Finanzierungsmittel

Diversifizierung der Finanzierungsmittel

Die Diversifizierung unseres Refinanzierungsprofils nach Anlegerkategorien, Regionen, Produkten und Instrumenten ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Konzepts des Liquiditätsrisikomanagements. Unsere stabilsten Refinanzierungsmittel stammen aus Kapitalmarktemissionen und Eigenkapital sowie von Privat- und Transaktionsbankkunden. Andere Kundeneinlagen sowie die Geldaufnahmen von Wholesale-Kunden sind weitere
Finanzierungsquellen. Die unbesicherte Wholesale-Refinanzierung repräsentiert unbesicherte Wholesale-Verbindlichkeiten, die in erster Linie durch unseren Geschäftsbereich Global Liquidity Management aufgenommen wurden. Aufgrund der Kurzfristigkeit dieser Verbindlichkeiten werden diese primär zur Refinanzierung von Barsalden und liquiden Handelsbeständen genutzt.

Um eine zusätzliche Diversifizierung unserer Refinanzierungsmittel sicherzustellen, besitzen wir eine Pfandbrieflizenz, die uns die Emission von Hypotheken¬pfandbriefen ermöglicht.

In 2013 haben wir unser Gesamtrefinanzierungsvolumen im Einklang mit dem allgemeinen Verschuldungsabbau in der Bilanz reduziert. Die gesamte externe Refinanzierung ging über das gesamte Jahr um 117 Mrd € (11%) zurück, wovon der größte Teil auf unser CB&S-Geschäft entfiel, insbesondere aus Reduzierungen aus der unbesicherten Wholesale-Refinanzierung um 20 Mrd € (21%) sowie der besicherten Refinanzierung und Shortpositionen um 43 Mrd € (22%). Wir hatten ebenfalls kleinere Rückgänge bei Kapitalmarktemissionen und Eigenkapital (17 Mrd €, 8%), Transaktionsbankkunden (16 Mrd €, 8%) und Privatkunden (9 Mrd €, 3%) zu verzeichnen. Der Gesamtanteil der stabilsten Refinanzierungsquellen (bestehend aus Kapitalmarktemissionen und Eigenkapital, Privatkunden und Transaktionsbankkunden) stieg von 62% auf 66% an.

Die unbesicherte Wholesale-Refinanzierung umfasst eine Bandbreite von unbesicherten Produkten wie zum Beispiel Certificates of Deposits (CDs), Commercial Paper sowie Termin-, Call- und Tagesgelder, weitestgehend mit Laufzeiten bis zu einem Jahr. Zusätzlich sind 11 Mrd € forderungsgedeckte Geldmarktpapiere (ABCP), die durch Conduits emittiert werden, in den Finanzierungsvehikeln enthalten.

Die folgende Grafik zeigt die Zusammensetzung unserer externen Refinanzierungsquellen, die zu unserer Liquiditätsrisikoposition beitrugen. Sie sind in Mrd € sowie als prozentualer Anteil an den gesamten externen Finanzierungsquellen dargestellt.  


 

Liquiditätsablaufbilanz

Zur Erstellung eines Fälligkeitsprofils (Liquiditätsablaufbilanz) ordnen wir alle für das Refinanzierungsprofil relevanten Aktiva und Passiva entsprechend ihren ökonomischen Fälligkeiten Laufzeitbändern zu. Die Liquiditätsablaufbilanz wird sowohl auf einer währungsübergreifenden Basis erstellt als auch für ausgewählte Währungen und juristische Einheiten. Da Handelsaktiva in der Regel liquider sind, als ihre vertragliche Laufzeit erkennen lässt, legen wir individuelle Liquiditätsprofile fest, die deren relativen Liquiditätswert zeigen. Aktiva und Passiva aus dem Privatkundengeschäft (Hypothekendarlehen und Privatkundeneinlagen), die üblicherweise unabhängig von den geltenden Kapitalmarktbedingungen erneuert oder verlängert werden, ordnen wir entsprechend ihrer erwarteten Prolongation bestimmten Zeitbändern zu. Wholesale-Bankprodukte stellen wir entsprechend ihren vertraglichen Laufzeiten ein.

