Neue Ansätze im digitalen Bezahlen: was sie verändern

Digitales Bezahlen nimmt zu. Unsere Kolleg*innen zeigen, was das Konsumenten und Händlerinnen bringen kann und geben einen Einblick in aktuelle Entwicklungen aus der Deutschen Bank im Zahlungsbereich. Eine Übersicht

Video: Bequemlichkeit, Kontrolle, zusätzliche Möglichkeiten – das kann digitales Bezahlen für Konsumenten verändern

Video: Viele Händler fragen sich: Benötige ich digitales Bezahlen? Oder benötigen es meine Kunden?

Das entscheidende Gerät haben die meisten Geschäftsleute ohnehin dabei: ihr Smartphone. Nutzt ein Händler eine SoftPOS App, können die Kunden direkt an seinem Smartphone bezahlen. SoftPOS setzt sich aus den Wörtern „Software“ und „Point of sale“ (also dem Ort des Bezahlens) zusammen. Konkret handelt es sich um eine App, in die der Verkäufer den fälligen Betrag eingibt. Hält der Kunde seine Karte (oder ebenfalls sein Smartphone) an das Smartphone des Verkäufers, wird der Betrag abgebucht. „SoftPOS ist ein absolutes Umbruchprodukt“, sagt Produktmanagerin Lisa Zeller. „Damit verkaufen wir als Bank erstmals eine Software an Händler, mit der sie Zahlungen akzeptieren können.“

Das Besondere: Bislang waren alle Bank-Lösungen zum Bezahlen in Geschäften an Hardware gebunden: Terminals in vielen Varianten oder kleinere Reader die per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden werden mussten. Mit SoftPOS wird das nicht mehr notwendig sein. Die App kann klassische Bezahlterminals in manchen Fällen ersetzen, gerade bei größeren Händlern ist sie eine gute Ergänzung zu bestehenden Terminals.

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Die Karte an ein Handy halten – so bezahlt man bei SoftPOS

Zeller vergleicht SoftPOS deshalb mit einer Kamera. „Wollte man früher Fotos schießen, hat man einen Fotoapparat genommen“, sagt sie. „Heute hat für viele das Smartphone diese Funktion übernommen. Ich glaube, dass es bei SoftPOS ähnlich sein wird.“ Vorrausichtlich Ende des Jahres soll SoftPOS auf den Markt kommen.

Neue Geschäftsmodelle erfordern neue Bezahlarten

Nicht nur bei den Händlern, sondern auch im Stadion kann sich eine Menge verändern. So rollt der Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt sein neues mobiles Bezahlsystem mainpay aus. Dabei handelt es sich um eine virtuelle Bezahlkarte, mit der man weltweit online oder an Terminals mit Mastercard-Akzeptanz bezahlen kann. Anders als bei Konkurrenzprodukten können Anwender die Bezahllösung mit jedem bestehenden Bankkonto als Abbuchungskonto verknüpfen. Sie brauchen also weder ihre bisherige Bankverbindung zu wechseln noch eine neue Bankverbindung einzugehen.

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Eintracht Frankfurt entwickelt digitale Geschäftsmodelle – dazu kommt auch eine neue Bezahlmöglichkeit

Die virtuelle Karte steht in der virtuellen Geldbörse (Wallet) von Apple oder Google bereit. Entwickelt hat sie die Deutsche Bank gemeinsam mit Mastercard und dem Fußballclub. Ausgangspunkt war der Schritt der Eintracht, neue digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln und die eigene Plattform auszubauen. So sollen Nutzer über die Eintracht-Frankfurt-App „mainaqila“ nicht nur Dienstleistungen rund um die Eintracht nutzen können, sondern auch ihr Ticket für den öffentlichen Nahverkehr kaufen und Nachrichten aus der Region verfolgen.

Einfache Lösungen für komplexe Probleme

Damit steht Eintracht Frankfurt exemplarisch für Unternehmen, die sich als Plattform aufstellen. So versuchen mehr und mehr Firmen, über eigene Online-Shops auch die Produkte und Dienstleistungen anderer Unternehmen anzubieten – also einen Marktplatz in der digitalen Welt zu schaffen. Bei diesem Vorhaben möchte ihnen die Deutsche Bank in Zukunft noch stärker helfen.

Das ist genau die Komplexität, die wir den Beteiligten abnehmen.
Kilian Thalhammer

Denn die finanzielle Infrastruktur hinter solchen Marktplatz-Lösungen ist mitunter komplex. „Wir sorgen dafür, dass Kunden dort so bezahlen können wie sie möchten und die Beteiligten ihr Geld bekommen – also der Marktplatzbetreiber und die Händler, die ihre Produkte auf dem Marktplatz anbieten“, sagt Kilian Thalhammer, der den Bereich für Händlerlösungen bei der Deutschen Bank leitet. „Das ist genau die Komplexität, die wir den Beteiligten abnehmen.“

Komplexität reduzieren soll auch das kürzlich gegründete Joint Venture mit Fiserv, einem weltweit führenden Anbieter von Zahlungs-und Finanztechnologie. Das gemeinsame Unternehmen wird mehrere Zahlungsverkehrslösungen unter einem Dach bündeln. Dadurch entsteht ein Produktangebot, das den Abschluss von mehreren Verträgen mit verschiedenen Zahlungsverkehrsanbietern unnötig macht.

 

Über Thorsten Woelfel

About Thorsten

Thorsten Woelfel ist Leiter des Kartenakzeptanzbereichs bei der Deutschen Bank.

Zusammen mit seinem internationalen Team verantwortet er unter anderem die Themen Kreditkartenacquiring, lokale Debit Schemes, eMobility, POS und BIN Sponsorship weltweit.

Bevor er sich dem Bereich Merchant Solutions angeschlossen hat, war er als selbstständiger Payment Berater tätig und hat zuvor die Abteilung für internationalen Zahlungsverkehr für adidas und Reebok geleitet.

Über Lisa Zeller

About Lisa

Lisa Zeller ist Produkt Manager im Team Kartenakzeptanz bei der Deutschen Bank.

Sie verantwortet die Bereiche POS, SoftPOS und lokale Debit Schemes (wie die Girocard in Deutschland).

Zusammen mit den Partnern der Bank arbeitet sie daran, den Händlern und Kunden einfache und innovative Bezahllösungen zur Verfügung zu stellen.

Zuvor war sie als Beraterin für Payment Lösungen bei SHC in Augsburg tätig.

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Sonja Dammann

Als Sonja vor 20 Jahren zur Deutschen Bank kam, gab es in Europa noch verschiedene Währungen, die unterschiedlich aussahen und sich auch so anfühlten. Den physischen Aspekt von Geld mag sie immer noch, ist aber auch fasziniert davon, wie der digitale Zahlungsverkehr das Geschäft für Händler und das Leben von Privatkunden beeinflussen kann.

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