Mode aus Müll

Ein Zehntel aller CO2-Emissionen der Welt kommen aus der Modebranche. Um das Klima zu schützen, muss sie nachhaltiger werden. Eine gute Idee, wie Kleidung nachhaltiger hergestellt werden kann, hat das italienische Unternehmen Aquafil entwickelt.

Die Textilindustrie ist mit 86 Millionen Beschäftigten ein bedeutender Teil der Weltwirtschaft. Sie trägt rund 2,4 Billionen US-Dollar zur globalen Produktion bei, ist aber auch für bis zu zehn Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen sowie für 20 Prozent der industriellen Abwässer verantwortlich, so die UN Alliance for Sustainable Fashion (Allianz für nachhaltige Mode der Vereinten Nationen).

Und in der Regel sind die Kleidungsstücke aus erdölbasierten Kunststoffen und von Billiglohnarbeitern hergestellt – unter schlechten Bedingungen für Mensch und Umwelt. Auch in der Textilindustrie wächst die Erkenntnis, dass „Fast Fashion“, also schnelllebige und preisgünstige Mode, nicht zukunftsfähig ist: Bereits mehr als die Hälfte der Einkaufschefs in der Modebranche halten Nachhaltigkeit laut einer McKinsey-Studie für eine der wichtigsten Geschäftsstrategien.

Das hat ein rasantes Wachstum zur Folge: Das Angebot an nachhaltiger Mode verfünffacht sich jedes Jahr.

02_Story_Aquafil_Contentbild_GarnWas ist nachhaltige Mode?

2019 war nur ein Prozent der Modeprodukte als „nachhaltig“ gekennzeichnet. Doch was genau nachhaltig ist, da jongliert die Branche mit verschiedenen Begriffen und Definitionen. Wer von „fairer Mode“ spricht, meint in der Regel gute  Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Produktionskette. „Grün“ ist Mode, wenn sie aus ökologisch abbaubaren Materialien besteht und weitestgehend auf Chemikalien verzichtet wurde. Modelabels entscheiden sich meistens für einen der beiden Schwerpunkte.

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Aus alten Fischernetzen wird nachhaltige Mode

Ein Pionier bei der Herstellung nachhaltiger Materialien für die Textilindustrie ist unser italienischer Kunde Aquafil – einer der weltweit führenden Nylon-Produzenten. Nach jahrelanger Forschung hat Aquafil im Jahr 2011 ECONYL entwickelt. Das Besondere an dem künstlich produzierten Garn: Es wird aus Abfällen wie alten Fischernetzen hergestellt und ist komplett recyclingfähig – ein Musterbeispiel der Kreislaufwirtschaft.
Dabei unterscheidet sich das Garn in Qualität und Leistung nicht von herkömmlichem Nylon: Es können sehr reißfeste, stabile, dehnbare und haltbare Produkte daraus entstehen. Daher nutzen heute schon verschiedene Teppich-, Mode- und sogar Autohersteller ECONYL.

Wenn man in der Zukunft wirtschaftlich tragfähig sein will, muss man nachhaltig aufgestellt sein.
Giulio Bonazzi, Aquafil-Vorstandschef

Zwar ist der Weg zu einer komplett nachhaltigen Modewelt noch weit, aber kreislauffähige Rohstoffe sind ein wichtiger Baustein zur Klimarettung. Das gilt für alle Branchen.

Aquafil-EconylÜber Aquafil

Aquafil wurde 1965 gegründet und ist mit einem Umsatz von 549 Millionen Euro im Jahr 2019 einer der weltweit führenden Nylon-Hersteller. Die Unternehmensgruppe ist mit fast 3.000 Mitarbeitenden und 16 Betrieben auf drei Kontinenten vertreten. Der Firmenhauptsitz ist in Italien, weitere Betriebstätten befinden sich in Slowenien, Kroatien, Großbritannien, USA, Thailand und China. Seit 2011 produziert Aquafil in seinem Julon-Werk in Ljubljana ECONYL, ein Kreislauf-Nylon: aus Abfall gemacht und nach Gebrauch weiterverwendbar.

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