Nachricht 3. September 2020

Wir wollen das ESG-Profil der Deutschen Bank stärken

Trisha Taneja Trisha Taneja wollte mit ihrer Arbeit schon immer zu mehr Nachhaltigkeit beitragen. Daher führte ihre erste berufliche Etappe in den gemeinnützigen Sektor, wo sie mehrere Jahre lang im Gesundheitswesen und im Bereich Mikrofinanz große Nachhaltigkeitsinitiativen steuerte. Dann entschied sie, in die Privatwirtschaft zu wechseln, weil sie „überzeugt war, dass man mit privatem Kapital große Schritte in Richtung einer nachhaltigen Wirtschaft machen konnte“. Dafür studierte sie zunächst Finanzwissenschaften und nahm dann eine Stelle bei Sustainalytics an, einer Ratingagentur für ESG-Themen (ESG = Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung).

Dort war es als Verantwortliche für grüne und nachhaltige Anleihen ihre Aufgabe, für mehr Emissionen nachhaltiger Wertpapiere zu werben, neue Produkte zu entwickeln und ESG-Produkte für die Emittenten an den Markt zu bringen.

Dann klopfte die Deutsche Bank an

Taneja übernahm die Leitung eines neuen interdisziplinären Teams für nachhaltige Finanzierungen im Kapitalmarktgeschäft. Das Ziel: Kunden und Kollegen in der gesamten Bank zu beraten, wie sie ESG in die Kapitalbeschaffung integrieren können.

Der Markt für grüne, soziale und nachhaltige Anleihen (GSS) ist erst etwa fünf bis sechs Jahre alt. Es gibt daher nicht allzu viele Menschen, die schon mit unterschiedlichen Emittenten gearbeitet haben, also Unternehmen, Banken oder staatlichen Stellen in verschiedenen Ländern und Regionen. Taneja hat bereits bei mehr als 200 grünen und nachhaltigen Anleiheemissionen Erfahrung gesammelt – und das baut sie jetzt aus: „Ich habe Unternehmergeist und der ESG-Markt bewegt sich schnell. So hat mich die Vorstellung angesprochen, das Geschäft der Bank mit nachhaltigen Finanzierungen voranzutreiben. Es ist eine spannende neue Aufgabe“, sagt Taneja.

„Wir haben zwei Mandate: Zum einen wollen wir unsere Kunden zu ESG-Themen beraten und so das ESG-Profil der Deutschen Bank stärken“, erklärte sie. „Das bedeutet, häufiger mit den Kunden über ESG-Aspekte zu sprechen. Das tun wir in Zusammenarbeit mit den Kundenbetreuern und ESG-Spezialisten für Anleihenemissionen und Kapitalmarktprodukte sowie im Beratungs- und Finanzierungsgeschäft mit Unternehmen. In der gesamten Bank sollten ESG-Themen intensiver diskutiert werden.“

Sobald sich die Bank hier als Kompetenzzentrum etabliert hat, werden ihr die Kunden nach Tanejas Ansicht mehr nachhaltige Finanzierungen anvertrauen. Dies führt dann zum zweiten Teil der Doppelaufgabe: das Emissionsvolumen bei Transaktionen mit ESG-Bezug zu erhöhen und so zum Ziel der Bank beizutragen, bis 2025 ein Volumen von 200 Milliarden zu erreichen. Das heißt, die Kunden zu Vermögenswerten zu beraten, die sich für grüne Anleihen eignen, zu den Erwartungen der Investoren hinsichtlich glaubwürdiger ESG-Emissionen und Übergangsstrategien, sowie grundsätzlich dazu, wie Anleger ihre Vorstellungen zu ESG-Aspekten in ihre Anlageentscheidungen einbinden.

„Zudem wollen wir in neuen Bereichen eine führende Rolle übernehmen, wo ESG-Aspekte bislang noch nicht zum Tragen kommen, wie am Aktienmarkt oder bei strategischen Entscheidungen zu Fusionen und Übernahmen. Das wollen wir gemeinsam mit den Produktteams und Kundenbetreuern tun“, sagt sie.

Wer gehört also zum neuen Team und wie funktioniert es?

Mit Trisha Taneja arbeiten jeweils zwei Kollegen in Europa und den USA, die alle aus anderen Bereichen der Bank kommen. Ein Netzwerk aus „ESG-Champions“ unterstützt das Team im Gespräch mit den Kunden ihrer jeweiligen Geschäftsfelder. Das Fünferteam wiederum informiert die ESG-Champions regelmäßig über das Marktgeschehen und gibt spezifisches Wissen weiter. Dies tragen die Champions dann in ihre eigenen Bereiche und ermutigen Kolleginnen und Kollegen, ESG-Aspekte aufzunehmen, wenn sie Kunden unsere Produkte vorstellen.

