Müssen wir das Streben nach Wirtschaftswachstum zugunsten der Umwelt aufgeben? Das beleuchtet eine neue Studie der Bank.

Kurz vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat Deutsche Bank Research seine Erkenntnisse zum Thema Wachstum und dessen Nebenwirkungen veröffentlicht. Die Experten wollen darüber in Davos mit Wirtschaftslenkern, Politikern und Vertretern bedeutender Organisationen sprechen.

„Wir wollen damit keine bestimmte Politik fördern, sondern erreichen, dass sich Entscheidungsträger ihrer Verantwortung bewusst sind und entsprechend agieren“, erklärt Jim Reid, Leiter des Thematischen Research bei Deutsche Bank Research.

Davos 2020 In insgesamt vier Kapiteln geht es von der Entstehung des Wirtschaftswachstums über seine großen gesellschaftlichen Errungenschaften in der ersten und zweiten industriellen Revolution hin zu negativen Folgen wie Verschuldung, Ungleichheit und Klimawandel. So jagte in den vergangenen 23 Jahren ein Hitzerekord den nächsten. Wissenschaftler diskutieren, wann gewisse Kipppunkte in Bezug auf Umweltschäden erreicht werden oder wurden. Die Volkswirtschaftler der Bank thematisieren auch einen anderen Wendepunkt: Nie stand die Umwelt und was die Menschen ihr antun so sehr im Licht der Öffentlichkeit.

Im dritten Teil geht es um die Folgen massiver Maßnahmen gegen den Klimawandel. Reid und seine Kollegen meinen, dass nun immer klarer wird, was das Erreichen der Klimaziele für uns wirtschaftlich und persönlich bedeutet. Bürger könnten dies als erschreckende Opfer sehen und deshalb dürften in demokratischen Gesellschaften entsprechende Maßnahmen nur schwer zu regeln sein.

Die Studie beleuchtet abschließend die Fortschritte auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Wachstum und wie sich dieses in den kommenden Jahren entwickeln könnte. „Eine Möglichkeit für Wachstum besteht darin, neue Technologien zu nutzen“, sagt Reid. Er ergänzt: „In der Tat besteht Grund zur Hoffnung, dass sich die Welt gerade an der Schwelle zu einer vierten Industriellen Revolution befindet - eine der Künstlichen Intelligenz. Dies vorausgesetzt, könnten technologische Fortschritte im kommenden Jahrzehnt zu einem Punkt gelangen, an dem sie in rasantem Tempo umgesetzt werden. Dies könnte auch dazu beitragen, das im Lauf der vergangenen Jahrzehnte abgeflaute Produktivitätswachstum wiederzubeleben.“

Hier geht es zur Studie (nur auf Englisch erhältlich).

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