20. Januar 2016

Eine Botschaft von John Cryan zu den vorläufigen Zahlen der Deutschen Bank für das Gesamtjahr und das vierte Quartal 2015

John Cryan, Co-Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, hat sich mit folgender Botschaft an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewandt

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

heute haben wir einige wichtige Informationen über die Ergebnisse des vierten Quartals veröffentlicht. Wir erwarten einen Verlust nach Steuern von 2,1 Mrd. Euro für das vierte Quartal 2015. Dies ist vor allem auf drei Faktoren zurückzuführen.

Erstens erwarten wir weitere Rückstellungen für regulatorische Angelegenheiten und Rechtsstreitigkeiten von rund 1,2 Mrd. Euro. Diese Belastungen können sich durch weitere Entwicklungen bis zur Veröffentlichung des endgültigen Jahresabschlusses am 11. März 2016 noch verändern.

Zweitens erwarten wir Belastungen für Restrukturierungen und Abfindungen in Höhe von 0,8 Mrd. Euro. Diese Belastungen stehen vor allem in Zusammenhang mit den bereits veröffentlichten Plänen, Filialen in unserem Unternehmensbereich Private & Business Clients (PBC) zu schließen. PBC wird außerdem eine Belastung von 0,1 Mrd. Euro durch Wertminderungen von Software verzeichnen, die angesichts unserer Entscheidung, die Postbank zu dekonsolidieren, nicht genutzt wird.

Drittens haben im vierten Quartal herausfordernde Marktbedingungen zu einem Rückgang der Erträge im Vorjahresvergleich beigetragen, vor allem in unserem Unternehmensbereich Corporate Banking & Securities (CB&S).

Für das Gesamtjahr 2015 erwarten wir Erträge von 33,5 Mrd. Euro, einen Verlust vor Steuern von rund 6,1 Mrd. Euro und einen Verlust nach Steuern von 6,7 Mrd. Euro. Das Gesamtjahresergebnis beinhaltet die bereits veröffentlichten und im dritten Quartal verarbeiteten Wertminderungen von 5,8 Mrd. Euro auf den Geschäfts- oder Firmenwert sowie immaterielle Vermögenswerte, außerdem für das Gesamtjahr Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten von rund 5,2 Mrd. Euro und Belastungen für Restrukturierungen und Abfindungen von rund 1,0 Mrd. Euro.

Dies ist der erste Verlust in einem Gesamtjahr seit 2008, was ernüchternd ist.

Die genannten Belastungen sind jedoch die Konsequenz aus den notwendigen Entscheidungen, die wir im Rahmen der Strategie 2020 getroffen haben. Diese Entscheidungen werden die Bank einfacher und effizienter machen, indem die Anzahl der Produkte und Dienstleistungen, die wir anbieten, verringert wird, wir unsere Beziehungen zu vielversprechenden Kunden stärken und die Anzahl der Standorte, von denen aus wir tätig sind, konzentrieren. Die Entscheidungen werden uns auch helfen, das Risikoprofil der Bank zu verringern, indem wir bereit sind, laufende aufsichtsrechtliche Verfahren und Rechtsstreitigkeiten so rasch wie möglich abzuschließen.

Wie ich Ihnen bei Vorstellung der Strategie 2020 im Oktober erläutert hatte, erwarten uns in den kommenden beiden Jahren harte Arbeit und Belastungen durch Kosten für die Restrukturierung der Bank und für dringend erforderliche Investitionen. Mit diesen Schritten schaffen wir jedoch das Potenzial, uns zu einer starken, effizienten und gut geführten Institution zu entwickeln, die sowohl unseren Kunden, Geschäftspartnern als auch der Gesellschaft dient sowie gute Erträge für unsere Aktionäre erzielt.

Wir werden die umfassenden Ergebnisse des vierten Quartals und des Gesamtjahres 2015 am 28. Januar veröffentlichen. In der Zwischenzeit finden Sie weitere Informationen zur heutigen Meldung auf dbnetwork+.

Gemeinsam mit meinen Vorstandskollegen danke ich Ihnen für Ihren anhaltenden Einsatz bei der Schaffung einer besseren Deutschen Bank.

Mit freundlichen Grüßen
John Cryan