Besser als der Mensch?

Was KI in Bank und Wirtschaft alles kann – und wer davon profitiert

Mit künstlicher Intelligenz können Unternehmen tiefere Erkenntnisse aus Daten gewinnen und damit völlig neue Geschäftsmodelle entwickeln. Wir zeigen, welche Anwendungen unser Leben verändern könnten – und welche Risiken es gibt.

KI-NutzungDie Erwartungen sind hoch: Künstliche Intelligenz soll unser Leben einfacher und bequemer machen – und die Wirtschaft erfolgreicher. Gestützt auf KI könnten Unternehmen neue Erkenntnisse aus Daten gewinnen, ihre Effizienz steigern und neue Geschäftsmodelle entwickeln. Das Weltwirtschaftsforum sieht in der Technologie einen wichtigen Motor der vierten industriellen Revolution.

KI hat schon jetzt unseren Alltag erobert – ohne dass es den meisten von uns bewusst ist. Sie unterstützt uns mit Textvorschlägen und lernt die von uns häufig verwendeten Wörter, wenn wir auf dem Smartphone Texte schreiben. Sie ist auch die Technologie hinter sprachgesteuerten persönlichen Assistenten und Haushaltsgeräten wie Staubsaugrobotern oder selbstfahrenden Rasenmähern.

In unserem What-Next-Dossier werfen wir einen Blick darauf, was KI bereits heute alles kann, wie konkrete Anwendungen in Bank und Wirtschaft aussehen und was die Technologie für die Zukunft verspricht. Wir sprechen aber auch über Grenzen und Gefahren.

Wie uns KI künftig das Autofahren abnehmen könnte

Wir lehnen uns entspannt zurück und lassen das Auto von ganz alleine fahren – das ist eines der großen Zukunftsversprechen der KI. Doch immer wieder gibt es Berichte von tragischen Unfällen, weil die KI Objekte nicht richtig erkannt und reagiert hat.

Wir haben uns in Berlin mit dem Start-up Deep Safety getroffen, das daran arbeitet, KI fit zu machen für die Unübersichtlichkeit des realen Lebens. „BetterAI“, die „bessere KI“, heißt ihr Produkt: Es soll Situationen und Dinge erkennen können, die dem System bis dato unbekannt gewesen sind – ebenso wie Menschen, die etwas Unvorhergesehenes tun. Erfahren Sie mehr in diesem Video.

Wie Unternehmen schneller liefern und Betrügereien verhindern können

Unternehmen können ihre Kunden schnell verärgern, wenn sie Produkte nicht in angemessener Zeit liefern. Ob Autohersteller oder Möbelhaus: Nicht selten dauert es drei bis sechs Monate, bis der neue Wagen oder Schrank beim Kunden ist.

Hier kann KI helfen, sagt das chinesische Unternehmen Prothentic. Mit der Methode „Process Mining“ erhalten Unternehmen einen digitalen Schnappschuss ihres gesamten Prozesses, vom Auftragseingang bis zur Warenlieferung – und sie können simulieren, wie sich Veränderungen auswirken. So können Manager die Abläufe verbessern und Verzögerungen verhindern. Lesen Sie hier mehr.

KI kann Unternehmen, Behörden und Organisationen zudem im Kampf gegen Betrüger helfen – und so für mehr Sicherheit und Vertrauen sorgen. Wir haben darüber mit Clearspeed gesprochen. Das amerikanische Start-up verwendet Algorithmen, die Muster in der Stimme analysieren können – und bei verdächtigen Aussagen Alarm schlagen.

Wie Banken KI nutzen

Auch in der Finanzindustrie ist KI eine Schlüsseltechnologie – mit dem Potenzial, die Branche grundlegend zu verändern. So helfen Algorithmen den Anlageberatern, die passenden Fonds, Anleihen oder Aktien für ihre Kunden zu finden und die Risiken in Portfolios zu reduzieren.

KI kann zudem schneller als der Mensch Transaktionen analysieren und Verdachtsfälle von Finanzkriminalität identifizieren. Schließlich hilft die Technologie den Banken, die Transformation zu einer klimaneutralen Wirtschaft zu finanzieren. Um festzulegen, welche Geschäftsmodelle grün sind, benötigen die Banken viele neue Daten ihrer Kunden. KI hilft, sie zu beschaffen und auszuwerten.
Lesen Sie hier mehr zu diesen Einsatzmöglichkeiten für KI.

KI-EinstellungEin großartiges Tool – wenn man weiß, die richtigen Fragen zu stellen

Ein weiteres Beispiel aus der Bankenbranche ist α-DIG (sprich: alpha-DIG) von Deutsche Bank Research. KI hilft in dieser Anwendung bei der Analyse nicht-finanzieller Daten, die für Investitionsentscheidungen wichtig sind. Sie wertet zum Beispiel Stimmungen in sozialen Medien aus und quantifiziert schwer messbare Informationen zu Themen wie Nachhaltigkeit und Unternehmensführung. Wir sprachen darüber mit Simon Carter von Deutsche Bank Research. Für ihn ist die KI ein großartiges Werkzeug – wenn man in der Lage ist, die richtigen Fragen zu stellen. Mehr dazu in diesem Video und diesem Artikel.

Ein Blick auf Grenzen und Gefahren

Trotz aller Vorteile weckt der Einsatz von KI bei vielen Menschen auch Ängste. Ihre Sorge: Systeme, bei denen Algorithmen Entscheidungen treffen, könnten zu mächtig werden, Diskriminierung fördern oder gar tödliche Fehler begehen, die einem Menschen nicht passieren würden.

Darüber sprachen wir mit KI-Expertin Katharina Zweig. Sie ist Professorin im Fachbereich Information an der Technischen Universität Kaiserslautern und hat dort das Algorithm Accountabiltiy Lab gegründet. Zweig hat eine klare Meinung, wann und wie wir künstliche Intelligenz einsetzen sollten: „KI ist nicht mehr als ein Werkzeug (…) Es ist entscheidend, dass sich ein Mensch die Ergebnisse ansieht.“ Lesen Sie hier das Interview.

Markus Dahlem

… arbeitet in der Konzernkommunikation an Technologiethemen und ist fasziniert davon, wie vielfältig die Anwendungsmöglichkeiten der KI sind. Er ist überzeugt: Es kommt darauf an, dass der Mensch seine Kreativität nutzt, um KI sinnvoll einzusetzen und dabei die kritischen Aspekte im Blick behält.

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