25. April 2019

Ende der Gespräche mit der Commerzbank: Nachricht von Christian Sewing an Mitarbeiter der Deutschen Bank

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

vor einigen Wochen haben wir Gespräche mit der Commerzbank aufgenommen, um einen Zusammenschluss beider Banken zu erörtern. Wir haben immer gesagt, dass wir eine aktive Rolle spielen wollen, wenn sich die europäische Bankenbranche konsolidiert. Deshalb haben wir uns entschieden, diese Option gründlich zu prüfen.

Die Gespräche mit der Commerzbank waren sehr intensiv, konstruktiv und von gegenseitigem Respekt geprägt. Dennoch haben wir nun beschlossen, diese Möglichkeit nicht weiterzuverfolgen. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Für uns war von Anfang an klar: Mit einem Zusammenschluss müssten wir höhere und nachhaltigere Renditen für unsere Aktionäre erreichen und die Leistungen für unsere Kunden verbessern können.

Nach gründlicher Analyse sind wir aber zum Schluss gekommen, dass ein Zusammenschluss mit der Commerzbank keinen ausreichenden Mehrwert bieten würde – auch mit Blick auf die Umsetzungsrisiken, Restrukturierungskosten und Kapitalanforderungen, die mit einer solch großen Integration einhergehen.

Und wie unsere vorläufigen Ergebnisse für die ersten drei Monate des Jahres belegen, sind wir selbst auf einem guten Weg. In einem sehr schwierigen Marktumfeld konnten wir unseren Gewinn nach Steuern im Jahresvergleich um mehr als 65 Prozent auf rund 200 Millionen Euro steigern. Dabei ist zu berücksichtigen, dass wir etwa 600 Millionen Euro an Bankenabgaben für das Gesamtjahr im ersten Quartal verbucht haben. Würden die Bankenabgaben gleichmäßig auf alle vier Quartale verteilt, hätten wir in den ersten drei Monaten rund 3,6 Prozent Rendite auf das materielle Eigenkapital erreicht – wären unserem Ziel von mehr als vier Prozent für das Jahr 2019 also nahe gekommen.

Was mich besonders freut: In mehreren wichtigen Geschäftsfeldern sehen wir positive Entwicklungen. Hier nur einige Beispiele:

  • Unsere Privat- und Firmenkundenbank konnte das Volumen an Krediten und Einlagen steigern. Auch in der Unternehmens- und Investmentbank sind wir im Kreditgeschäft gewachsen.
  • Wir verzeichneten Nettozuflüsse im Geschäft mit vermögenden Kunden (Wealth Management) und im Asset Management.
  • Im Beratungs- und Emissionsgeschäft haben wir im ersten Quartal laut Daten von Dealogic unseren Marktanteil in den USA, Deutschland und der Region EMEA gesteigert.
Auf der Ausgabenseite sind wir ebenfalls weiter vorangekommen. Die bereinigten Kosten sind gegenüber dem Vorjahresquartal um etwa sieben Prozent zurückgegangen. Damit haben wir sie fünf Quartale in Folge gesenkt, wenn man von den Bankenabgaben absieht. Wir liegen also gut im Plan, unser Kostenziel von 21,8 Milliarden Euro für das Gesamtjahr zu erreichen.

Wir haben die Finanzkraft, um die Geschäftschancen wahrzunehmen, die sich uns bieten. Die harte Kernkapitalquote hat sich im ersten Quartal laut unseren vorläufigen Zahlen auf rund 13,7 Prozent erhöht, womit wir einen Spitzenwert unter unseren Mitbewerbern weltweit haben.

Die detaillierten Ergebnisse werden wir am morgigen Freitag veröffentlichen. Schon jetzt können wir aber sagen: Es ergibt sich ein Gesamtbild, das viele nach dem schwachen Jahresstart nicht für möglich gehalten hätten. Gleichwohl tun wir das, was jedes Führungsteam tun sollte: Wir werden weiterhin alle Alternativen prüfen, um langfristig die Profitabilität und die Renditen für unsere Aktionäre zu steigern.

Unsere Erfolge verdanken wir Ihrem unermüdlichen Einsatz, Ihrer Disziplin und Ihrer harten Arbeit. Dafür möchte ich Ihnen auch im Namen des Vorstands sehr herzlich danken.

Nun geht es darum, Kurs zu halten und uns weiter voll auf unsere Kunden zu konzentrieren. Die Marktbedingungen haben sich gegen Ende des Quartals spürbar verbessert. Lassen Sie uns dieses Momentum für die kommenden Quartale nutzen.

Herzliche Grüße,

Ihr

Christian Sewing