28. März 2018

Eine Nachricht von John Cryan zur aktuellen Lage

John Cryan, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, hat sich am 28. März 2018 mit folgender Nachricht an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewandt

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

für viele von Ihnen stehen Festtage bevor und Sie freuen sich auf eine ruhige und friedliche Zeit mit Ihren Familien und Freunden. Leider geht es rund um unsere Bank alles andere als ruhig zu – einmal mehr sind wir in den Schlagzeilen. In den vergangenen Tagen habe ich mit einigen von Ihnen gesprochen und ich weiß um Ihre Sorgen, dass die Gerüchte nicht gut für uns sind.

Ich möchte Ihnen daher versichern, dass ich mich weiterhin mit all meiner Kraft für die Bank einsetze und gemeinsam mit Ihnen den Weg weiter gehen möchte, den wir vor rund drei Jahren angetreten haben. Es wird derzeit viel über unsere Geschäftsergebnisse diskutiert, innerhalb wie außerhalb der Bank. Und wir alle wissen, dass noch viel Arbeit vor uns liegt: Unsere Ziele sind ehrgeizig, aber die Zahlen sind noch nicht da, wo wir alle sie uns wünschen.

Auch wenn es unter diesen Bedingungen leichter gesagt als getan ist: Wir müssen uns weiter darauf konzentrieren, unsere mit dem Aufsichtsrat abgestimmte Strategie umzusetzen. Hier gibt es keinen Dissens. Und wir müssen die ausgezeichneten Fortschritte, die wir in so vielen Bereichen machen, besser zum Vorschein bringen. Wir liegen gut auf Kurs und dürfen uns nicht aus der Bahn werfen lassen. Der Börsengang der DWS ist der sichtbarste Meilenstein, den wir auf unserem Weg soeben erreicht haben. Aber wir haben auch in anderen wichtigen Geschäftsbereichen gezeigt, dass wir in schwierigen Zeiten in der Lage sind, Marktanteile zu erhalten, gerade auch im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren, Währungen und Rohstoffen. Zum Zusammenschluss des deutschen Privat- und Firmenkundengeschäfts mit der Postbank wird es in den kommenden Monaten ebenfalls weitere gute Nachrichten geben.

Veränderung ist die einzige Konstante, die wir in unserer Welt haben. Und während wir bei den Veränderungen unserer Bank Schritt für Schritt vorankommen, ist es meine persönliche Aufgabe, die oft gegensätzlichen Ansprüche der vielzähligen Interessengruppen auszubalancieren. Die Korrekturen, zu denen wir uns verpflichtet haben, und alle Projekte, mit denen wir unsere Kontrollen stärken, werden auch weiterhin unsere höchste Aufmerksamkeit genießen. Aber in dem Maße, in dem wir diese Aufgaben hinter uns lassen, werden wir mehr und mehr Zeit und Ressourcen dafür nutzen können, um Neugeschäft aufzubauen und das bestehende Geschäft effizienter zu machen. Entsprechend wird künftig wieder mehr Fokus auf Wachstum liegen und darauf, dass wir für unsere Aktionäre attraktive Renditen erzielen. Es gibt keinen besseren Weg, um ungewollte Schlagzeilen zu vermeiden. Und ich werde all meine Kraft dafür einsetzen, dass wir das erreichen.

Einmal mehr möchte ich Ihnen aufrichtig danken für den enormen Einsatz, mit dem Sie dieses großartige Haus wieder dahin bringen, wo es hingehört.

Herzliche Grüße

Ihr John Cryan