Research 28. Februar 2020

Deckel drauf und gut?

Wohl selten zuvor hat eine regionale Regelung so viel Aufmerksamkeit erfahren wie der Berliner Mietendeckel. Vor wenigen Tagen trat in der Hauptstadt das „Gesetz zur Neuregelung gesetzlicher Vorschriften zur Mietenbegrenzung“ in Kraft. Damit werden die Mieten in Berlin für rund 1,5 Millionen Wohnungen eingefroren. „Die wichtigste Botschaft lautet: Wenn der Mietendeckel verfassungskonform ist, verändert sich die Lage für Investoren erheblich“, sagt Jochen Möbert, Volkswirt bei Deutsche Bank Research und dort Immobilienexperte. Zumindest für risikoaverse, kurzfristig orientierte Investoren sieht er Anreize, den Berliner Markt zu verlassen. Für langfristig orientierte Investoren sei Berlin aufgrund des wirtschaftlichen Superzyklus jedoch wohl weiterhin ein attraktiver Markt.

Ganz anders blicken natürlich hunderttausende Mieter der Berliner Neuregelung entgegen. „Zumindest kurzfristig“, wie Möbert hervorhebt. Denn seiner Einschätzung zufolge könnten Immobilien durch den Mietdeckel an Substanz verlieren. Und vor allem schaffe der Mietendeckel sicher nicht, was Berlin dringend brauche: neue Wohnungen.

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