Alle Menschen werden Brüder“: Als am 11. Januar die letzten Töne von Beethovens 9. Sinfonie beim Einweihungskonzert im Großen Saal erklangen, war die Elbphilharmonie endgültig angenommen. Mit ihrer weltweit einzigartigen Fassade aus 1100 unterschiedlichen Glas­elementen war die bereits zärtlich „Elphi“ genannte Konzerthalle für die Hansestadt mit 789 Millionen Euro zwar mehr als zehnmal so teuer geworden wie ursprünglich kalkuliert. Aber schließlich hätten nach dem Zoff zwischen Architekten und Generalunternehmer und einer langen Baupause nur wenige darauf gewettet, dass der Traum mitten in der Elbe noch Wirklichkeit werden würde – und eine so schöne dazu.

Volker Schubert war einer dieser wenigen Optimisten. Der Unternehmer und seine Elektrotechniker von der Schubert GmbH waren direkt am Bau: „Die gemeinsame Anstrengung nach der Bau­pause hat sich gelohnt“, sagt er stolz: Das 110 Meter hohe Gebäude mit seinen drei Konzertsälen, dem Fünfsternehotel, Gewerbe und Luxuswohnungen erforderte die Installation baumstammdicker Kabelbäume. Rund 400 Kilometer Elektrokabel wurden verlegt. Für Schubert war die Anstrengung – wie für alle Beteiligten – größer als erwartet. Ursprünglich war sein Umsatz mit der Elbphilharmonie mit 3,6 Millionen Euro berechnet, es wurden schließlich 24 Millionen Euro – immer neue Anforderungen trieben Komplexität und Kosten.

Volker-Schubert-vor-Elbphilharmonie

Die Arbeit am neuen Hamburger Wahrzeichen war die vorläufige Krönung der Unternehmer­karriere des 55-jährigen Volker Schubert. Einer Karriere, die für den Mann aus Tangerhütte bei Stendal im Jahr 1988 mit einem Auftrag für Elektro­installationen im Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft „Erich Weinert“ begann. Auftragswert damals: 6000 Mark, DDR-Mark. Wer solche Großprojekte wie die Elbphilharmonie stemmt, weiß, wie wichtig Struktur und Ordnung sind: In seinem Kerngeschäft ist der Selfmademan in dieser Beziehung optimal aufgestellt. „Bei den Finanzen allerdings war die Ordnung nicht immer so ausgeprägt“, gibt Volker Schubert schmunzelnd zu. Das teilweise stürmische Wachstum über mehr als zwei Jahrzehnte wurde immer wieder kurzfristig bei verschiedenen Banken finanziert. Schubert selbst bürgte oft mit seinem Privatvermögen. Regelmäßig mussten sich er und seine Finanz­chefin Maren von Bach mit Kreditverhandlungen belasten. Der findige Unternehmer suchte einen Befreiungs­schlag. Der Vorschlag der Deutschen Bank: strukturierte Finanzierung.

 Foto: WILLING-HOLTZ

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