Die Liquiditätsablaufbilanz zeigt für jedes Laufzeitband einen Überschuss beziehungsweise eine Unterdeckung an Finanzierungsmitteln und ermöglicht die Steuerung offener Liquiditätspositionen. Die Liquiditätsablaufbilanz bildet zusammen mit dem Prozess zur Erstellung der strategischen Liquiditätsplanung, die das Angebot und die Nachfrage nach Refinanzierungsmitteln über alle Geschäftsbereiche hinweg prognostiziert, die Grundlage für unseren jährlichen Emissionsplan. Nach Genehmigung durch den Vorstand legt der Emissionsplan die Emissionsziele für Wertpapiere nach Laufzeit, Volumen und Instrument fest. Im vergangenen Jahr hat der Vorstand eine spezielle Risikotoleranz für unsere USD-Liquiditätsablaufbilanz eingeführt, welche als Grenze in der maximalen Unterdeckung für jedes Laufzeitenband 10 Mrd € festlegt (> 1 Jahr bis zu > 10 Jahre). Dies ergänzt die Risikotoleranz für unsere währungsübergreifende Liquiditätsablaufbilanz, die es erfordert, eine positive Liquiditätsposition in jedem Laufzeitenband (> 1 Jahr bis zu > 10 Jahre) vorzuhalten. Beide Liquiditätsablaufbilanzen waren innerhalb der entsprechenden Risikotoleranzen per Jahresende 2013 sowie 2012.
 

Refinanzierung und Kapitalmarktemissionen

Im Jahr 2013 wurden die Kreditmärkte sowohl von fortgesetzten politischen Unsicherheiten in der Eurozone und in den USA, dem anhaltenden Niedrigzinsumfeld, und auch von dem Plan der US-Notenbank, das „Quantative Easing Programm“ allmählich auslaufen zu lassen, beeinflusst. Der fünfjährige Deutsche Bank-CDS wurde in der Spanne zwischen 81 und 136 Basispunkten gehandelt und erreichte seinen Höchststand im März. Seitdem ist der Risikoaufschlag gefallen, und der CDS wurde zum Jahresende nahe dem Jahrestiefstkurs gehandelt. Die Aufschläge auf unsere Anleihen wiesen eine ähnliche Volatilität auf. Unsere vierjährige EUR-Benchmarkanleihe (Coupon von 5,125%, Fälligkeit im August 2017) wurde zum Beispiel in der Spanne zwischen 20 und 57 Basispunkten gehandelt und schloss das Jahr ebenfalls nahe ihrem Tiefstkurs.

Unser Refinanzierungsplan für 2013 in Höhe von bis zu 18 Mrd €, der Eigenemissionen mit einer Ursprungslaufzeit von mehr als einem Jahr umfasst, wurde vollständig erfüllt und wir haben das Jahr 2013 mit einem Refinanzierungsvolumen von 18,6 Mrd € beendet. Die Refinanzierung verteilte sich hauptsächlich auf die folgenden Finanzierungsquellen: Emission unbesicherter Benchmarkanleihen (4,5 Mrd €), nachrangige Benchmarkanleihen (1,1 Mrd €), unbesicherte Emissionen an Privatkunden (5,6 Mrd €) und unbesicherte Privatplatzierungen (7,5 Mrd €). Der wesentliche Teil des Gesamtemissionsvolumens von 18,6 Mrd € wurde in EUR emittiert (10,2 Mrd €). Darüber hinaus haben wir 5,6 Mrd € in US-$ und kleine Beträge in JPY und GBP emittiert. Zusätzlich zu den direkten Emissionen nutzen wir langfristige Währungsswaps, um unseren Refinanzierungsbedarf außerhalb des Euro zu steuern. Unsere Investorenbasis umfasst Privatkunden (30 %), Banken (23%), Vermögensverwalter und Pensionsfonds (20%), Versicherungen (4 %) und andere Investoren einschließlich institutioneller Investoren (23%). Aus geografischer Sicht teilte sich die Investorenbasis auf Deutschland (25%), das restliche Europa (45%), die USA (19%), die Region Asien/Pazifik (9%) und andere Länder (2%) auf. Von unseren zum 31. Dezember 2013 ausstehenden Kapitalmarktemissionen wurden etwa 80% auf unbesicherter Basis emittiert.

Der durchschnittliche Risikoaufschlag für unsere Emissionen über dem relevanten variablen Index (zum Beispiel Libor) betrug für das gesamte Jahr 36 Basispunkte bei einer durchschnittlichen Laufzeit von 4,4 Jahren. Unsere Emissionsaktivitäten waren im ersten Halbjahr höher, mit einem sich reduzierenden Volumen im zweiten Halbjahr des Jahres 2013. In den einzelnen Quartalen haben wir die folgenden Volumina emittiert: 6,0 Mrd €, 6,5 Mrd €, 2,7 Mrd € und 3,4 Mrd €.

Für 2014 gehen wir in der Grundannahme von einem Refinanzierungsplan von 20 Mrd € aus. Wir planen, diesen über die oben genannten Quellen zu erfüllen, ohne dabei von einer Quelle übermäßig abhängig zu sein. Des Weiteren planen wir, einen Teil dieser Refinanzierung in US-Dollar aufzunehmen und Währungsswaps abzuschließen, um den verbleibenden Finanzierungsbedarf abzudecken. Unsere gesamten Kapitalmarktfälligkeiten, ohne rechtlich ausübbare Kaufoptionen, belaufen sich 2014 auf rund 20 Mrd €.

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