10. Oktober 2018

Zwei Tage rund um ESG - Deutsche Bank bringt Investoren und Unternehmen zusammen

„Wenn man 100 Investoren befragt, wie sie ESG definieren, diese integrieren und entsprechend investieren, erhält man typischerweise genauso viele Antworten“, sagt Jan Rabe von der Unternehmens- und Investmentbank. Hier ist er dafür verantwortlich, Umwelt- und soziale Faktoren sowie Aspekte guter Unternehmensführung (ESG; Environmental, Social, Governance) in die Unternehmens-Analyse zu integrieren. Eine Menge guter Gründe also, die erste ESG-Konferenz der Deutschen Bank in Frankfurt zu organisieren. Die Veranstaltung am 9. und 10. Oktober bot Anlegern exklusiven Zugang zu ausgewählten Unternehmen und förderte den Austausch über die Zukunft des ESG-orientierten Investierens. Darüber hinaus diskutierten vier Expertenrunden aktuelle Trends, wie etwa fundamentale und quantitative ESG-Faktoren bei Anlageentscheidungen.

Henrike Pfannenberg, zuständig für den Vertrieb nachhaltiger Investmentprodukte, moderierte zwei Panels. Ihre Einschätzung: „Investoren streben zunehmend danach, ESG-Kriterien bei ihren Anlageentscheidungen einzubeziehen, wobei die soziale Verantwortung ein wichtiger Treiber ist.“ Zudem gehen ESG-Faktoren in Risiko-Rendite-Abwägungen ein.

Datenchef Andy Moniz erklärte, was künstliche Intelligenz schon jetzt bei nachhaltigen Investitionen leistet. Er und sein Team haben kürzlich α-DIG gestartet, eine Anwendung der Deutschen Bank zur Quantifizierung von nicht-finanziellen Informationen.

Zu ESG gibt es viele verschiedene Ansichten, und auch Unternehmen und Investor-Relations-Teams auf der ganzen Welt tun sich schwer, eine gemeinsame Sichtweise zu entwickeln. Regulierungsinitiativen wie der Aktionsplan der Europäischen Kommission für nachhaltige Finanzen zielen darauf ab, die Kapitalströme auf eine nachhaltigere Wirtschaft auszurichten und Transparenz und Langfristigkeit zu fördern. Das machte Steffen Hörter in seinem Grundsatzvortrag deutlich. Er ist Mitglied der Technischen Expertengruppe für nachhaltige Finanzierungen der Europäischen Kommission.

Diskussionsteilnehmer Ingo Speich betonte, dass Investoren von Nachhaltigkeit auch Erträge erwarten. „Wenn Nachhaltigkeit keine Renditen bringt, muss sie zumindest die Risiken reduzieren und auf diese Weise Vorteile schaffen“, sagte Speich, der bei der Fondsgesellschaft Union Investment für Nachhaltigkeit und aktive Unternehmensbeteiligung verantwortlich ist.

Für Benjamin Weller, nachhaltige Kapitalmarktfinanzierung, ist der Trend klar – und die Zukunft grün: „Grüne Finanzierung wird eine entscheidende Rolle beim Wandel unserer kohlenstoffintensiven Wirtschaft hin zu einer klimafreundlicheren Wirtschaft spielen. Die Wirtschaft muss genügend Kapital für einen solchen Übergang mobilisieren.“

Gerald Podobnik, weltweit verantwortlich für nachhaltige Kapitalmarktfinanzierung, fügte hinzu: „Die Deutsche Bank hat alles, was sie benötigt. Wir und die gesamte Branche wünschen uns von der EU-Kommission klare Regeln für alle Marktteilnehmer. Sobald diese Regeln festgelegt sind, können wir die Nische verlassen und in Richtung Massenmarkt gehen.“

ESG-Kriterien gehören ganz wesentlich zum Ziel der Bank, einen positiven Beitrag zu leisten. Das ESG-Produkt- und Dienstleistungsangebot der Bank wächst in allen Geschäftsbereichen. Der neu gegründete Nachhaltigkeitsrat, der alle Geschäftsfelder und wesentlichen Infrastrukturfunktionen umfasst, berät den Vorstand zu ESG-Themen und unterstreicht das Engagement der Deutschen Bank für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung.