31. Januar 2020

Christian Sewing zum Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union

Heute Abend wird das Vereinigte Königreich die Europäische Union verlassen.

Der Austritt ist von historischer Bedeutung. Viele von uns werden davon auf lange Sicht betroffen sein. Schließlich war Großbritannien 47 Jahre lang Mitglied der Europäischen Union.

Als stolzer Europäer mit zahlreichen britischen Kollegen und Freunden bedaure ich diese Entwicklung.

Aber während eine Ära zu Ende geht, beginnt gleichzeitig etwas Neues. Deshalb sollten wir gemeinsam nach vorne schauen.

Großbritannien und die EU treten nun in Verhandlungen ein, um ihre künftigen Beziehungen zu regeln. Ich hoffe sehr, dass beide Parteien zu einer Vereinbarung gelangen, die einen möglichst freien Handel mit Waren und grenzüberschreitende Dienstleistungen erlaubt. Davon würden die Briten ebenso profitieren wie die Menschen in der EU.
Auch für den Fall, dass es zu keiner solchen Vereinbarung kommen sollte, ist die Deutsche Bank gut gerüstet. Wir bereiten uns seit mehr als drei Jahren auf den Brexit vor und haben auch immer berücksichtigt, dass es zu einem Austritt ohne Abkommen, dem sogenannten „No Deal Brexit“, kommen könnte.

Die aufsichtsrechtlichen Veränderungen, die sich letztlich ergeben, könnten zu neuen Strukturen am Markt für Finanzdienstleistungen führen, die alle Banken betreffen. Wir stehen in engem Kontakt zu unseren Aufsichtsbehörden, um sicherzustellen, dass unser Geschäft erforderliche Anpassungen unbeschadet übersteht.

In jedem Fall wird die Deutsche Bank in Großbritannien auch künftig stark vertreten sein. Ich bin überzeugt, dass London immer einer der wichtigsten Finanzplätze der Welt bleiben wird. Wie ich schon vergangene Woche in Davos betont habe, wird die Stadt deshalb auch stets ein bedeutender Standort für unsere Bank bleiben.

Christian Sewing