Event 17. Februar 2017

Münchner Sicherheitskonferenz - "Managing Threats in an Urban Age"

Urbane Ballungsräume – Symbole für Wachstum, Fortschritt und persönliche Freiheit – sind mitsamt ihren Bewohnern zu leicht verletzbaren Zielen terroristischer Anschläge geworden. Wie wirkt sich diese Bedrohung auf das Zusammenleben und den Zusammenhalt in Städten aus? Wie können Städte diesen Angriffen entgegentreten, sei es in Paris, London, Paris oder anderswo?

Im Rahmen der Münchener Sicherheitskonferenz (MSC) hat die Alfred Herrhausen Gesellschaft (AHG) am vergangenen Freitagabend, den 17. Februar 2017, gemeinsam mit LSE Cities und der MSC eine Podiumsdiskussion über die Sicherheit in Städten organisiert. In informeller Atmosphäre diskutierten die Teilnehmer der Konferenz mit führenden Sicherheitsexperten, politischen Entscheidungsträgern, wissenschaftlichen Experten und Vertretern aus der Zivilgesellschaft neue politische Antworten auf die zunehmend komplexe Sicherheitslage in Städten.

Ricky Burdett, Professor für Urbanistik an der London School of Economics and Political Science (LSE) und Leiter von LSE Cities, moderierte die Paneldiskussion zwischen Professorin Mary Kaldor, Leiterin des „Centre for Global Governance“ an der LSE, Alaa Murabit, Gründerin von „The Voice of Libyan Women”, NATO-Geheimdienstkoordinator Arndt Freiherr Freytag von Loringhoven und Arvid Gupta, Indiens stellvertretender nationaler Sicherheitsberater.

Zu Beginn der Diskussion wurden u. a. folgende Fragen aufgeworfen: Können sich Städte vor Angriffen schützen? Wie können die Behörden gemeinsam auf terroristische Anschläge, sowohl von radikalisierten Gruppen als auch von Einzeltätern, reagieren? Und welche Rolle spielen neue Technologien bei der Terrorismusbekämpfung?
In ihrer Begrüßung wies Anna Herrhausen, Geschäftsführerin der Alfred Herrhausen Gesellschaft, auf die Anziehungskraft von Städten als Orte individueller Freiheit, kultureller Vielfalt und wirtschaftlichem Wachstum hin. Sie erwähnte aber auch die Kehrseite des „Erfolgsmodells“ Stadt: „Immer häufiger sind Städte durch extreme soziale Ungleichheit, Armut und nicht zuletzt kriegerische Auseinandersetzungen gekennzeichnet. Städte – oder vielmehr die Menschen, die in ihnen leben – sind zu leicht verwundbaren Angriffszielen von Terroristen geworden, die die freiheitlichen Werte torpedieren, die in den Städten gelebt werden.“

Professorin Mary Kaldor ergänzte, dass die sogenannten „new wars“, eine neue Art der Kriegsführung, nicht länger auf nationaler Ebene, sondern verstärkt in urbanen Ballungsräumen ausgefochten werden. Folglich werden Zivilisten und nicht Soldaten Opfer dieser Auseinandersetzungen – sie dienen als Mittel zum Zweck, um politische Interessen durchzusetzen.

Alle Diskussionsteilnehmer stimmten mehr oder weniger überein, dass Sicherheit in krisengeschüttelten Städten nur mithilfe von bürgerschaftlichem Engagement wiederhergestellt und gewährleistet werden kann; diese zivile Tradition sei tief im Bewusstsein der Städte verankert. Maßnahmen wie die Errichtung von Sicherheitszonen und Kontrollpunkten hätten sich indes als wenig hilfreich, wenn nicht sogar als kontraproduktiv, erwiesen. Eine Stärkung bürgerlicher Errungenschaften wurde als wirkungsvollstes Mittel gegen Gewalt angesehen – nur so könne verhindert werden, dass Städte zu Brutstätten von Radikalisierung und Terrorismus werden.

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