im Bereich der Umwelttechnik und berieten bei Akquisitionen, vor allem in den USA. Für unsere Analysen von Umwelttechnologie-Aktien wurden wir vom Institutional Investor Magazin ausgezeichnet.

Trotz der schwierigen Marktbedingungen stellen wir Finanzierungslösungen und Kapital für alle Phasen eines Projekts bereit.  Die Unterstützung der Regulierungsbehörden für saubere Energien ist zwar in einigen Ländern gesunken, die Kosten für die entsprechenden Technologien gehen jedoch noch schneller zurück, so dass diese am Markt zunehmend wettbewerbsfähig werden.

An den Fremdkapitalmärkten werden die Folgen der europäischen Schuldenkrise sowie neuer regulatorischer Vorschriften für den Finanzsektor weiterhin zu spüren sein. Als Konsequenz werden europäische Banken nur eingeschränkt in der Lage sein, langfristige Projektfinanzierungen bereitzustellen. Als Teil ihrer Energie- und Klimastrategie hält die Deutsche Bank an ihrem Engagement im Bereich der erneuerbaren Energien fest. Wir müssen jedoch unsere Rolle des traditionellen Kreditgebers hin zum Manager innovativer Finanzierunglösungen weiterentwickeln und neue Marktteilnehmer einbinden.

Erneuerbare Energien werden ebenfalls in Entwicklungs- und Schwellenländern immer stärker ausgebaut. Dies wird die Nachfrage nach Finanzierungen außerhalb unserer Heimatmärkte zusätzlich ansteigen lassen. Auch auf diesen neuen Märkten werden wir die Balance zwischen unserer Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Umwelt sowie der notwendigen wirtschaftlichen Rentabilität unseres Geschäfts bei angemessenen risikoadjustierten Renditen suchen.

Auf Grund gestiegener Kapitalanforderungen in unseren Handelsbereichen werden wir unsere Aktivitäten im Energie- und Emissionshandel schrittweise aufgeben, obwohl wir seit dem Jahr 2000 maßgeblich an seinem Aufbau mitgewirkt haben. Mit unserer Beteiligung an den wegweisenden CO2-Fonds der Weltbank unterstützten wir den Aufbau der Emissionsmärkte. Darüber hinaus investierten wir in den ersten Projekten zur Reduzierung von Emissionen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Insgesamt haben wir an 50 „Clean Development Mechanism“ (CDM)-Projekten teilgenommen, die bis zum Jahr 2020 zu einer Reduktion von mehr als 70 Mio Tonnen CO2 führen werden. Zu den Projekten gehört unter anderem die Verbreitung energieeffizienter Glühbirnen in Südamerika und ein großes Projekt zu geothermischer Fernwärme in China. Das Wissen, das wir an den internationalen Energie- und Emissionsmärkten gewonnen haben, wird auch weiterhin in unsere Aktivitäten im Bereich Corporate Finance und in die Beratung von Energie- und Industrieunternehmen einfließen.

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über 500 Mio. €

Bereitstellung von Finanzierung für die Entwicklung, den Erwerb und die Modernisierung von Projekten im Bereich erneuerbare Energien 2012

815 MW

Gesamtkapazität der finanzierten Projekte im erneuerbare-Energien-Segment 2012

In diesem Bereich betreuen wir deutsche Unternehmen des gehobenen Mittelstands sowie Einrichtungen des öffentlichen Sektors, von kommunalen Versorgungsunternehmen bis hin zu sozialen Einrichtungen, Pensionsfonds und Banken. Thematisch bilden die Bereiche Erneuerbare Energien und Infrastrukturausbau einen wichtigen Schwerpunkt.

