Medieninformation Frankfurt am Main, 24. März 2026

„Altersvorsorge-Report 2025“ von Deutscher Bank und DWS: Frauen droht doppelte Vorsorgelücke bei der Rente

  • Geringere gesetzliche Renten und zögerliche private Vorsorge verschärfen die finanziellen Nachteile von Frauen im Alter
  • Emotionale Hürden und Komplexität als größte Hindernisse – gezielte Beratung für Frauen ist der Schlüssel zum Erfolg

Die finanzielle Zukunft vieler Frauen in Deutschland ist unsicher. Ihnen droht im Alter eine doppelte Vorsorgelücke: Sie erhalten nicht nur deutlich weniger gesetzliche Rente als Männer, sondern sorgen auch seltener und zurückhaltender privat vor. Das ist ein Ergebnis aus dem Altersvorsorge-Report 2025“, den Deutsche Bank und DWS Ende vergangenen Jahres vorgestellt haben.

Strukturelle Nachteile führen zu geringeren Renten

Die Ursachen für die finanzielle Schieflage im Alter sind tief in gesellschaftlichen und beruflichen Strukturen verankert. Frauen arbeiten weitaus häufiger in Teilzeit (49 % vs. 12 % der Männer) und nehmen längere Elternzeiten. In Verbindung mit dem Gender Pay Gap – der Gehaltslücke zwischen den Geschlechtern – führt dies zu erheblich geringeren Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung.

Die Konsequenz ist ein spürbarer finanzieller Nachteil: Laut Daten der Deutschen Rentenversicherung erhielten Frauen Ende 2023 eine durchschnittliche Altersrente von nur 1.394 Euro, Männer hingegen 1.809 Euro. Das sind über 400 Euro weniger pro Monat.

Die zweite Lücke: Private Vorsorge bleibt eine Herausforderung

Je niedriger die gesetzliche Rente, desto entscheidender die private Vorsorge. Doch die Studie zeigt, dass sich die Kluft hier fortsetzt. Obwohl Frauen die Gefahr erkennen – 67 Prozent fürchten, im Alter auf Sozialleistungen angewiesen zu sein (vs. 55 % der Männer) –, führt dieses Bewusstsein nicht zu entschlossenem Handeln.

Die Gründe sind häufig emotionaler Natur:

  • Angst und Überforderung: 59 Prozent der Frauen empfinden beim Thema Altersvorsorge „Angst“ (vs. 48 % Männer). Für 71 Prozent sind die Produkte zu kompliziert, 67 Prozent fühlen sich überfordert.
  • Mangelndes Selbstvertrauen: Nur 21 Prozent der Frauen fühlen sich bei Finanzprodukten gut informiert (vs. 41 % Männer). Daraus resultiert die große Sorge, Fehler zu machen (71 % vs. 60 % Männer).
  • Gefühlte Unerschwinglichkeit: 68 Prozent der Frauen glauben, sich eine private Altersvorsorge nicht leisten zu können (vs. 59 % Männer).

Partnerschaft, Trennung und Erwerbsform im Fokus:

  • Unterschiede in der Partnerschaft: Verheiratete Männer sorgen häufiger umfassend vor (22 %) als verheiratete Frauen (15 %)
  • Trennung verstärkt Vorsorgelücke: Geschiedene Männer geben fast doppelt so häufig an, umfassend für das Alter vorzusorgen (18 %) wie geschiedene Frauen (10 %).
  • Selbständige sparen nicht mehr als Angestellte: Zwischen selbstständigen und angestellten Frauen zeigt sich kein wesentlicher Unterschied im Vorsorgeverhalten – beide Gruppen weisen ähnliche Vorsorgelevels auf.

Das Gesamtergebnis: Lediglich 49 Prozent der Frauen haben eine private Altersvorsorge abgeschlossen, bei den Männern sind es 57 Prozent.

Sicherheitsdenken vergrößert die Renditekluft

Dass Frauen bei der Geldanlage deutlich sicherheitsorientierter agieren, verschärft die Situation zusätzlich. Während Versicherungsprodukte bei beiden Geschlechtern beliebt sind, investieren Männer weitaus häufiger in renditestärkere Kapitalmarktprodukte.

Diese Zurückhaltung hat ihren Preis: Nur 19 Prozent der Frauen nutzen einen ETF-Sparplan (vs. 35 % Männer) und nur 16 Prozent investieren in Aktien oder Aktiensparpläne (vs. 34 % Männer), was den finanziellen Abstand im Alter weiter vergrößert.

Der Ausweg: Beratung wirkt, wird aber kaum genutzt

Obwohl sich 57 Prozent der Frauen mehr Unterstützung bei Finanzentscheidungen wünschen und 78 Prozent eine gute Beratung als entscheidend für einen Abschluss ansehen, hat die Mehrheit (62 %) noch nie ein solches Gespräch geführt. Dabei zeigt die Studie klar: Beratung ist der wirksamste Hebel. 57 Prozent der Frauen, die eine Beratung wahrgenommen haben, schlossen danach auch ein Vorsorgeprodukt ab.

„Die Zahlen sind ein Weckruf. Es genügt nicht, nur an die Dringlichkeit zu appellieren. Wir müssen die emotionalen Hürden ernst nehmen und abbauen“, sagte Anna Pfau, Leiterin Monitoring und Datenanalyse Deutsche Bank, auf einer „Female Finance“-Veranstaltung der Deutschen Bank am gestrigen Montag in Frankfurt. Julia Hilgers, Senior Portfolio Managerin DWS, ergänzte: „Unser Ziel ist es, Frauen zu ermutigen, ihre finanzielle Zukunft in die eigenen Hände zu nehmen – mit verständlichen Produkten und einfachen Einstiegsmöglichkeiten, wie Sparplänen.“

Fazit: Ein neuer Zugang zur Finanzberatung ist entscheidend

Das Fazit der Studie ist eindeutig: Frauen brauchen nicht primär neue Produkte, sondern einen besseren, niedrigschwelligen Zugang zur Finanzplanung. Die wirksamste Unterstützung liegt darin, Ängste abzubauen, Finanzsprache zu vereinfachen und das Selbstvertrauen durch persönliche Beratung zu stärken. Wenn Sicherheit (für 59 % der Frauen oberste Priorität) und Verständlichkeit (49 %) gewährleistet sind, steigt die Bereitschaft zum Handeln deutlich.

Über den Altersvorsorge-Report 2025

Im Auftrag der Deutschen Bank und der DWS hat das Meinungsforschungsinstitut Civey vom 25. August bis 5. September 2025 insgesamt 3.200 Bürger im Alter von 18 bis 65 Jahren online befragt. Die Ergebnisse wurden nach soziodemografischen Merkmalen gewichtet, um eine repräsentative Abbildung der Bevölkerung zu gewährleisten.

Über die Deutsche Bank

Die Deutsche Bank bietet vielfältige Finanzdienstleistungen an – vom Zahlungsverkehr und dem Kreditgeschäft über die Anlageberatung und Vermögensverwaltung bis hin zu einem fokussierten Kapitalmarktgeschäft. Sie bedient Privatkunden, mittelständische Unternehmen, Konzerne, die öffentliche Hand und institutionelle Anleger. Die Deutsche Bank ist die führende Bank in Deutschland mit starken europäischen Wurzeln und einem globalen Netzwerk.

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