5. Februar 2020

Digitales Bezahlen könnte den US-Dollar schwächen

Neue Studie von Deutsche Bank Research untersucht die Auswirkungen digitaler Zahlungssysteme auf Verbraucher, Unternehmen und Volkswirtschaften

In einer neuen dreiteiligen Serie beleuchtet Deutsche Bank Research die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Zahlungsverkehrs. Der erste Teil stellt die Frage, wie lange das als Dinosaurier bezeichnete Bargeld die digitalisierungsbedingten Umbrüche überleben wird. Noch lange, meinen die Autoren – im Unterschied zu vielen anderen Experten. Eher stürben Plastikkarten zum Bezahlen aus. In Schwellenländern sei der Übergang vom Bargeld zum Bezahlen mit dem Handy sogar großteils übergangslos – viele Verbraucher besitzen gar keine Debit- oder Kreditkarte.

China und Indien entwickeln elektronische Zahlungssysteme, Kryptowährungen und „Peer-to-Peer“-Lösungen. Beispielsweise arbeitet China an einer digitalen Währung, die durch die Zentralbank besichert ist. Sie hat das Potenzial, die Vormachtstellung des US-Dollars an den globalen Finanzmärkten zu verändern – wenn Unternehmen in ihren Geschäften mit China gezwungen sind, einen digitalen Yuan zu nutzen.

Digitale Währungen wie Bitcoin und Facebooks Libra brauchen viel Strom und stoßen auf erhebliche regulatorische Hindernisse. Wenn Blockchain-Geld weiterhin so wächst wie bislang, werden es in zehn Jahren 200 Millionen Menschen nutzen, etwa viermal so viele wie bisher. Von dieser Digitalisierung dürften Regierungen, Banken, Unternehmen und die Anbieter von Zahlungssystemen profitieren und die Entwicklung entsprechend fördern, erwarten die Volkswirte von Deutsche Bank Research.

Die Publikationsreihe liegt nur auf Englisch vor. In der aktuellen Ausgabe von „Konzept“ wird das Thema auch behandelt: Die Welt im Jahr 2030.