Die Deutsche Bank unterstützt ihre Kunden dabei, von der Energiewende in Deutschland – d.h. dem Ausstieg aus der Kernenergie – zu profitieren. Unseren Schätzungen zufolge müssen in Deutschland jährlich über 30 Milliarden Euro in erneuerbare Energien, konventionelle Kraftwerke, das Stromnetz, die Stromspeicherung und energieeffiziente Gebäude investiert werden. Angesichts ihrer angespannten wirtschaftlichen Lage benötigen Kommunen und Versorger häufig alternative Finanzierungswege wie zum Beispiel Public-Private-Partnerships, die Investitionen in Felder wie Bildung, Energieeffizienz und öffentlicher Nahverkehr ermöglichen. Es gehört zu den Aufgaben der Deutschen Bank, die Bildung von Konsortien aus institutionellen Anlegern zu ermöglichen, um die notwendigen Investitionen in saubere Energien und das Stromnetz in Deutschland zu finanzieren. So sind wir zum Beispiel am Teilverkauf von Offshore-Hochspannungsleitungen beteiligt, die die Mitsubishi Corporation von TenneT, einem der deutschen Stromnetzbetreiber, übernimmt. Es handelt sich dabei um die längsten Hochspannungs-Gleichstrom-Verbindungen (HVDC) der Welt. Sie verknüpfen zwei geplante Windparks (BorWin 1 mit 400 Megawatt und BorWin 2 mit 800 Megawatt) miteinander und geben dabei einen neuen Technologiestandard vor.

Eine Umfrage unter mittelständischen Unternehmen (SME) in Deutschland ergab, dass mehr als zwei Drittel von ihnen steigende Investitionen in Energieeffizienzprojekte erwarten. Im Jahr 2012 haben wir unsere Kreditzusagen an SME, die in den Bereich Energieeffizienz involviert sind, gegenüber dem Jahr 2011 mehr als verdoppelt.

Gerade bei Investitionen in Energieeffizienzprojekte spielen Finanzierungserleichterungen durch zinsgünstige Kredite oder Bürgschaften und Risikoentlastungen über Förderbanken eine große Rolle. Hier vergeben wir beispielsweise Fördermittel zur Innovationsfinanzierung und stellen Finanzierungen für erneuerbare Energien sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Umwelt- und Energieeffizienz zur Verfügung. Ein Beweis für unsere führende Rolle ist der erste Konsortialkredit in Deutschland, den wir im Rahmen einer neuen Finanzierungsstruktur gemeinsam mit der KfW-Bankengruppe bereitgestellt haben, um die Energiewende weiter voranzubringen.

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30 Mrd. €

jährlich erforderliche Investitionen in erneuerbare Energien, konventionelle Kraftwerke, das Stromnetz, die Stromspeicherung und energieeffiziente Gebäude allein in Deutschland

Eine Analyse des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) kommt zu dem Schluss, dass sich Kapitalmarktaktivitäten positiv auf die Wirtschaft auswirken können und ein Zusammenhang zwischen dem Volumen an verbrieften Forderungen, Kreditvolumen und dem Wachstum des Bruttoinlandprodukts besteht. Mit unseren Geschäftsaktivitäten im Bereich Corporate Banking & Securities helfen wir Kunden, Risiken zu steuern und ihr Geschäft auszubauen. Wir eröffnen Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten, um langfristiges Kapital für Investitionen, Fusionen und Akquisitionen zu beschaffen und ausreichend Liquidität zu sichern.

Im Jahr 2012 begleiteten wir weltweit 180 Unternehmen, die erstmals die globalen Kapitalmärkte nutzten. Darüber hinaus ermöglichten wir 3 500 Finanzinstituten aus 33 Ländern den Zutritt zu den internationalen Finanzmärkten. Zusammen mit einer US-amerikanischen Bank erhielten wir zum Beispiel das Mandat der US-Regierung, den Verkauf ihrer AIGAnteile als Lead Financial Advisor zu begleiten. Die US-Regierung hatte die Anteile zum Höhepunkt der Finanzkrise erworben. 

Firmenkunden müssen eine Vielzahl von Risiken steuern, insbesondere in Bezug auf Zinssätze, Wechselkurse, Rohstoffe sowie Eigen- und Fremdkapital. Im Jahr 2012 wickelten wir ein Siebtel des weltweiten Devisenmarktvolumens ab und unterstützten 8 000 Unternehmen und Institutionen bei der Absicherung ihrer Risiken. Dafür wurde die Deutsche Bank zum achten Mal in Folge als beste Bank auf dem Devisenmarkt ausgezeichnet.

