27. April 2020

Fragen und Antworten zu den Eckwerten der Ergebnisse im ersten Quartal und dem aktualisierten Ausblick der Deutschen Bank

Warum hat die Deutsche Bank drei Tage vor der geplanten Veröffentlichung der Zahlen für das erste Quartal eine Ad-hoc-Mitteilung verschickt?
Der Vorstand ist bemüht, die Verunsicherung durch die Markterwartungen zu den Ergebnissen der Bank sowie Medienberichte über einen Quartalsverlust zu beseitigen. Außerdem ist es im aktuellen Umfeld möglich, dass unsere harte Kernkapitalquote (CET1) und die Verschuldungsquote (Leverage Ratio) vorübergehend unter die vom Vorstand festgelegten Ziele fallen könnten. Weil wir verpflichtet sind, Änderungen an kommunizierten Zielen umgehend mitzuteilen, haben wir am Sonntagabend eine entsprechende Ad-hoc-Mitteilung veröffentlicht.

Wieso hat die Bank ihr Kapitalziel geändert?
Unsere Bank ist fest entschlossen, in dieser außerordentlich schwierigen Lage für unsere Kunden da zu sein, ohne dabei unsere starke Kapitalposition zu gefährden. Viele unserer Kunden stellt Covid-19 vor große Herausforderungen, und sie brauchen jetzt unsere Unterstützung. Unser Ziel ist es, ihnen im Rahmen der regulatorischen Möglichkeiten mit unserer starken Bilanz zu helfen. Wir haben unsere mittelfristigen Ziele nicht geändert, wir kalkulieren nun aber die Möglichkeit ein, dass wir im Zuge der Corona-Pandemie vorübergehend unter das Ziel einer harten Kernkapitalquote von 12,5 Prozent rutschen könnten. Letztlich haben wir nur das „stets“ bei unserem Ziel von mindestens 12,5 Prozent“ gestrichen. Weil die Regulatoren die Kapitalanforderungen an Banken schon vor der Krise gesenkt hatten und nun auch auf die Pandemie reagiert haben, haben wir hier zusätzlichen Spielraum gewonnen. Mit einer harten Kernkapitalquote von 12,8 Prozent lagen wir Ende des ersten Quartals rund 240 Basispunkte über der geänderten Mindestanforderung der EZB von 10,42 Prozent.

Wird die Bank angesichts geänderter regulatorischer Vorgaben dauerhaft weniger Kapital vorhalten?
Wir können keine Aussagen dazu treffen, wie sich die regulatorischen Vorgaben in Zukunft entwickeln werden. Aber wir gehen davon aus, dass die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie nur vorübergehend sind. Der Vorstand hält an seinem Ziel einer harten Kernkapitalquote von 12,5 Prozent und einer Verschuldungsquote von 5 Prozent für Ende 2022 fest. Auch in der Zwischenzeit sind wir entschlossen, stets einen deutlichen Kapitalpuffer gegenüber den regulatorischen Mindestanforderungen zu halten.

Hat der Vorstand weitere Ziele geändert?
Die Bank hat ihre übrigen Finanzziele bekräftigt. Diese sind:

  • Bereinigte Kosten (bereinigt um Transformationskosten und Effekte aus der Übertragung des Geschäfts mit Hedgefonds zu BNP Paribas) in Höhe von 19,5 Milliarden Euro Ende 2020 und 17 Milliarden Euro Ende 2022
    Eine Rendite auf das materielle Eigenkapital von 8 Prozent Ende 2022
    Warum haben wir die Erwartungen der Analysten im ersten Quartal übertroffen?
  • Der Vorsteuergewinn im ersten Quartal ist auf steigende Erträge in unseren Kerngeschäftsfeldern in Kombination mit anhaltenden Fortschritten beim Kostenabbau zurückzuführen. Wir erwarten einen Vorsteuergewinn von ungefähr 200 Millionen Euro sowie ein Nettoergebnis von 66 Millionen Euro.

Bedeutet die höhere Risikovorsorge, dass die kommenden Quartale schlechter ausfallen werden?
Das außerordentliche wirtschaftliche Umfeld spricht dafür, dass es insgesamt zu mehr Kreditausfällen kommen wird. Aber das Kreditbuch der Deutschen Bank hat eine hohe Qualität und ist gut diversifiziert. 90 Prozent der Kredite haben wir an Schuldner mit Investment-Grade-Ratings vergeben und fast ein Drittel sind solide Hypothekendarlehen in Deutschland. Was wir auf jeden Fall sehen ist, dass die Nachfrage unserer Kunden nach Unterstützung in dieser schwierigen Situation anhaltend hoch ist.


Wie ist das erste Quartal in den einzelnen Geschäftsbereichen gelaufen?
Details zum Geschäftsverlauf in den Geschäftsbereichen werden wir mit den vollständigen Zahlen für das erste Quartal am Mittwochmorgen veröffentlichen.