26. Oktober 2017

Deutsche Bank: 649 Millionen Euro Gewinn nach Steuern im 3. Quartal 2017

John Cryan, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank: „Während das Umfeld für unsere Erträge eine Herausforderung bleibt, sind wir bei unseren wichtigen Initiativen deutlich vorangekommen – das gilt für die geplante Integration der Deutschen Bank und der Postbank in Deutschland ebenso wie für die Vorbereitung des Börsengangs der Deutschen Asset Management. Wir sind überzeugt, dass die Früchte unserer Arbeit in den kommenden Quartalen und Jahren Schritt für Schritt sichtbarer werden.“

Die Deutsche Bank hat ihren Gewinn im dritten Quartal deutlich gesteigert. Das Vorsteuerergebnis ist um 51 Prozent auf 933 Millionen Euro gestiegen. Nach Steuern hat sich der Überschuss mehr als verdoppelt, auf 649 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten des Jahres 2017 hat die Bank damit 2,6 Milliarden Euro vor Steuern verdient, ein Plus von 64 Prozent. Nach Steuern betrug das Ergebnis 1,6 Milliarden Euro und hat sich damit mehr als verdreifacht.

Bei den Erträgen machte sich das weiterhin ungünstige Markt- und Zinsumfeld bemerkbar. Sie gingen im Vergleich zum Vorjahresquartal um zehn Prozent auf 6,8 Milliarden Euro zurück. Berücksichtigt man allerdings Währungseffekte, belief sich der Rückgang nur auf sieben Prozent. Die Kunden handelten deutlich weniger rege als im starken Vorjahresquartal, während die Volatilität an den Märkten und die Zinsen weiterhin niedrig waren.

Grund für das verbesserte Ergebnis waren geringere Kosten. Die zinsunabhängigen Aufwendungen betrugen im dritten Quartal 5,7 Milliarden Euro und waren damit 14 Prozent niedriger als im Vorjahresquartal. Bereinigt um Währungseffekte gingen sie um 11 Prozent zurück. Die Kosten für Restrukturierung und Abfindungen sowie die Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten fielen im Vergleich zum Vorjahr sehr viel niedriger aus. Eine Reihe weiterer Rechtsfälle konnte weitgehend im Rahmen der vorhandenen Rückstellungen abgeschlossen werden. Die bereinigten Kosten gingen um sechs Prozent zurück. Ohne Wechselkurseffekte betrug das Minus drei Prozent. Zurückzuführen ist der Rückgang auf die Schließung der Abwicklungseinheit NCOU Ende des vergangenen Jahres und geringere Kosten für Beratungsdienstleistungen. Für variable Vergütungen des laufenden Jahres hat die Bank mehr Geld zurücklegt. Die Anzahl der Mitarbeiter (in Vollzeitstellen gerechnet) sank gegenüber dem Vorjahr um rund 4.000.

Die Kreditqualität blieb hoch. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft betrug 184 Millionen Euro und war damit 44% niedriger als im Vorjahresquartal. Dies spiegelt ein insgesamt freundlicheres Umfeld für die Unternehmens- und Investmentbank sowie die hohe Kreditqualität in der Privat- und Firmenkundenbank wider.

Die Bank verfügt weiterhin über eine starke Kapitalausstattung. Die harte Kernkapitalquote (CET1-Quote (bei Vollumsetzung der CRR/CRD4-Regulierung)) betrug 13,8 Prozent, nach 14,1 Prozent zum Ende des zweiten Quartals. Der positive Effekt des Quartalsgewinns auf das harte Kernkapital wurde überlagert durch regulatorisch vorgeschriebene Abzüge für Dividenden sowie durch Wechselkurs- und andere Effekte. Die Verschuldungsquote (Leverage Ratio (bei Vollumsetzung der CRR/CRD4-Regulierung)) liegt mit 3,8 Prozent auf dem Niveau des Vorquartals.

Die ersten neun Monate des Jahres 2017 zusammengefasst

Die Erträge betrugen in den ersten neun Monaten des Jahres 20,7 Milliarden Euro und waren damit zehn Prozent geringer als im Vorjahr. Berücksichtigt man allerdings Bewertungsanpassungen bei eigenen Verbindlichkeiten, belief sich das Minus nur auf 5,5 Prozent. Die zinsunabhängigen Aufwendungen gingen um 2,7 Milliarden Euro oder 13 Prozent auf 17,7 Milliarden Euro zurück. Ohne Währungseffekte betrug der Rückgang zwölf Prozent. Die bereinigten Kosten betrugen 17,5 Milliarden Euro. Sie fielen um sechs Prozent, währungsbereinigt um vier Prozent. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft betrug 396 Millionen Euro – sie fiel damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 495 Millionen Euro oder 56 Prozent. Die harte Kernkapitalquote (CET1-Quote (bei Vollumsetzung der CRR/CRD4-Regulierung)) verbesserte sich seit dem dritten Quartal 2016 von 11,1 Prozent auf 13,8 Prozent. Die Verschuldungsquote (Leverage Ratio (bei Vollumsetzung der CRR/CRD4-Regulierung)) stieg in diesem Zeitraum von 3,5 Prozent auf 3,8 Prozent.

Ertragsentwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche

Unternehmens- und Investmentbank: Im Vergleich zum Vorjahresquartal, das von regen Kundengeschäften nach der Brexit-Entscheidung geprägt war, blieb in diesem Quartal die Kundenaktivität verhalten und die Volatilität gering. Deshalb gingen die Erträge um 23 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro zurück. Währungsbereinigt betrug der Rückgang 21 Prozent. Im Handel mit Anleihen und Währungen sanken die Erträge um 36 Prozent. Berücksichtigt man auch die Erträge, die in der neuen Segmentstruktur des Bereichs zum Finanzierungsgeschäft zählen, betrug der Rückgang 24 Prozent im Vorjahresvergleich. Auch im Aktienhandel und im Beratungs- und Finanzierungsgeschäft mit Unternehmen gingen die Erträge zurück. In der Transaktionsbank (GTB) fielen die Erträge ebenfalls geringer aus als im Vorjahreszeitraum, während sie im Vergleich zum zweiten Quartal in etwa stabil blieben. Die Ertragsentwicklung von GTB gegenüber dem Vorjahresquartal spiegelt unter anderem den strategischen Rückzug aus bestimmten Geschäftsfeldern wider. Die Unternehmens- und Investmentbank kam mit ihrer im Frühjahr 2017 angekündigten Neuausrichtung deutlich voran.

Privat- und Firmenkundenbank: Die Erträge stiegen im Jahresvergleich um drei Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Dies lag unter anderem an einem einmaligen Gewinn aus der Veräußerung von Geschäftsanteilen an der Concardis GmbH, dem geringere Erträge infolge des Verkaufs der Private Client Services-Einheit im vergangenen Jahr gegenüberstanden. Rechnet man diese Effekte heraus, lagen die Erträge auf dem Niveau des Vorjahres. Höhere Provisionseinnahmen konnten die Auswirkungen der Niedrigzinsen kompensieren. Die Fusion der Deutsche Postbank AG und der Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG im Heimatmarkt kommt planmäßig voran. Am Ende wird ein klarer Marktführer mit rund 20 Millionen Kunden und zwei weiterhin getrennten Marken stehen. Wie bereits im März angekündigt, erwartet die Deutsche Bank ab 2022 Synergien von rund 900 Millionen Euro jährlich. Das Geschäft von Sal. Oppenheim wird vollständig in die Deutsche Bank integriert. (Für weitere Details zur Fusion der Deutsche Postbank AG und der Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG siehe die parallel versandte Medieninformation.)

Deutsche Asset Management: Die Erträge blieben mit 628 Millionen Euro (Bereinigt um Marktwertanpassungen im Versicherungsgeschäft in Abbey-Life) im Jahresvergleich stabil. Eine einmalige Versicherungsentschädigung im Zusammenhang mit einem Immobilienfonds wurde durch die Nicht-Wiederkehr von Erträgen von Abbey Life sowie durch gesunkene erfolgsabhängige und transaktionsbezogene Gebühren ausgeglichen. Im dritten Quartal verzeichnete der Geschäftsbereich Netto-Neugeldzuflüsse von vier Milliarden Euro. Damit flossen seit Jahresbeginn insgesamt 14 Milliarden Euro zu. Das verwaltete Vermögen stieg seit Jahresanfang um fünf Milliarden Euro auf 711 Milliarden Euro – den günstigeren Marktbedingungen und den Zuflüssen standen negative Währungseffekte gegenüber. Der Teil-Börsengang der Deutschen Asset Management schreitet wie geplant voran und wird wie angekündigt innerhalb eines 24-Monats-Zeitraums erwartet. Derzeit laufen die Vorbereitungen zur Abtrennung des Geschäfts.

Die volle Medieninformation steht als PDF zum Herunterladen zur Verfügung.

Die Ergebnisse des 3. Quartals 2017 werden am Donnerstag, den 26. Oktober 2017 um 14.00 Uhr (MEZ) in einer Analystenkonferenz erläutert. Die Konferenz wird im Internet übertragen: www.db.com/de/quartalsergebnisse.

Eine Telefonkonferenz für Fixed-Income-Investoren findet am Donnerstag, den
2. November 2017 um 15.00 Uhr (MEZ) statt. Die Konferenz wird im Internet übertragen: www.db.com/ir/de/praesentationen-fuer-fixed-income-investoren.htm

Der Zwischenbericht, das Financial Data Supplement (FDS), die Präsentation und der Audio-Webcast für die Analysten-Telefonkonferenz sind über folgenden Link abrufbar: www.db.com/de/quartalsergebnisse

Dieses Dokument beinhaltet bereinigte IFRS-Zahlen. Die Überleitung der bereinigten auf die berichteten Finanzzahlen nach IFRS ist im Financial Data Supplement enthalten und dort und im Zwischenbericht zu finden.