Im Rahmen unserer Corporate-Finance-Aktivitäten beraten wir Kunden unter anderem beim Kauf und Verkauf von Unternehmen (M & A) und bieten ihnen maßgeschneiderte Finanzierungen an. Damit schaffen wir – unternehmerisch und gesamtwirtschaftlich gesehen – neue Wachstumschancen. Eine Umfrage unter deutschen Kunden bestätigte, dass M & A-Berater dazu beitragen, die Kosten und Risiken bei Fusionen zu senken und die Komplexität der gesamten Transaktion zu verringern. Jüngste Untersuchungen des ZEW ergaben zudem, dass die Rentabilität der erworbenen Firmen steigt und die erwerbenden Unternehmen ihre Produktivität erheblich verbessern können. Im Jahr 2012 wurde die Deutsche Bank als beste europäische Bank im Bereich Corporate Finance bewertet.

Wir unterhalten Geschäftsbeziehungen zu allen deutschen Großkonzernen sowie zu 80 % aller mittelständischen Unternehmen. Auch mittelständische Unternehmen sind im Durchschnitt in 20 bis 30 Ländern und über 60 Märkten aktiv. Unsere internationale Ausrichtung und unser Engagement im deutschen Heimatmarkt ist gerade für diese Kundengruppe, die entscheidend zum wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands beiträgt, von großer Bedeutung.

Wir beraten Unternehmen und Institutionen und stellen ihnen maßgeschneiderte Finanzierungslösungen zur Verfügung – zum Beispiel in Form von langfristigen Finanzierungen und der Stellung von Garantien. Dazu setzen wir auch Fördermittel der Bundesregierung, der Europäischen Investitionsbank, der KfW-Bankengruppe und anderer Förderbanken ein. Im Jahr 2012 stellten wir kleineren Unternehmen, dem Mittelstand und dem öffentlichen Sektor über 2 Mrd € zur Verfügung.

In unserem Geschäftsfeld Global Transaction Banking (GTB) unterstützen wir international tätige Unternehmen weltweit bei der Risikominimierung, bei der Liquiditätssteuerung, beim internationalen Zahlungsverkehr, bei Handelsfinanzierungen und bei Wertpapierdienstleistungen. Damit helfen wir unseren Kunden, mit der Komplexität grenzüberschreitender Transaktionen umzugehen.
Unsere Beratungsleistungen im Rahmen von Handels- und Exportfinanzierungen umfassen zahlreiche Services, die es unseren Kunden erleichtern, neue Märkte zu erschließen. Zum Beispiel haben wir NII Holdings, ein bei Fortune 500 gelistetes Telekommunikationsunternehmen mithilfe länderübergreifender Finanzierungslösungen dabei unterstützt, das erste 3G-Netzwerk in Mexiko aufzubauen. Unsere Bank begleitete Handelsfinanzierungen im Umfang von insgesamt 56 Mrd € mit Akkreditiven für international tätige Unternehmen.

Die Deutsche Bank zeichnet sich durch ein starkes und wachsendes Projektfinanzierungsgeschäft aus. In diesem Rahmen bieten wir auch Treuhand- und Verwaltungsdienstleistungen an. Dafür wurden wir von Infrastructure Investor im dritten Jahr in Folge mit der Auszeichnung Global Corporate Trust Services Provider of the Year ausgezeichnet. Darüber hinaus würdigten uns das Project Finance Magazine und das Beratungsunternehmen Project Finance International im Jahr 2012 neunmal mit dem Prädikat Deal of the Year. Zu den bewerteten Transaktionen gehörte unter anderem das Projekt LS Power’s Arlington Valley, ein 550 Mio US-Dollar teures Fotovoltaikprojekt in Arizona mit einer Leistung von 127 Megawatt. Mehr als ein Drittel der Projektfinanzierungen bezogen sich auf Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien im Gesamtwert von 4,95 Mrd US-Dollar. Dazu zählten zehn Projekte zur Erzeugung regenerativen Stroms (1375 Megawatt) und mehrere Bioenergieprojekte.

Risikomanagement

8.000

Unternehmen und Institutionen unterstützten wir im Jahr 2012 bei der Absicherung ihrer Risiken.

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