Nachricht 26. Januar 2021

Gedenkfeier für die Opfer des Holocausts: Fünf gegen das Vergessen

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Die fünf Unternehmen Daimler, Deutsche Bahn, Deutsche Bank, Volkswagen und Borussia Dortmund haben heute auf einer virtuellen Gedenkfeier für die Opfer des Holocausts eine gemeinsame Erklärung gegen Antisemitismus und Rassismus abgegeben, basierend auf der allgemeingültigen Formulierung der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA). Organisiert wurde die Gedenkfeier vom Freundeskreis Yad Vashem e.V.

Die fünf Unternehmen möchten mit der Erklärung ein starkes Zeichen für Freiheit, Demokratie, Vielfalt und ein friedliches Miteinander setzen. Wie wichtig dieses Signal für das jüdische Leben hierzulande ist, erläuterte der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster: „Antisemitismus kann man nur bekämpfen, wenn man ihn definiert und erkennt. Deshalb ist die Definition von Antisemitismus umso wichtiger. Wir wünschen uns, dass sie Anwendung auf allen Ebenen findet, auch bei staatlichen Stellen.“

Für die Deutsche Bank nahm unser Aufsichtsratsvorsitzender Paul Achleitner an der Gedenkfeier teil. Im Gespräch mit Moderatorin Shelly Kupferberg betonte er, wie wichtig es ist, eine Unternehmenskultur zu schaffen, die Diversität wertschätzt und geprägt ist durch ein Klima der Offenheit: „Als Deutsche Bank sehen wir es deshalb auch als unsere Aufgabe an, mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern jeden Tag aufs Neue für Vielfalt und Toleranz, Teilhabe und Demokratie einzutreten.“

Wie Ola Källenius von Daimler, Richard Lutz (Deutsche Bahn), Gunnar Kilian (Volkswagen) und Hans-Joachim Watzke (Borussia Dortmund) betonte auch Achleitner die große Verantwortung von Unternehmen, gerade auch in einer Krise wie derzeit, die Geschichte und ihre Schrecken nicht zu vergessen, um Hass, Hetze und Extremismus in der Gegenwart keinen Nährboden zu geben.

Die Gedenkfeier können Sie sich hier ansehen:

Einige Fakten über die Deutsche Bank zum Thema

  • Die Deutsche Bank war das erste deutsche Finanzinstitut, das seine Geschichte in der NS-Zeit eingehend und vorbehaltlos von unabhängigen Historikern untersuchen ließ.
  • Die Deutsche Bank gehörte zu den 13 deutschen Unternehmen, die 1999 der Bundesregierung die Errichtung der Stiftungsinitiative „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ vorschlugen. Die Stiftung entstand im Jahr darauf. Für Zwangsarbeiter und andere Opfer des NS-Regimes stellten die Bundesregierung und die Wirtschaft zusammen fünf Milliarden Euro zur Verfügung.
  • Gerade im Bankwesen haben vor 1933 Mitarbeiter christlicher und jüdischer Herkunft eng und reibungslos zusammengearbeitet. Einer der Gründer der Bank (Ludwig Bamberger) und eines ihrer ersten Vorstandsmitglieder (Paul Wallich) waren jüdischen Glaubens, außerdem drei der sechs Vorstandssprecher vor 1933 (Paul Mankiewitz, Oscar Wassermann, Georg Solmssen).
  • Auch Mitarbeiter*innen der Deutschen Bank und ihre Familien wurden über die S-Bahn-Station Berlin-Grunewald deportiert – dem Ort, an dem die Vertreter*innen der fünf Unternehmen im Vorfeld deer Gedenkfeier Kränze niedergelegt hatten. Für die Deutsche Bank hat Anna Herrhausen das getan.

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