„Wenn sie dabei Unterstützung brauchen, stehen wir zur Verfügung“, erklärt Taneja, und ergänzt: „Wenn wir hier Erfolg haben wollen, braucht es dafür mehr als nur fünf ESG-Experten.“

Schlüssel für eine nachhaltigere Welt

Die Strategen der Deutschen Bank erwarten, dass ESG-Faktoren in zehn Jahren bei nahezu allen Anlageprodukten eine Rolle spielen. Daher müssen sich die Emittenten und Unternehmen heute Gedanken machen, inwiefern sich das auf ihr Geschäftsmodell auswirken wird. Der Druck von Seiten der Aufsichtsbehörden sei hoch, so Taneja, und die EU arbeite derzeit an einem Aktionsplan und neuer Regulierung für nachhaltige Finanzierungen. Hinzu komme der Vermögenstransfer auf eine jüngere Generation, die die Privatwirtschaft und das Kapital als Schlüsselkomponente ansieht, um die Welt nachhaltiger zu machen.

„Viele Interessengruppen wollen Anreize schaffen, damit die Unternehmen ihre Geschäftsmodelle auf eine nachhaltigere Wirtschaft hin ausrichten“, erklärt Taneja. „Es ist enorm wichtig für das Geschäft der Deutschen Bank insgesamt, dass sie ihre Kunden zu ESG-Fragen beraten kann, da sich der Markt rasch verändert. Wenn wir das außer Acht lassen, werden wir unseren Kunden keinen guten Service bieten können. Wir wollen uns nicht in einer Situation wiederfinden, in der sich die Welt um uns herum verändert, wir aber stehen bleiben. Unser Team trägt dazu bei, dass die Bank diese Veränderungen mit vollzieht.“ Dabei nimmt sie viel Energie und Engagement wahr, sei es im Kapitalmarktgeschäft, in der Unternehmensbank oder bei festverzinslichen Wertpapieren und Währungen.

Kurzfristige Ziele, langfristige Perspektive

Das erst vier Monate alte Team steht noch ganz am Anfang. Trisha Tanejas erstes Jahresziel ist ganz einfach: mehr Gespräche mit Kunden über ESG-Aspekte – und das Thema in der Bank zu verbreiten.

„Es dauert eine Weile, bis man verstanden hat, wie man das Thema den Kunden und auch intern am besten präsentiert. Auch die Zusammenarbeit mit dem Kundenbetreuern und Teams muss sich erst einspielen. Etwas Neues zu gestalten ist eine spannende Aufgabe.“

Als persönliches Ziel hat sich Taneja vorgenommen, in den kommenden sechs Monaten fließend „Investmentbänkisch“ sprechen zu lernen, und sie freut sich darauf, die neuen Kolleg*innen in der Deutschen Bank kennenzulernen.

„Ich kam während der Corona-Pandemie nach London, und habe bislang nur mit wenigen Leuten persönlich sprechen können. Aber ich würde Sie sehr gerne alle kennenlernen! Vielleicht zeigen Sie mir Ihr Lieblingscafé und erzählen mir von Ihrem Job.“

Nachhaltigkeit ist eine Schlüsselkomponente unserer im Juli 2019 verkündeten Unternehmensstrategie „Antreten, um zu gewinnen“ oder „Compete to win“. Um das Nachhaltigkeitskonzept ganzheitlich zu verankern, konzentriert sich die Bank auf vier Aspekte, darunter auch auf nachhaltige Finanzierungen. Dadurch wird Nachhaltigkeit ein integraler Bestandteil unseres Kundenangebots – die Bank kann somit ein Produkt- und Dienstleistungsportfolio anbieten, mit dem Kunden ihre Geschäftsmodelle auf die Niedrigemissionswirtschaft der Zukunft ausrichten können. Passend dazu haben wir uns im Mai 2020 zum Ziel gesetzt, unser Volumen an nachhaltigen Finanzierungen sowie den Bestand an verwaltetem Vermögen in ESG-Anlagen bis 2025 auf über 200 Milliarden Euro zu erhöhen

Als Leiterin des neuen interdisziplinären Teams für ESG Advisory & nachhaltige Finanzierungen im Kapitalmarktgeschäft werden Trisha Taneja und ihr Team die Geschäftsbereiche der Bank und deren Kunden dabei beraten, wie sie ESG-Aspekte (ESG = Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung) in Finanzierungen einbeziehen. Es braucht also keine Kristallkugel um prognostizieren zu können, dass Taneja und ihre Kolleg*innen in den kommenden Monaten und Jahren sehr beschäftigt sein werden – genauso wie unser Konzernbereich Nachhaltigkeit und auch der Nachhaltigkeitsrat der Bank unter dem Vorsitz von Christian Sewing. Beide unterstützen und koordinieren den unumkehrbaren Wandel der Bank hin zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit und schaffen die Voraussetzung dafür, dass der Wandel konzernweit an Tempo gewinnt.

Wie hilfreich war der Artikel?

Wählen Sie Sterne aus, um eine Bewertung abzugeben

Erfolgreich