News 21. April 2017

Frankreich vor der Wahl – Jede Menge Joker im Spiel

Frankreich wählt einen neuen Präsidenten. Vieles deutet auf ein ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem europafreundlichen, sozialliberalen Emmanuel Macron und der rechtspopulistischen Marine Le Pen hin. Nach Ansicht von Stefan Kreuzkamp, Chefanlage-Stratege der Deutschen Asset Management dürften in diesem Fall die Märkte zügig die erhöhten Überlebenschancen der Eurozone begrüßen. Allerdings bleibt die Ungewissheit hoch. Zuletzt haben der konservative Kandidat François Fillon und der linke Kandidat Jean-Luc Mélenchon deutlich aufgeholt.

In einem CIO View Spezial analysiert Kreuzkamp die verschiedenen Szenarion und was diese für die Finanzmärkte bedeuten würden. Hauptszenario ist dabei, dass die Märkte die Aussicht auf eine Präsidentschaft Macrons unmittelbar nach der ersten Runde – weitgehend unabhängig von den genauen Ergebnissen – einpreisen werden. Das dürfte dazu führen, dass der Renditeabstand zwischen französischen und deutschen Staatsanleihen schnell wieder dort ankommen dürfte, wo er war, bevor an den Märkten Ängste wegen eines möglichen Ausscheidens Frankreichs aus der Eurozone unter Le Pen geschürt wurden.

Kreuzkamp sagt: „Der Euro dürfte leicht Aufwind erhalten. Auch die Aktienmärkte dürften profitieren, wenn auch der unmittelbare Spielraum nach oben begrenzt sein könnte. Nur wenig Le Pen-Risiko scheint eingepreist. Macrons Reformpläne sollten französische Aktien zusätzlich stützen und könnten auch die allgemeine Stimmung bezüglich Europa verbessern. Seine Regierungsfähigkeit wird jedoch ganz entscheidend vom Ausgang der Parlamentswahlen am 11. Juni und einer Stichwahl am 18. Juni abhängen.“ Allerdings sei die Analyse durch die jüngste Aufholjagd von Mélenchon und Fillon deutlich erschwert. Für die Finanzmärkte sei etwa ein Einziehen Mélenchons in die zweite Runde oder gar eine Wahl zum Präsidenten keine gute Nachrichten.

Ähnliches gilt auch für einen möglichen Wahlsieg Marine Le Pens. Im nach Ansicht der Deutschen Asset Management für die Märkte negativsten aber sehr unwahrscheinlichen Szenario würde die Front-National-Politkerin bei einer hohen Wahlbeteiligung die Präsidentschaftswahl deutlich gewinnen. Denn dies könnte der Partei auch Rückenwind für die anstehenden Parlamentswahlen geben. Stefan Kreuzkamp sagt: „Die etablierten Mitte-Rechts-Parteien würden dadurch noch stärker ins Chaos gestürzt. Würde Fillon dann noch dazu in der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen nicht nur geschlagen, sondern als Vierter nach Mélenchon regelrecht degradiert, wären die Chancen außerordentlich gering, dass die Eurozone die gesamte Amtszeit von Le Pen überlebt. Die Märkte haben sicherlich genügend Gründe, beunruhigt zu sein.“

Die vollständige Analyse beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Globalisierung und Ihrer Auswirkung auf Löhne und Vermögen.

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